Die Rache der Kannibalen

Originaltitel: Cannibal ferox
Alternativtitel: Make them die slowly
Woman from Deep River
Canibal Feroz
Die Rückkehr der Kannibalen
Herstellungsland: ItalienItalien
Erscheinungsjahr:  1981
Regie: Umberto Lenzi

Darsteller

Figur

Giovanni Lombardo Radice   Mike Logan
Lorraine De Selle   Gloria Davis / Dinah
Danilo Mattei   Rudy Davis / Gary
Zora Kerova   Patricia 'Pat' Johnson
Walter Lucchini   Joe Costolani
Fiamma Maglione   Myrna Stenn
Robert Kerman   Lt. Rizzo
John Bartha   Mafioso in Brooklyn
Venantino Venantini   Sgt. Ross
Riccardo Petrazzi   Jäger
Perry Pirkanen   Paul, blonder Mafioso in Brooklyn
Dominic Raacke   Tim Barret
Jake Teague   College Professor
'El Indio' Rincon   Glorias Fluchthelfer
  
Genre: Splatter, Kannibalen, Abenteuer
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Inhalt

Gloria Davis reist mit ihrem Bruder Rudy und der gemeinsamen Freundin Pat in den kolumbianischen Dschungel, um für ihre Doktorarbeit über den Mythos des Kannibalismus zu recherchieren. Sie ist der festen Überzeugung, dass die weißen Eroberer die Geschichten über menschenfressende Eingeborene erfunden haben, um ihre eigenen Greueltaten an den Ureinwohnern zu rechtfertigen.
Im Urwald treffen sie auf die beiden Ganoven Mike und Joe, die angeblich von kannibalischen Eingeborenen verfolgt werden. Man beschließt sich gemeinsam durchzuschlagen, doch bald zeigt sich, dass an Mikes Geschichte einiges nicht stimmt. Die Gruppe rastet in der kleinen Siedlung eines Dschungelstammes, wo der verletzte Joe sich Gloria und Rudy anvertraut: der skrupellose Mike hat mit Folter und Mord unter den Dorfbewohnern gewütet.
Joe stirbt an den Folgen seiner Verletzung, Gloria und Rudy wollen flüchten als die Männer des Stammes von der Jagd zurückkehren, werden aber gefangengenommen. Auch Mike und Pat, die sich davon geschlichen hatten, werden geschnappt und wieder ins Dorf gezerrt.
Nun erleiden die vier die Rache der Kannibalen!

