Rosemaries Baby

Originaltitel: Rosemary's Baby
Alternativtitel: Rosemary's Baby - Das zweite Gesicht
Rosemary's Baby - Im Teufelskreis
Rosemary's Baby - Satan lebt
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1968
Regie: Roman Polanski

Darsteller

Figur

Mia Farrow  Rosemary Woodhouse
John Cassavetes  Guy Woodhouse
Ruth Gordon  Minnie Castevet
Sydney Blackmer  Roman Castevet
Maurice Evans  Edward "Hutch" Hutchins
Ralph Bellamy  Dr. Sapirstein
Charles Grodin  Dr. Hill
Victoria Vetri  Terry
Hope Summers  Mrs. Gilmore
  
Genre: Okkult
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Inhalt

Was für ein Glück für das frisch vermählte Paar Rosemary und Guy Woodhouse: tatsächlich bekommen sie den Zuschlag für ihre Traumwohnung im Bramford Haus, zwar einem etwas finsteren alten Kasten, dafür aber in bester, prestigeträchtiger New Yorker Lage am Cenral Park West. Rosemary verwandelt die geräumigen vier Wände rasch in eine gemütliche helle Bleibe, während sich Guy, von Beruf Schauspieler, die Hacken nach besseren Rollen wund läuft. Schon bald wollen die Woodhouses ihre eigene kleine Dynastie gründen, somit müssen Guy derzeit Werbespots und drittklassige Theaterstücke genügen. Durch ein tragisches Unglück – die junge Terry, mit der Rosemary sich gerade anfreundete, scheint sich selbst aus dem Fenster in den Tod gestürzt zu haben – lernen die beiden ihre Nachbarn kennen, das ältere Ehepaar Minnie und Roman Castevet, bei denen Terry lebte. Rasch freundet Guy sich mit ihnen an. Rosemary hingegen erscheinen sie etwas aufdringlich und neugierig.

Plötzlich wird Guy zum Nutznießer eines merkwürdigen Schicksals: da sein Wettbewerber um ein bedeutendes Engagement unversehens und unerklärlich erblindete, erhält Guy die Zusage. Er frohlockt. Nun soll auch das Thema Familienplanung schnellstmöglich angegangen werden. So wird rasch ein romantischer Abend organisiert, feinste Gaben auf edelstem Porzellan serviert. Zum Dessert wird ein Mousse au Chocolat gereicht, dass die gute Minnie eigens zubereitet hat. Genau das scheint Rosemary aber überhaupt nicht zu bekommen, ihr wird schlecht. Sie fällt in einen tranceähnlichen Zustand und wird schließlich von schlimmsten Alpträumen geplagt, in denen Satan selber sie zu vergewaltigen scheint, während ihr Mann und die merkwürdigen Nachbarn der Sache beobachtend beiwohnen. Als sie am nächsten Morgen wie gerädert erwacht, gesteht Guy ihr, er sei am Abend zuvor ein wenig beschwipst gewesen und hätte es nicht abwarten können, so habe er eine „kleine Schändung“ an ihr vollzogen. Rosemarie ist hiervon wenig begeistert, doch als fest steht, dass sie schwanger ist, ist rasch alles Ungemach gewichen. Sie lässt sich von den Castevets überreden, statt des jungen modernen Dr, Hill die Koryphäe Dr. Sapirstein als Gynäkologen und Geburtshelfer hinzuzuziehen. Der rät Rosie von allen Pillen und „sinnlosen Büchern über Schwangerschaften“ ab, stattdessen solle sie sich nur seinem Urteil fügen und sich von Minnie Castevet Vitamintränke mixen lassen, die gesünder und zuträglicher seien als alles, was die moderne Pharmakologie hergebe. Zudem erhält sie von Minnie einen wie sie findet übel riechenden Talisman, der die Tage ihrer guten Hoffnung mit Glück segnen soll.

