Final Attack

Originaltitel: Howling VI: The Freaks
Alternativtitel: Howling VI
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  1991
Regie: Hope Perello
 

Darsteller

Figur

Brendan Hughes  Ian
Bruce Payne  R. B. Harker
Michele Matheson  Elizabeth
Sean Gregor Sullivan  Winston, der "Alligator-Boy"
Deep Roy  Toones
Christopher Morley  Carl / Carlotta
  
Genre: Werwölfe, Vampire
Sequels: Das Tier (1980)
Das Tier II (1985)
Wolfmen (1987)
Howling (1988)
Howling V (1989)
Final Attack (1991)
Howling VII (1995)
Film suchen bei: Amazon.de, eBay, OFDb, IMDb
 Deutsches Video-Cover, erschienen bei Concorde Video

Inhalt

Der sympathische junge Ian hat ein Problem: bei Vollmond verwandelt er sich in einen Werwolf. Der undurchschaubare Mr. Harker (!), seines Zeichens Besitzer einer Freak-Show, hat ebenfalls ein Geheimnis: in Wirklichkeit ist er nämlich ein Vampir. Und ein Werwolf hat ihm gerade noch gefehlt - also wird Ian eingefangen und in einen Käfig gesperrt, um als neue Hauptattraktion in Harkers „World of Wonders“ aufzutreten. Das funktioniert sogar ohne Vollmond, denn mittels eines Amuletts und einiger Beschwörungsformeln hat Harker die Macht, den jungen Mann jederzeit zur Verwandlung zu zwingen.
Aber wie sich herausstellt, sind sich die beiden schon einmal über den Weg gelaufen – als Ian noch ein Kind war, hat ein Vampir seine ganze Familie ausgelöscht und offenbar ihn selbst (wie genau, und warum, kommt allerdings nie so ganz heraus) mit dem Werwolf-Fluch belegt. Seitdem ist Ian auf der Suche nach diesem Vampir, um Rache zu nehmen – und natürlich handelt es sich dabei um niemand anderen als Harker.
Es kommt, wie es kommen muß: großer Showdown zwischen Werwolf und Vampir...

Kommentar

Für alle, die gute Werwolffilme mögen, gibt es eine reiche Auswahl, von Chaneys „Wolfsmensch“ über „American Werewolf“ und von mir aus auch „Das Tier / The Howling I“ bis zu „Ginger Snaps“ etc.
Für diejenigen, die gerne gute Semi-Horror-Filme über Freakshows sehen, gibt es Tod Brownings „Freaks“ oder David Lynchs „Elefantenmensch“.
Für jeden, der gerne Vampire im Zirkus sieht, gibt es „Circus der Vampire“.
Für die Fans von Vampir-versus-Werwolf-Streifen gibts immerhin noch „Return of the Vampire“, „Nacht der Vampire“ oder „Underworld“.
Für die Liebhaber von Werwolffilmen im Freakshow-Milieu gibt es „Wolf Girl“.
Und für wen ist dann „Howling VI: The Freaks“?
Naja, für diejenigen, die alle diese Subgenres gleichzeitig sehen wollen und einfach nicht genug kriegen können und unbedingt alles gesehn haben müssen...

