Brothers Grimm
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Inhalt
Deutschland im frühen 19.Jahrhundert, das Land leidet unter der Knute der napoleonischen Besetzung. Hier verdingen sich die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm als frühe Vorreiter der Ghostbusters. Doch ihre Geisteraustreibungen und Exorzismen sind nichts als fauler Zauber, die Grimms sind Schelme und Glücksritter, die sich am Aberglauben ihrer Zeitgenossen bereichern indem sie ihren „Spuk“ selbst inszenieren. Das geht eine ganze Weile gut, bis der französische Offizier Delatombe auf sie aufmerksam wird. Dieser möchte dem Aberglauben der Deutschen ein Ende setzen und stellt die Grimms vor die Wahl: entweder sie reisen in das thüringische Städtchen Marbaden und entlarven dort das Verschwinden von elf Kindern in einem verwunschenen Wald als Schwindel, oder aber sie werden als Betrüger exekutiert. Wofür sich unsere Brüder entscheiden dürfte klar sein, also stellt Delatombe den beiden seinen italienischen Adjutanten Cavaldi zur Seite, der sicherstellen soll, dass die Grimms ihren Auftrag zur Zufriedenheit der Franzosen erledigen.
In Thüringen angekommen begegnen die Menschen den Grimms zunächst misstrauisch, doch bald gelingt es ihnen, die Marbadener von ihren Fertigkeiten als „Geisterjäger“ zu überzeugen. Die Grimms verbünden sich mit der tapferen Angelika, deren zwei jüngere Schwestern ebenfalls zu den verschwundenen Kindern gehören. Doch schon bald müssen die Gebrüder Grimm plus Angelika und Cavaldi erkennen, dass sie es diesmal nicht mit sublimem Nepp zu tun haben, sondern es in den finsteren Wäldern von Marbaden tatsächlich nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. So bekommen sie es in der Folge mit einem Werwolf, einer bösen Königin, die in ihr untotes Dasein zurückkehren möchte, wandelnden Bäumen und einer ganzen Anzahl von fantastischen Gestalten zu tun, die der Zuschauer aus dem Werk der echten Grimms kennt. Doch damit nicht genug, sitzt ihnen schließlich auch noch die französische Armee im Nacken, die unter der Führung Delatombes glaubt, sie könne dem Aberglauben durch eine aufgeklärte moderne Militärmaschinerie Herr werden.
Wird es den Grimms dennoch gelingen, die böse Königin aufzuhalten und die verschwundenen Kinder zurückzubringen?
Kommentar
Ganz klar, „Brothers Grimm“ ist ganz gewiss nicht der beste Film, den der kreative, streitbare Querkopf Terry Gilliam im Laufe seiner Karriere fabriziert hat. Mancher hält ihn sogar für sein schlechtestes Werk überhaupt, und auch dem wohnt sicher eine gewisse Wahrheit inne. Aber, und so viel ist auch sicher, es handelt sich letztlich noch immer um einen Terry Gilliam Film, und somit kann schon mal von einem wirklich schlechten Streifen gar nicht die Rede sein!!