Doch genau das will nicht funktionieren. Fortan ist Rosemarie ständig von Schmerzen gepeinigt. Statt rundlich zu werden, wie das bei schwangeren Frauen üblich ist, nimmt sie immer weiter ab, doch Dr. Sapirstein sieht keinen Anlass zur Besorgnis. Die hingegen empfindet Hutch, ein alter Freund Rosemaries. Er beginnt wegen des Amuletts, das ein Extrakt namens Taniswurzel enthält, nachzuforschen und gerät dabei auf die Fährte von Hexen und Satansanbetern. Auch stellt sich heraus, dass das Bramford-Gebäude bereits häufiger zum Schauplatz okkulter Riten und abscheulicher Verbrechen im Namen des Höllenfürsten wurde. In Rosemary keimt allmählich der Verdacht, dass die Castevets Satansjünger sind und mit ihrem ungeborenen Baby unaussprechliche Dinge planen. Als Rosemary Guy mit dem neuen Wissen konfrontiert, reagiert dieser verärgert und schiebt es auf die Gemütsschwankungen der Schwangeren. Doch am nächsten Tag trifft den Mahner Hutch der Schlag, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nun nagt erst recht der Argwohn an Mrs. Woodhouse: steckt etwa der Göttergatte Guy selbst mit dem Leibhaftigen im Bunde? Rosemary büxt aus und begibt sich die die Obhut Dr. Hills, doch als der erfährt, dass der hoch angesehene Dr. Sapirstein an einem teuflischen Komplott beteiligt sein soll, verständigt er Guy, der Rosemary nach hause holt. Erneut versucht sie dem Ehemann und der ganzen Hexenmischpoke zu entfliehen und verbarrikadiert sich in der Wohnung, nicht wissend, dass es eine geheime Verbindungstür zu den Castevets gibt. Rosemary wird ruhig gespritzt, während der Ohnmacht bringt sie ihr Kind zur Welt.

Als sie erwacht, wird ihr erzählt, das Kind sei eine Totgeburt gewesen, sie müsse sich nun erholen und wieder zu Kräften kommen. Doch immer wieder hört sie ein Kind in der Nachbarwohnung schreien. Sie entzieht sich mit einem Trick ihren Beruhigungsmitteln und stürmt mit einem Schlachtermesser bewaffnet das Domizil der Nachbarn. Inmitten einer illustren Schar von Menschen steht eine schwarze Wiege im Wohnzimmer von Minnie und Roman. Rosemary wird willkommen geheißen, ihr wird mitgeteilt, das Jahr 1 der neuen Zeitrechnung habe begonnen. Wie stolz sie nur als Mutter sein müsse, ausgerechnet dieses Kind... Als sie in die Wiege sieht, erkennt sie, dass die Wahrheit schrecklicher ist, als alles, was sie sich je vorstellen konnte...

Kommentar

...und auch der Zuschauer erfährt erst ganz am Schluss, welcher Satansbraten hier nun das Unlicht der Welt erblickt hat, obschon man es ja eigentlich ahnen konnte. Dass das dramatische, schockierende Finale dennoch so überaus gelungen geriet, liegt vor allem an zwei Faktoren: Zum Einen an der genialen Inszenierung des Aufbaus der Ereignisse, die dich stets darüber in Unklaren lässt, ob du es hier wirklich mit Hexenspuk und Teufeleien zu tun hast oder ob alles nur der paranoiden Fantasie einer entkräfteten Schwangeren geschuldet ist, zum Anderen natürlich an der schauspielerischen Ausnahmeleistung der Hauptdarstellerin Mia Farrow. Roman Polanski tat den phänomenalen Kniff, die gesamte Aufführung so auf seine Hauptfigur Rosemary Woodhouse auszurichten, dass der Betrachter des Films die gesamte Handlung aus ihrer Sicht erfährt. Es gibt im gesamten Film also kaum eine Szene, die ohne die junge Farrow auskommt, die in ihrer Rolle aber so was von überzeugt. Am Anfang ist sie ganz die naive junge Landpomeranze, süß und hübsch. Während ihrer schmerzgeplagten Schwangerschaft verwandelt sie sich in ein gehetztes Gespenst, bleich und verzweifelt, um schließlich voller Entschlossenheit beherzt die Initiative zu ergreifen. Der Moment aber, in dem Mia Farrow vor der Wiege steht, schlägt in schauspielerischer Hinsicht alles, was sie bis dahin geleistet hat. Was sich da auf ihrem Gesicht ablesen lässt, gehört für mich zu einem der genialsten Momente der Filmgeschichte und jagt mir noch immer eine Gänsehaut den Rücken runter. Ganz großes Kino, wie man immer so schön sagt.

Tatsächlich bekommt man heutzutage manches Mal um die Ohren gehauen, Quatsch, der Film erschreckt doch inzwischen nun wirklich niemanden mehr. Jemand sagte mir sogar mal, den könne man ja am Nachmittag im Kinderkanal spielen. Der Lieblingsfilm des Menschen, von dem die Aussage stammt, ist übrigens Peter Jacksons „Braindead“. Klar, Splatterheads haben sicher ihre eigene Auffassung von Horror und Entertainment, dennoch lohnt hier ein Blick über den Tellerrand. Warum? Ganz einfach, hier kann man das Fürchten lernen, oder mit anderen Worten ausgedrückt, vielleicht noch einmal ergründen, worin denn eigentlich wirklich der Spaß, die Essenz, am Gruseln liegt! Polanski baut seinen Film keinesfalls auf blutigen Effekten auf, auf billigen Tricks, wenn man so will, er bedient die Klaviatur des Grauens anders! Über die heile Welt einer jungen Frau bricht unversehens der Schrecken herein. Am Anfang ist es nur ein Verdacht, doch je tiefer es geht, desto mehr wird es zur unentrinnbaren Erkenntnis! Je mehr Rosemary sich den Ereignissen ausgeliefert sieht, desto tiefer rutschst du auch als Zuschauer hinein. Du siehst nichts, dir passiert nichts, doch der latent unheilvollen Stimmung kannst du nicht entfliehen. Und gerade weil das so ist, spielt sich der wahre Horror nahezu ausschließlich in deinem Kopf ab, einem guten Buch sehr ähnlich, das dir schlimme Träume beschert, wenn du es vor dem Schlafen liest!

