Angel Heart

Originaltitel: Angel Heart
Alternativtitel: Harry Angel
Herstellungsland: USAUSA, KanadaKanada, GroßbritannienGroßbritannien
Erscheinungsjahr:  1987
Regie: Alan Parker

Darsteller

Figur

Mickey Rourke  Harry Angel
Robert de Niro  Louis Cyphre
Charlotte Rampling  Margarte Krusemark
Lisa Bonet  Epiphany Proudfoot
Stocker Fontelieu  Ethan Krusemark
Brownie MGhee  Toot Sweet
Eliott Keener  Detective Sterne
Michael Higgins  Dr. Fowler
Charles Gordone  Spider Simpson
Elisabeth Whitcraft  Connie
  
Genre: Okkult, Thriller
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Inhalt

New York, Lower East Side, 1955: Harry Angel, ein Privatdetektiv, der eindeutig schon bessere Zeiten gesehen hat, soll im Auftrag des undurchsichtigen Louis Cyphre den seit Kriegsende verschollenen Sänger Johnny Favorite finden, der bei Cyphre in der Schuld steht. Angel ist wenig begeistert von dem Auftrag, denn eigentlich nimmt er ja keine komplizierten Fälle an, wie er kundtut, doch als Cyphre ihm seine Mühen über die Maße zu versilbern verheißt, ändert der Schnüffler seine Meinung. Mit gemischten Gefühlen macht er sich an die Arbeit. Zunächst führen ihn seine Ermittlungen in ein Sanatorium, in welchem Favorites Kriegsverletzungen seinerzeit behandelt worden sind. Sein Arzt, inzwischen pensioniert und hoffnungslos dem Morphium verfallen, teilt Angel mit, Favorite sei damals von zwei ihm unbekannten Menschen aus dem Sanatorium abgeholt worden, die ihn dafür bezahlt hätten, die Akten zu frisieren. Als Harry den Arzt erneut aufsucht um weitere Informationen zu erhalten, findet er ihn tot in seinem Bett liegend – erschossen!
Eine weitere Spur führt den abgewrackten Ermittler in den schwülen Süden der USA, mitten hinein in die Sümpfe Louisianas und nach New Orleans – ins Voodoo-Land! Dort trifft er auf Margaret Krusemark, die ehemalige Geliebte Favorites, und deren Vater Ethan, auf den Bluesmusiker Toot Sweet und die junge Epiphany Proudfoot, die eine Doppelexistenz führt und sich nachts in eine zügellose Voodoo-Priesterin verwandelt. Sie alle sind auf ihre Weise tief in den immer verzwickter erscheinenden Fall um den Verschollenen verwickelt, doch dummerweise zahlt fast jeder, der Angels Weg kreuzt, auf blutigste Weise mit dem Leben. Und jedes Mal deuten die Umstände der Tat auf den Detektiv als Täter hin. Schon spürt er nicht nur den Atem der Polizei in seinem Nacken…
Als Harry sich auf eine Affäre mit Epiphany einlässt und den Akt mit ihr vollzieht, suchen ihn verstörende, schreckliche Visionen heim. Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet… Schließlich erfährt er, dass die zwei Personen, die Favorite aus dem Krankenhaus holten, die Krusemarks waren. Der Sänger hatte sich einem modernen Dr. Faustus gleich auf einen Pakt mit dem Leibhaftigen eingelassen, dem er seine Karriere verdankte. Um aber nun seinem Teil der Abmachung zu entgehen, vollzog er ein magisches Ritual: er schnitt einem jungen Kriegsheimkehrer bei lebendigem Leib das Herz heraus und nahm in dessen Körper die Identität des Mannes an. Die Erinnerung an die eigentliche Existenz Favorites wurde zeitgleich gelöscht, auf das der Höllenfürst ihn so nicht mehr finden möge. In einem versiegelten Behältnis in Margaret Krusemarks Wohnung entdeckt Angel die Identitätsplakette des Soldaten. Welcher Name da wohl draufsteht?

