491

Originaltitel: 491
Herstellungsland: SchwedenSchweden
Erscheinungsjahr:  1964
Regie: Vilgot Sjöman

Darsteller

Figur

Lars Lind   Christian
Leif Nymark   Nils
Stig Törnblom   Egon
Lars Hansson   Pyret
Sven Algotsson   Jingis
Torleif Cederstrand   Butcher
Bo Andersson   Fisken
Lena Nyman   Steva
Frank Sundström   Inspektor
Åke Grönberg   Reverend Mild
  
Genre: Fast vergessene Filme
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Inhalt

Sechs straffällige Jugendliche werden für einen Sozialisierungsversuch anstatt in ein Heim in eine Wohngemeinschaft quartiert, wo sie sich frei bewegen können. Der Sozialarbeiter Christian wohnt bei ihnen und versucht sie auf die rechte Bahn zu lenken, doch er ist zu schwach, um sich durchzusetzen, so dass er tatenlos zusieht, wie er vom chronisch blanken Nils beraubt wird. Um ihr Seelenheil kümmert sich Reverend Mild, der ihnen predigt, dass einem 490 Mal verziehen wird, bei der 491. Sünde jedoch wird man vom Satan geholt. Um zu Geld zu kommen, wollen sie dem Inspektor eine Falle stellen. Mit einem vom Pfarrer gestohlenen Tonbandgerät versuchen sie aufzunehmen, wie einer der Jugendlichen vom homosexuellen Inspektor sexuell genötigt wird, doch im entscheidenden Moment versagt die Aufnahme, was Nils jedoch nicht davon abhält, den Inspektor zu erpressen. Dies geht nach hinten los, er lässt sich nicht in die Enge treiben und macht sich auch an Nils heran. Die Situation eskaliert, als Nils ein aus dem Heim entlaufenes Mädchen auf den Strich schickt, damit Christian seine gestohlenen Möbel zurückkaufen kann. Als die Polizei kommt ...

Kommentar

Der schwedische Regisseur Vilgot Sjöman (Sie will's wissen), der seine Sporen beim Film als Regieassistent bei Ingmar Bergmans "Licht im Winter" verdiente, drehte dieses Sozialdrama nach dem gleichnamigen Roman von Lars Görling, der hier auch das Drehbuch verfasste. Es geht um schwer erziehbare Jugendliche, die in einem Versuchsmodell in eine Wohngemeinschaft unter der Obhut eines Sozialarbeiters quartiert werden, und so einige Freiheiten genießen. Der Film ist vom Sprachgebrauch für die damalige Zeit sehr explizit und vulgär und spricht auch Tabu-Themen wie sexuellen Missbrauch durch einen homosexuellen Inspektor sowie Prostitution und Zuhälterei an. Auch werden den Jugendlichen von einem Prediger mittels Tonband irgendwelche Phrasen eingetrichtert, was jedoch alles nichts hilft. Die Knaben sind kriminell und nutzen die Schwäche des Heimleiters, der es immer nur gut mit ihnen meint, gnadenlos aus, so dass man mit den Protagonisten wenig Mitgefühl empfindet. Am Ende schickt der jugendliche Hauptdarsteller noch ein entlaufenes und im angetrunkenen Zustand nymphomanes Heimmädchen, welches es am liebsten mit jedem treiben würde, auf den Strich, was jedoch nicht mit bewegten Bildern, sondern anhand von einzelnen Fotos gezeigt wird.

Der in schwarzweiß gedrehte Film ist schon sehr triste und trostlos, was die Einstellung der Jugendlichen sehr gut unterstützt. Auch das komplette Fehlen von musikalischer Untermalung wirkt schon sehr eigen, stellenweise etwas zu nüchtern.

Wegen seiner Thematik und expliziten Darstellung gab es bereits im liberalen Schweden Probleme mit der Zensur. In Deutschland lief er über 10 Minuten gekürzt im Kino und sollte auf der Berlinale 1964 gezeigt werden, wurde aber auf Grund von Protesten aus dem Programm genommen. Doch was damals noch für Aufruhr sorgte, ist aus heutiger Sicht nicht mehr spektakulär.

In einem Kommentar vom Filmdienst ist angegeben, dass die Jungs in sodomistischer Weise einen Schäferhund auf ein leichtes Mädchen hetzen. Dies ist in der deutschen Kinofassung nicht mal ansatzweise zu erahnen, es wird nur gesagt, dass auch die letzte Sünde an ihr vergangen wurde. Die Kürzungen sind aber teilweise schon spürbar, so dass manche Reaktionen der Darsteller irgendwie kaum nachvollziehbar sind.

Fazit: Aus heutiger Sicht ist der Film nicht mehr skandalös, da ist das Nachmittagsprogramm im Fernsehen oftmals anrüchiger. Auch ist er stellenweise zu langatmig, so dass er zwar durchaus interessant ist, aber auf der emotionalen Ebene nicht wirklich fesselt.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Subkultur Entertainment auf DVD erschienen..

Filmbewertung

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