Zunächst einmal: Mit Joe Dantes Original „Das Tier“ / „The Howling“ hat dieser Streifen nicht das geringste zu tun. Weder in der Handlung noch in der Besetzung oder in den Special Effects. Warum der Film als Sequel verkauft werden mußte? Ehrlich gesagt, ich hab keine Ahnung.
Man muß also „The Howling“ nicht kennen, um „The Howling VI“ inhaltlich folgen zu können – aber das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil, es ist schlicht irrelevant. Der Film plätschert über weite Strecken einfach nur sterbenslangweilig dahin.
Angeblich (nach Meinung mancher Fans) ist dies trotzdem das beste Sequel aus der „Howling“-Reihe – was wohl bedeutet, daß man sich die anderen schon gar nicht antun muß.
Man mag zu Joe Dantes Film stehen, wie man will, aber eins dürfte wohl unbestritten sein: die Effekte sind nicht übel. Nichts davon in „The Howling VI“ – der Film wurde billigst direkt für den Videomarkt gedreht, die Werwolf-Maske ist eine der schwächsten, die ich je gesehen habe, und die Vampirmaske, die an Reggie Nalder in „Salem’s Lot“ erinnert, ist auch nicht wesentlich besser.
Die Dialoge sind teils gestelzt, teils banal, die Schauspieler können nicht spielen, die Synchronsprecher nicht sprechen. Brendan Hughes (der auch in den Vampirstreifen „To Die For“ und „Sundown“ mit von der Partie sein durfte) liefert die langweiligste „Ich-will-eigentlich-gar-kein-Werwolf-sein“-Performance ever.
Immerhin, in einer „Klein“-Rolle ist auch Deep Roy dabei, vielbeschäftigter kleinwüchsiger Fantasy-Darsteller (etwa „Die unendliche Geschichte“ oder mehrmals bei Tim Burton). Und (größter Pluspunkt des Streifens) – Bruce Payne (hauptsächlich bekannt als Gegenspieler von Wesley Snipes in „Passagier 57“) macht seine Sache als vampirischer Zirkusdirektor gar nicht mal so übel!
Negativ stößt dagegen wieder ein andrer Punkt auf: zwar versucht das Drehbuch ansatzweise, Sympathie für Außenseiter zu wecken, indem er seine Freaks mit engstirniger hinterwäldlerischer Kleinstadt-Mentalität konfrontiert. Aber er macht seinen eigenen Ansatz leider gleich wieder selbst dadurch zunichte, daß er die meisten Attraktionen seiner Freakshow (darunter Kleinwüchsige, Transsexuelle oder blutrünstige Schwarze) als bösartige, perverse Monster präsentiert und somit eigentlich allen abschätzigen Klischees recht gibt. (Ausnahme ist lediglich die Figur des „Alligator-Boy“: ein mißgestalteter Junge mit Schuppenhaut, der hier im Zirkus zum ersten Mal soetwas wie eine Heimat zu finden hofft.)

Dasselbe Thema hat zehn Jahre später wesentlich erfolgreicher Thom Fitzgerald in „Wolf Girl“ aufgegriffen - mit Victoria Sanchez (als Wolfmädchen) und Tim Curry (als Zirkusdirektor), allerdings ohne Vampire. „Wolf Girl“ ist eine definitiv sehenswerte und originelle Werwolf-Variante, und kommt in der zutiefst humanistischen Behandlung des Außenseiter-Themas schon nahe an Brownings „Freaks“ heran. (Die Art, wie der/die Transsexuelle beim ersten Auftritt mit dem Song präsentiert wird, hat „Wolf Girl“ – hier wird die Figur von Grace Jones gespielt - sich allerdings offensichtlich bei „Howling VI“ abgeschaut!)

Bewertung:
Für Bruce Paynes Vampir-Performance, für die nicht gänzlich unoriginelle Grundidee und für eine nette Verwesungssequenz könnten immerhin noch wir ca. eineinhalb Schädel vergeben. Das geht aber leider nicht, deswegen vergeben wir nur 1 Schädel.

Filmreview von: Seward / Alle Reviews von Seward

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist ungekürzt bei Marketing Film unter dem Originaltitel auf DVD erschienen (Cover siehe hier). Best Entertainment veröffentlichte ihn ebenfalls unter dem Originaltitel sowohl gekürzt als auch ungekürzt auf DVD (Cover siehe hier). Die DVD von Best Entertainment ist übrigens eine Frechheit: Bildqualität unter aller Sau - "Master" war offenbar irgendeine eher schlecht abgelagerte VHS-Kopie, mit sämtlichen Störstreifen und sonstigen Fehlern, die man sich vorstellen kann, auch die Tonqualität läßt zu wünschen übrig (zu leise aufgespielt, ziemlich dumpf, mit merkwürdig sprunghaften Stereo-Effekten). Sprachauswahl und Untertitelwahl: nada, nur deutsche Tonspur. Extras: lediglich ein paar Texttafeln mit den Kurzbios einiger Mitwirkender. Nicht mal die am Cover versprochene Trailershow gibts wirklich.

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