Der wahre, echte, blanke und abscheuliche Horror sollte ohnehin bald auf schrecklichste Weise die Fantasie einholen: Sharon Tate, die junge, schöne und hochtalentierte Ehefrau des Regisseurs, die im Film eine kleine Nebenrolle spielt (sie hatte sich eigentlich gewünscht, die Rolle der Rosemary Woodhouse zu spielen, doch Polanski wollte sich nicht dem Vorwurf der „Kumpanei“ aussetzen lassen, da seine Angetraute ja ein Jahr zuvor schon die weibliche Hauptrolle in seinem anderen Meisterwerk „Tanz der Vampire“ gab,) wurde ein Jahr nach den Dreharbeiten zum Opfer eines grässlichen Verbrechens. Susan Atkins und andere Mitglieder der Manson Family, einem merkwürdigen, satanischen Hippie-Kult, drangen nachts in das kalifornische Domizil des Paares Tate/Polanski ein und schlachteten die hochschwangere Schauspielerin und einige ihrer Freunde förmlich ab. Polanski selber weilte zu jener Zeit gerade beruflich in London. Ein weiteres schreckliches Verbrechen spielte sich gut ein Jahrzehnt später vor dem Eingang des Dakota Building ab, das im Film als Kulisse für das fiktive Bramford Gebäude herhielt. Der geistig verwirrte Marc David Chapmann lauerte seinem Idol John Lennon auf, der im Dakota mit seiner Frau Yoko lebte, und nahm ihm mit mehreren gezielten Schüssen das Leben. Schon war die Rede von einem Fluch, der auf dem Film läge, zumal Gerüchten zufolge der Gründer der amerikanischen Organisation Church of Satan, Anton Szandor LaVey, persönlich für die Rolle des Gehörnten in der „Traumsequenz“ vor der Kamera gestanden haben soll, was aber nicht mehr als ein Gerücht ist, welches LaVey selber geschickt unter die Leute gebracht hatte.

Was aber tatsächlich erstaunt ist die Tatsache, das die literarische Vorlage vom unlängst verstorbenen Schriftsteller Ira Levin (welcher exakt 33 Jahre nach Veröffentlichung seines Buches die Fortsetzung „Rosemarys Sohn“ herausgab, Zwinker, Zwinker) bestenfalls als mittelmäßig durchgehen kann. Wann hat man jemals einen genialen Film gesehen, der auf einem mäßigen Buch beruht? Genau, nicht wirklich oft. Auch das macht den Film zu einem Unikum, den man im Übrigen tatsächlich auch als so etwas wie die Mutter der Okkult-Schocker Welle der 1970’er Jahre mit Filmen wie „Der Exorzist“, „Das Omen“ oder „Carrie“ bezeichnen kann.

Fazit: Polanski lieferte Mit „Rosemarys Baby“ einen echten Meilenstein des phantastischen Kinos ab, ein Meisterwerk, in dem das Entsetzen auf leisen Sohlen durch ein schickes New Yorker Apartment schleicht. Die oft kammerspielartige Atmosphäre – ein Großteil des Films spielt sich tatsächlich ausschließlich in Rosemarys Wohnung ab – tut ein Übriges hinzu und vermittelt den Eindruck klaustrophobischer Beklommenheit. Das Grauen findet in der Fantasie des Betrachters statt und ist somit gleichzeitig abstrakter und diffuser wie auch fassbarer als alles, was andere Regisseure mit teuren Spezialeffekten zeigen. Jeder kennt den Horror, den ein dunkler Keller oder der nächtliche Weg aufs WC verursachen kann. Polanski macht sich genau diese unsere Urängste zunutze und konfrontiert uns damit. Genial!

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

DVD: Paramount, auch in Neuauflage sowie als Teil der 3 DVD Polanski Edition erhältlich (zusammen mit "Der Mieter" und "Chinatown", die ebenfalls beide äußerst empfehlenswert sind.
VHS: CIC in der "Golden Classics" Edition, Paramount in Neuauflage.
Super 8: Sehr seltener Dreiteiler von Marketing Film. Leider ist diese Schnittfassung schlecht gekürzt, es geht zu viel vom Film verloren.

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