Frankensteins Höllenmonster

Originaltitel: Frankenstein and the Monster from Hell
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien
Erscheinungsjahr:  1974
Regie: Terence Fisher

Darsteller

Figur

Peter Cushing  Baron Victor Frankenstein aka Dr. Carl Victor
Shane Briant  Simon Helder
Madeline Smith  Sarah
David Prowse  Monster
John Stratton  Anstaltsdirktor
Michael Ward  Transvest
Norman Mitchell  Polizist
Clifford Mollison  Richter
Patrick Troughton  Leichenräuber
  
Genre: Hammer-Filme, Grusel, Monster
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Inhalt

Der junge Arzt Dr. Helder wird wegen seiner Leichen-Experimente in die Irrenanstalt eingewiesen. Dort trifft er auf Dr. Victor, der sich bald als Baron Frankenstein zu erkennen gibt. Ursprünglich Patient, hat Frankenstein den Anstaltsleiter aufgrund von dessen perversen Neigungen in seiner Hand und ist der eigentliche Herrscher im Tollhaus. Mithilfe von Helder erschafft Frankenstein ein neues Monster, das ebenso feinfühlig wie animalisch ist. Das kann natürlich nicht gutgehen. Doch Frankenstein lässt sich von Fehlschlägen längst nicht mehr entmutigen ...

Kommentar

Nach seinem ersten großen Welterfolg „Frankensteins Fluch“ (1957) definierte das britische Hammer-Studio für etwa zehn Jahre den Horrorfilm, doch ab den späten 1960er Jahren verlor es langsam den Anschluss. Roman Polanski führte dessen viktorianischen Grusel in „Tanz der Vampire“ (1967) ad absurdum und ließ ihn mit „Rosemarys Baby“ (1968) hinter sich, und gegen Filme wie „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) und „Der Exorzist“ (1973) sah Hammer, egal, ob man das nun als Vor- oder als Nachteil betrachtet, generell ziemlich alt aus. Schon in den 60er Jahren hatte Hammers Frankenstein-Reihe kommerziell zu schwächeln begonnen, und nachdem mit „Frankensteins Schrecken“ (1970) der Versuch, eine vor wie hinter der Kamera ganz neue Reihe um den Baron zu lancieren, kassentechnisch gescheitert war, schickte Hammer noch einmal Terence Fisher (Regie) und Peter Cushing (Baron Frankenstein) ins Rennen – doch der so entstandene Film war nur ein weiterer Nagel im Sarg der einstmals so stolzen Traditionsfirma. Schon 1972 gedreht, kam „Frankensteins Höllenmonster“ letztendlich 1974 in die britischen Kinos, floppte dort aber so gnadenlos, dass er in Deutschland erst dreißig Jahre später – auf DVD – erschien.

Ist der Film wirklich so schlecht, wie seine Vorgeschichte vermuten lässt? Keineswegs, er war vielmehr der falsche Film zur falschen Zeit, aber seine Schwächen sind gleichwohl nicht zu übersehen: „Frankensteins Höllenmonster“ ist ein Film, der noch weniger Geld gekostet hat als die ohnehin schon knapp kalkulierten früheren Hammer-Filme, und anders als den Klassikern des Studios merkt man dem Film seine Grenzen deutlich an; man kann die Augen vor den billigen Sets, vor allem aber vor der Gestaltung des Monsters, das wie schon in „Frankensteins Schrecken“ vom späteren „Darth Vader“ David Prowse verkörpert wurde, kaum verschließen. Es handelt sich um ein groteskes, affenähnliches Geschöpf, das beim Sprechen nicht einmal die Lippen bewegt – dies nicht wegen bauchrednerischer oder gar telekinetischer Fähigkeiten, sondern aufgrund der billigen, starren Maske. Peter Cushing mokierte sich schon damals über das Monsterdesign, und Terence Fisher versuchte, es zu verhindern, konnte sich aber nicht gegen die Produzenten durchsetzen – schade, denn an sich wurde hier die verhältnismäßig differenzierte Charakterisierung der an ihrem Dasein leidenden Frankensteinschen Kreaturen fortgeschrieben, die vor allem Hammers „Frankensteins Rache“ (1958) und „Frankenstein muss sterben“ (1969) sehr gut getan hatte; allerdings sind die entsprechenden „Höllenmonster“-Szenen arg sentimental, um nicht zu sagen: kitschig geraten. Überhaupt hat das Drehbuch einige Löcher, die es nur notdürftig durch zum Teil extreme Figurenzeichnungen schließt. So gut die Idee ist, den allen ethischen Skrupeln enthobenen Frankenstein eine Irrenanstalt beherrschen zu lassen, so wenig setzt das Skript diese vielversprechende Ausgangssituation in eine wirklich überzeugende Handlung um, die Story plätschert meist vor sich hin, gelegentlich unterbrochen von eher plumpen Schockszenen.

Warum langt es hier dann trotzdem zu einer positiven Wertung? Weil Fisher und Cushing das Beste aus den kaum vorhandenen Möglichkeiten machen: Als hätten sie geahnt, dass dies ihr letzter gemeinsamer Film sein würde (wahrscheinlich ahnten sie es tatsächlich), führten sie „ihren“ Baron Frankenstein konsequent an sein Ende. Cushing läuft noch einmal zur Hochform auf, Fishers Regie ist bei der Handlungsführung zwar eher routiniert, sogar etwas uneinheitlich, aber bei der Charakterisierung des Barons lässt er seinem alten Weggefährten alle Freiheiten und zeigt sich in den – zugegeben eher seltenen – Höhepunkten fast so inspiriert wie in seinen besten Filmen. In der lakonischsten wie schwarzhumorigsten wie grausamsten Schlussszene der gesamten Reihe greift Frankenstein zum Besen und fegt die Scherben seines letzten Versuchs zusammen, um gleich schon den nächsten zu planen, der ganz sicher nicht schiefgehen wird: eine schauspielerische Glanzleistung Cushings! Hier offenbart sich endgültig der zum immer neuen Scheitern verurteilte Wiederholungszwangstäter, der nicht sterben muss, um sich überlebt zu haben. Frankensteins letztes Opfer ist er selbst, das Experiment ist längst vom Erkenntnismittel zum Selbstzweck geworden. Kein Wunder, dass er sich in der Irrenanstalt eigentlich ganz wohlfühlt, er ist zu Hause angekommen. Schon diese – man möchte fast konstatieren: radikale – Weiterentwicklung des Barons, die in der letzten Minute des Films ihren folgerichtigen Abschluss findet, nach dem nichts mehr zu sagen bleibt, macht „Frankensteins Höllenmonster“ zu einem trotz aller Kritikpunkte würdigen Finale einer der bedeutendsten Filmreihen des Genres.

Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Anolis Entertainment / e-m-s in der Hammer-Edition auf DVD erschienen.

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