Vielleicht sollten wir zunächst einmal einen genaueren Blick darauf werfen, unter welchen Umständen dieses Diapositiv überhaupt entstanden ist. Eigentlich war Gilliam mit den Vorbereitungen für sein vielgeliebtes Projekt „The Man who killed Don Quixote“ beschäftigt, doch musste sich dieser letztlich tragischerweise eingestehen, dass das Projekt nicht tragbar ist, zu viel war bereits im Vorfeld gescheitert. So ließ sich Gilliam dazu überreden, die Fantasy Geschichte um die Gebrüder Grimm als Auftragsarbeit für die MGM zu drehen. Ursprünglich sollte Johnny Depp den Will Grimm spielen, doch bekanntlich schwang dieser zu jener Zeit gerade für Gore Verbinski Säbel und Piratenflagge und musste ablehnen, so erhielt Matt Damon neben dem gesetzten, leider unlängst und viel zu früh verstorbenen Heath Ledger den Zuschlag. Da die Produzenten Bob und Harvey Weinstein sich bereits im Vorfeld zu sehr in den kreativen Prozess einmischten, drohte Gilliam abermals mit dem Abbruch der Arbeiten an dem Film. Letztlich ist es Matt Damon zu verdanken, dass der Film vollendet werden konnte, denn dieser bat Gilliam inständig darum, die Arbeiten fortzuführen, lag ihm das Projekt und die Zusammenarbeit mit Gilliam doch sehr am Herzen. Und so ließ sich der große Mann doch schließlich erweichen und machte den Streifen unter für ihn einmal mehr äußerst schwierigen kreativen Bedingungen. Er wird sicher häufig Bauchschmerzen gehabt haben, denn die Weinsteins zogen im Hintergrund weiter intrigant die Fäden. Letztlich hatte man ein Budget von 80 Millionen $ gutgeheißen, und dafür wollte man auch einen veritablen Kinohit haben. So wurde beispielsweise der verdiente Kameramann Nicola Pecorini von den Weinsteins gefeuert und durch den ebenfalls nicht üblen Newton Thomas Sigel ersetzt, der sich einen Namen gemacht hatte durch Projekte wie „Three Kings“ mit George Clooney und Ice Cube oder „Confessions of a dangerous Mind“, den wiederum George Clooney als Regisseur inszenierte. Ursprünglich sollte auch Gilliams Wunschkandidatin Samantha Morton die Rolle der Angelika spielen, die Produzenten aber setzen Lena Headey durch, was sich allerdings im Nachhinein nicht als ganz schlechte Entscheidung erwies, denn sie wusste zu überzeugen.
So, und was passierte schließlich? „Brothers Grimm“ heimste zwar gerade in den USA fast ausschließlich negative Kritiken ein, legte aber das beste Startergebnis aller Gilliam Filme ever hin. Seine Meisterwerke „Brazil“, „12 Monkeys“, „Der König der Fischer“ oder „Münchhausen“ soffen ja auf der anderen Seite des atlantischen Ententeiches in finanzieller Auswertung samt und sonders ab, weil sie dem US Publikum wohl zu anspruchsvoll und zu europäisch erschienen. Dieser doch eher simple Film aber gefiel den Amis. Und was soll ich sagen, auch mir gefällt er! Klar, hier haben wir es letztlich mit einem Mainstream Popcorn Blockbuster zu tun, in welchem den drei Buchstaben CGI reichlich zugesprochen worden ist, nicht immer at it’s best, wie ich auch freilich hinzu fügen möchte, zudem wirkt die Inszenierung je länger der Film dauert zusehends wirrer und man hat mitunter fast Probleme damit, der Handlung, so simpel sie auch sein mag, zu folgen, doch das wird einerseits dem Drehbuch Ehren Krugers geschuldet sein, welches einfach nicht viel mehr hergab, als auch dem stetigen Einmischen der Produzenten und dem Gezetere um den Final Cut, den sich Gilliam zwar gern in den Vertrag schreiben lässt, was aber nicht unbedingt stets so zur Vollendung gekommen ist. Zudem muss man ihm wohl nachsehen, dass sein Herzblut ganz gewiss an dieser Produktion weniger hing als an anderen, früheren Projekten, was allerdings auch keine Entschuldigung für einen weniger gelungenen Film sein darf.
Ein Wort noch zu den Darstellern. Matt Damon ist an sich kein übler! Er wusste mich in der „Bourne“ Trilogie mehr als zu überzeugen, und auch in der Patricia Highfield Verfilmung „Der talentierte Mr. Ripley“ oder in Coppolas „Der Regenmacher“ fand ich ihn gut bis zumindest solide. Hier, ausgerechnet unter der Regie von Terry Gilliam, die ihm wichtig war, empfand ich ihn als vollkommen unterfordert weil sein Charakter doch eher zweidimensional wirkt. Heath Ledger macht einen besseren Job als verschrobenerer Grimm Bruder Jakob, muss aber auch unter seinen Möglichkeiten bleiben weil mehr nicht drin ist! Jonathan Pryce, immerhin einer von Gilliams Lieblingsschauspielern, gibt als schurkischer Offizier Delatombe nicht viel mehr als eine Miniatur zum Besten, da hätte man mehr erwarten dürfen, und Peter Stormare, ein in den USA lebender Schwede, der hier den Italiener Cavaldi spielen darf, will man seine Wandlung vom Saulus zum Paulus auch nicht recht abkaufen. Bleibt Monica Belucci, die zwar unter Tonnen von Make up mit viel Mut zur Hässlichkeit glänzen darf, aber letztlich viel zu wenig Szenen hat um im Gedächtnis zu bleiben.