Kommentar

Und wer zur Hölle mag wohl Louis Cyphre sein? Bestimmt dürfen Freunde ihn Lou rufen, hö hö! Engelchens Höllenfahrt also! Alan Parker, ein Mann mit einer recht wechselhaften Karriere, der wie so viele seiner Kollegen von der Regie führenden Zunft ursprünglich seine Röggelchen als Werbefilmer verdiente, inszenierte seinen Detektiv/Mystik/Psycho Crossover als finsteren Alptraum mit vielen dem Horrorgenre typischen Ingredienzien, speziell aus der Unterordnung der Okkult-Abteilung. Die wusste Parker so geschickt zu verrühren und zu vermengen, dass daraus oberflächlich betrachtet ein höllisch scharfes Süppchen wurde. Im Prinzip ist das Gebräu eigentlich ganz lecker, es brennt auch noch ein ganzes Weilchen auf der Zunge nach, doch hat diese Empfindung erst nachgelassen, wird einem auch klar, dass man eigentlich gar keine Ahnung hat, was man da nun gerade verschlungen hat, denn vor lauter Pikanterie war von dem, was die Brühe eigentlich ausmachen sollte, nicht mehr viel zu merken. Verstanden, das? Will sagen, „Angel Heart“ funktioniert auf der visuellen Seite überaus hervorragend – zumindest zunächst, denn irgendwann wird die allzu überfrachtete Symbolik doch zu offenbar. Hier ein Blick in den zerbrochenen Spiegel, ein böse tropfender Wasserhahn, ein Rasiermesser, das zu Boden fällt, ein Beerdigungszug in Harlem, immer wieder das Motiv des Drehflügels, schließlich die Voodoo-Hühnchen, und dann, damit es auch der Langsamste schließlich kapiert, fährt am Ende unentrinnbar der gruselige Fahrstuhl zum Schafott, Pardon, in Mephistopheles schauerliches Heizkraftwerk.
Die Handlung indes, die von der Wirkung der Bilder oft völlig erschlagen wird, gerät somit zur Nebensache. Dies kommt dem Film allerdings zugute, denn andernfalls würde der Zuschauer schon recht bald erkennen, dass der Film undynamisch, zu lang und auch ziemlich vorhersehbar ist. Ein echter Spannungsbogen tut sich nicht auf. Die Höhepunkte hingegen sind plakativ und zielen wieder ganz auf die Bildwirkung: Blut, Voodoo, Inzest und noch mehr Blut.
Man möge mich jetzt nicht falsch verstehen, die Seite hier heißt diebstenhorrofilme.de, und auch diesen Film hier möchte ich somit auf jeden Fall zur Empfehlung ausschreiben, denn trotz der Kritik ist der Film in jedem Fall sehenswert. Parker ist ein begnadeter Blender, der für diese seine Vision des Höllenspuks eine große Schar begnadeter Könner um sich scharte, die ohne wenn und aber mithalfen, den Film zu einem, wie schon gesagt, visuellen Erlebnis werden zu lassen. Zunächst einmal sind natürlich die Schauspieler allererste Sahne. Allein zu sehen, wie Robert de Niro und Mickey Rourke sich gegenseitig an die Wand zu spielen suchen, ist schon den Eintrittspreis wert. In den gemeinsamen Szenen liegt de Niro übrigens klar vorn, auch wenn er sein Spiel vielleicht mal wieder ein wenig übertreibt (wahrscheinlich hat er als echter Method Actor vor Drehbeginn wochenlang die Treppen zur Höllenpforte geschrubbt), den Rest des Films aber dominiert Mickey Rourke deutlich, der anno 1987 noch mehr als erstklassiger Mime denn als One Man Freakshow von sich reden machte. Die Überraschung des Films ist sowieso die aus der braven Vorabendserie „Bill Cosby Show“ bekannte Lisa Bonet, die hier in einer echt mutigen und expliziten Rolle brillierte und gegen ihr Image anspielte. Warum es für sie trotzdem nie zur ganz großen Karriere kam, bleibt eines der ungelösten Rätsel der Filmgeschichte. Ach ja, für die kühle und irgendwie ätherische Charlotte Rampling hätte ich mir eine größere Rolle gewünscht. Wäre der Film übrigens heute entstanden, hätte vermutlich Tilda Swinton ihren Part bekommen, wie mir gerade so durch den Kopf geht, aber wer will das schon wissen… Kameraführung (Michael Seresin) und Schnitt (Gerry Hembling) sind ebenfalls erstklassig und der verstörende Soundtrack von Trevor Jones schafft es immer wieder, apokalyptische Akzente zu setzen.
Die Summe der einzelnen Teile macht „Angel Heart“ letztlich eben doch zu einem außergewöhnlichen Film, der, wie das bei ehemaligen Werbern zwar häufig der Fall ist, vom schönen – oder in dem Fall eher schlimmen - Schein lebt, oder anders ausgedrückt von der Oberfläche, hierbei allerdings Bilder und Eindrücke transportiert, die im Gedächtnis bleiben. Eine echte Auseinandersetzung mit Religion und Aberglauben liefert Parker freilich nicht, dafür ist der Film dann doch wieder zu – naja, eben oberflächlich, und somit auch nicht in seiner Wirkung von Dauer.
Was bleibt, sind de Niro, Rourke, Lisa Bonet (nackt), die Musik von Trevor Jones, einige großartig blutrünstige Szenen und eine bedrohlich düstere Atmosphäre, die zumindest mir gute Laune macht. Thrill? Suspense? Spannung? Nun, das eher nicht..!

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Veröffentlichungen

DVD: Kinowelt Home Entertainment, auch als 2 DVD Premium Edition
VHS: Kinowelt Home Entertainment, in geschnittener Fassung auch bei Marketing Film

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