Kommentar

Das ist er nun, einer der berüchtigtsten Exploitationfilme die jemals das Licht der Kinoleinwände erblickt haben.
Was soll man von diesem Streifen halten, der stolz damit wirbt in mindestens 31 Ländern verboten zu sein (was tatsächlich zu einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde, als meist-verbotener Film führte)? Im Grunde bietet der Film herzlich wenig, was man nicht schon aus ähnlich gelagerten Werken kennt, sowohl im Negativen als auch im Positiven (wobei die Definition von "positiv" hier mit Vorsicht zu genießen ist).
Da ist zunächst der Hauptkritikpunkt den sich praktisch 99% der Kannibalenfilme aus jener Zeit zurecht anhören müssen: Tier-Snuff! Lebende Tiere werden vor der Kamera geschlachtet oder aufeinander gehetzt und ihren Fressfeinden ausgeliefert. Das lässt sich beim besten Willen nicht schönreden, sowas zeugt nur von gewissenlosem Zynismus. Abgesehen davon stören diese Szenen den Fluss der Handlung, da der Zuschauer unsanft auf den Boden der Realität geholt wird. Der gewünschte Effekt, die echten Grausamkeiten mit den gestellten Taten, die an den Charakteren begangen werden zu assoziieren, stellt sich in keinem Moment ein.
Die Story selber ist wenig gehaltvoll und musste mit einer überflüssigen, in New York spielenden Nebenhandlung auf Spielfilmlänge gebracht werden. Wenigstens wird auf vorgeschobene Gesellschaftskritik, mit der Nackt und Zerfleischt sich selbst ad absurdum führte, und sensationsgierige Bezüge auf reale Ereignisse (wie in Lenzis eigenem Lebendig gefressen), verzichtet. Auch kommt keine Vergewaltigungszene vor, einer der wenigen Pluspunkte, da kaum ein anderer Kannibalenfilm darauf verzichtet hat. Ganz übel, wie gewohnt, die Darstellung der Eingeborenen als Primitive.
Die Schauspieler sind größtenteils aus diversen anderen Italo-Schundfilmchen bekannt. Besonders erwähnenswert sind nur Fiamma Maglione (die als Darstellerin meistens unter dem Pseudonym Meg Fleming auftritt) da sie eine Hälfte des für den Soundtrack zuständigen Komponisten-Duos Budy-Maglione ist, und Dominic Raacke, der hierzulande fast 30 Jahre zum festen Ensemble der "Tatort"-Komissare gehörte und seinerzeit in New York Schauspiel studiert hat. Hier spielt er eine kleine Nebenrolle als Junkie, der von einem Dealer erschossen wird.
Bleiben noch die Gewaltdarstellungen. Handwerklich auf dem üblichen 80er Jahre Niveau des italienischen Films, sind die Szenen für die damalige Zeit meistens erstaunlich schnell geschnitten. Der ausgesuchte Sadismus der Verstümmelungen, die sich denn auch besonders gerne gegen Geschlechtsteile richten, stellt die Gorehounds im Publikum dann zufrieden und hat zu dem relativ hohen Bekanntheitsgrad des Streifens beigetragen. Interessanterweise sind ALLE Effektszenen im Kinotrailer enthalten, so dass der geneigte Konsument sich den Film eigentlich sparen kann.
Die alte deutsche Fassung war um ein paar kurze Dialogszenen und die komplette Schlußsequenz, in der Gloria für ihre Berichterstattung den Doktortitel erhält, gekürzt. Außerdem tauft die deutsche Synchronisation Gloria zu Dinah (obwohl in einer Szene ihr Name auf einer Kreditkarte zu sehen ist) und Rudy zu Gary um. Die fehlenden Szenen wurden bei den meisten Neuauflagen wieder eingefügt, häufig im O-Ton mit Untertiteln, manchmal auch nachsynchronisiert.

Wie soll ich diesen Schund (zuerst wollte ich "Dreck" schreiben, konnte mich gerade noch beherrschen) nun bewerten? Allein die Tiertötungen reichen eigentlich dem Film seine Existensberechtigung abzusprechen. Andererseits trägt der Streifen ein leuchtendes "Ich bin ein sensationsgeiles Machwerk das nur die niedrigsten Instinkte anspricht"-Zeichen vor sich her, soviel Ehrlichkeit sollte vielleicht zugutegehalten werden. Wer also mal bei sinn- und niveauloser Eingeweidewühlerei zusehen möchte kann halt zugreifen, hier wird pure Exploitation geboten (und als solche funktioniert der Film perfekt). Wer einen gewissen Anspruch erfüllt haben möchte, hat im Kannibalengenre sowieso kaum ein Chance fündig zu werden und sollte lieber gleich die Finger davon lassen.

Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon

Veröffentlichungen

Die Video-Erstveröffentlichung kam von Arcade, danach gab es diverse Neuauflagen von verschiedenen Labels (u.a. Astro). Laser Paradise brachte den Film in mehreren Auflagen auf DVD heraus. Praktisch alle deutschen (und einige internationale) Veröffentlichungen des Films wurden beschlagnahmt.

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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BurntOfferings, 25.08.16
Ich habe ihn mir mal gekauft und muss erlich gesagt sagen sowas was man in diesen film geboten bekommt habe ich erlich gesagt noch nicht gesehen. Aber dieser streifen ist echt super sollte in jeder Sammlung vorhanden sein. Einfach Top der Film.
 
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