Dennoch, ich bleibe dabei, der Film hinterlässt einen nicht zu unterschätzenden Faktor an Zwiespältigkeit, kann aber letztlich solide unterhalten. Auch wenn Gilliam sich bei anderen Produktionen sehr viel mehr Mühe gegeben hat, so bietet „Brothers Grimm“ noch immer einen recht hohen Schauwert. Manches mal muss man an die liebevollen Umsetzungen eines Tim Burton denken, gerade was den verwunschenen Wald betrifft, der auch an die guten alten Gothics der Universal gemahnt, oder an die zauberhaften Welten der Hammer Studios, oder letztlich an die Kulissen eines Mario Bavas, dem Pionier des italienischen Horrorkinos, der einstweilen sogar an einen Bergmann und die Bildsprache eines Jean Cocteau erinnern ließ. Hier wiederum hat Terry Gilliam das Herz eines alten Horrorfilmfans hüpfen lassen und wusste aller Kritik zum Trotz zu überzeugen.
Zu guter Letzt bleibt festzuhalten: Selbst wenn einer der größten Regisseure dieser Tage nur gepflegtes Mittelmaß anzubieten hat, weiß er dennoch zu unterhalten, nicht mehr und nicht weniger! Aber das ist noch immer um einiges mehr, als so viele andere seiner Kollegen sich in ihren besten Momenten zu wünschen erhoffen. Okayer Film, das, mehr kann ich nicht sagen!
Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist auf DVD zu beziehen über Concorde, wo er gleich in mehreren Fassungen und Editionen erhältlich ist. Gibt man der HD DVD den Vorzug oder folgt dem Zeitgeist und hat sich auf Blu-ray eingechossen, so hat man ebenfalls den Weg zur Concorde zu gehen. Die VHS Fans müssen leider leer ausgehen, in ihrem Medium ist der Film gar nicht erst eschienen.
Filmbewertung
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Sin Eater - Die Seele des Bösen
Stand: 09.02.2010 13:45:12
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Weitere Kommentare zum Film
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| Berti, 16.04.08 |
| Ein interessanter Film, mit einem äußerst interessanten und originellen Story. Leider fehlt mir irgendwie die gewisse Spannung, das gewisse Etwas. Der Film ist sehr gut, düster und atmosphärisch- dennoch hat mir was gefehlt. Oder warens zum Schluss die vielen Trailer und positiven Geschichten rund um den Film, wo ich die besten Szenen im vohinein schon kannte und aus dem Grund der AHA- Effekt ausblieb? Die Schauspieler sind hier irgendwie farblos, obwohl ich sie alle sehr schätze und gerne sehe. Doch hier bleibt mir keiner nachhaltig in Erinnerung. Die Effekte sind gut, aber der Werwolf war mit dann doch etwas zu sehr computeranimiert. Anders bei der Hexe- die war geil. Monica Belucci sowieso! Am besten war dann das kitschig- fröhliche Happy- End und ganz zum Schluss noch der Hinweis mit der Krähe... nett. Sehr nett. |
| Wollo, 17.04.08 |
| Na ja, siehst Du wie einig man sich doch sein kann? |
| Staudenmaier007, 11.12.09 |
| Hier schreib ich´und ich kann nicht anders.............der Film ist Mist. Auch ein paar witzige Zwischensequenzen noch die aufwändige Kostümierung rettet den Streifen über die Runden. Daher nur 2/5 Punken. |
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