Blood & Chocolate - Die Nacht der Werwölfe
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Inhalt
Bukarest in unserer Zeit. Seit 5000 Jahren leben Werwölfe (sie selbst nennen sich Loups-Garous) unerkannt unter uns Menschen. Sie sind in Rudeln organisiert, pflegen ihre eigene Kultur, gelegentlich spielen sie sich als Privatpolizei auf und machen Jagd auf Kleinkriminelle, ihre wichtigsten selbstauferlegten Gebote aber lauten: nur in der Gruppe jagen, niemals im Alleingang - und um jeden Preis unentdeckt bleiben!
Gabriel ist Anführer eines solchen Rudels. Alle sieben Jahre, so will es die Tradition, wählt sich der Rudelführer eine neue Gefährtin. Also ist Astrid, die bisherige Mätresse vom Dienst, abgeschrieben, Gabriels Wahl fällt auf Astrids Nichte Vivian, eine Waise, deren Eltern vor Jahren von menschlichen Jägern abgeschlachtet wurden. Vivian allerdings verdrängt die wölfische Seite ihres Wesen und hat sich deshalb nie wirklich ins Rudel integriert, und Gabriels nächstes Spielzeug will sie erst recht nicht werden. Außerdem ist sie gerade dabei, sich zu verlieben - in Aiden, einen Comiczeichner, der von Werwölfen fasziniert ist und dessen Geschichten sich immer wieder um den Mythos vom Loup-Garou drehen.
Zurückweisung durch ein Weibchen aber kann Alphamännchen Gabriel nicht dulden. Außerdem wäre es eine Katastrophe für das Rudel, wenn ein normaler Mensch vom Geheimnis der Werwölfe erführe, zu oft standen sie schon kurz vor der Ausrottung. Und man fürchtet, Vivian könnte zur Verräterin werden. Diese Liebe muß also unter allen Umständen verhindert werden.
Und auch Rafe, der leicht psychotisch veranlagte Sohn von Gabriel und Astrid, hat seine eigenen Pläne und heftet sich im Alleingang auf die Spur von Aiden - womit er allerdings gegen eine der Grundregeln der Gruppe verstößt.
Die Jagd ist eröffnet...
Kommentar
Im Grunde ist "Blood & Chocolate" sowas wie "Underworld" ohne Vampire. Basis: die gute alte Romeo & Julia-Story; hier: Bukarest, da: Budapest, hier: Werwolfmädchen verliebt sich in Normalsterblichen, obwohl das verboten ist und der Rudelführer sie für sich beansprucht - dort: Vampirmädchen verliebt sich in werwolfinfizierten Normalsterblichen, obwohl das verboten ist und der Clanführer... Außerdem weisen die Oberwölfe in beiden Filmen eine erstaunliche Ähnlichkeit miteinander auf, bis hin zur Barttracht! (Alles nicht ganz überraschend, immerhin zeichneten die Produzenten Robert Bernacchi, Anja Stadelmann und Tom Rosenberg ja auch für Underworld verantwortlich!)Was will uns der Filmtitel wohl sagen? Sonderlich blutig wirds jedenfalls nicht, und die Funktion der Schokolade beschränkt sich auch darauf, daß die Heldin in einer kleinen Schokomanufaktur jobbt. (Ach übrigens, wie war das denn gleich nochmal mit dieser EU-Blutschokolode aus den Ex-Ostblockländern?)
Aber wahrscheinlich ist das wohl symbolisch gemeint: "Blut" für das wilde Tier in uns, "Schokolade" für die Liebe... Und dann gibts da auch noch ein Zitat aus dem Steppenwolf von Hermann Hesse, auf den sich der Film beruft und das ungefähr so geht: "Ich hasse den Geschmack von Blut und Schokolade in meinem Mund - eines so widerlich wie das andere..."
Von "widerlich" kann bei dem Streifen keine Rede sein, das ganze ist schon recht schmackhaft zubereitet. Trotzdem fehlt irgendwie der letzte Kick. Man hat das Gefühl, der Film hört schon wieder auf, bevor er überhaupt so richtig losgestartet ist. Schlußshowdown und aus, zurück bleibt ein leicht schaler Geschmack im Mund - das soll schon alles gewesen sein? (Aber wahrscheinlich scharrt da eh schon wieder eine Fortsetzung in den Startlöchern...)
Gruselig ist das Ganze jedenfalls nicht sonderlich - eher Melodram als Horrorfilm. Das muß ja auch nicht das Schlechteste sein; aber dafür wiederum bleiben die Figuren leider ein bißchen zu flach, um wirklich zur Identifikation einzuladen.
Die Schauspieler schlagen sich wacker, herausragende Leistungen sind aber auch nicht zu verbuchen. Die Rolle von Katja Riemann - Lieblingsdarstellerin der Regisseurin, etwa in "Bandits" - hätte vielleicht Potential gehabt, hat aber schlicht und einfach zu wenig Szenen, um wirklich viel draus machen zu können. Ihr Selbstmord wurde sogar nachträglich wieder aus dem fertigen Film herausgeschnitten. (Auch Katja-von-Garnier-Spezi Jasmin Tabatabai darf übrigens einmal kurz als Barsängerin im Bild erscheinen.)
Großer Pluspunkt ist aber auf jeden Fall die Atmosphäre, sowohl Kamera wie auch Musik sorgen für etliche Highlights. Der Schauplatz Bukarest wird teilweise richtig spannend in Szene gesetzt. Wer auf östliches Flair steht, wird hier gut bedient.
Viel neues bietet "Blood & Chocolate" dem Werwolf-Connaisseur nicht. Eine angenehme Abwechslung ist immerhin die überraschend positive Art, wie die Subkultur der Werwölfe hier gezeichnet ist. Da hätte man gern etwas mehr erfahren, leider geht der Film da nicht so richtig in die Tiefe. Ungewöhnlich und schön jedenfalls die optische Lösung der Transformation. Das geht nicht so goremäßig wie üblich vonstatten, mit aufplatzender Haut und viel Heulen und Zähneklappern etc., sondern richtig poetisch, ein bißchen esoterisch angehaucht, sozusagen "wie im Flug" - und vermittelt zumindest eine Ahnung davon, daß die Verwandlung in einen Wolf nicht nur Horror, sondern genauso auch Befreiung bedeuten kann!
Schön auch, daß als Werwölfe keine CGI-Creatures, sondern echte Wölfe zum Einsatz kommen.
Die Jagdszenen sind jedenfalls recht spannend und wahrscheinlich, im Nachhinein betrachtet, das Element von "Blood & Chocolate", das am ehesten im Gedächtnis haften bleibt.
Aber woher eigentlich hat ein hundsnormaler Comiczeichner plötzlich die körperliche Power, gleich mehrmals im Kampf gegen einen wütenden Werwolf siegreich zu bleiben, einmal sogar gegen eine ganze Horde? (Ich hatte ihn zwischenzeitlich deswegen sogar im Verdacht, selber ein verkappter Loup-Garou zu sein!)
Und warum eigentlich ziehen sich die Werwölfe vor der Verwandlung die Hemden aus, verwandeln sich dann inklusive der Hosen - und sind dann aber nach der Rückverwandlung entweder ganz nackt oder ganz bekleidet? Und eines muß hier jetzt doch endlich mal klargestellt werden: In einem echten Wolfsrudel gibt es ein Alphamännchen und ein Alphaweibchen, die beide das Rudel gemeinsam und gleichberechtigt anführen. Eine Loup-Garou-Kultur, in der ein männlicher Leitwolf die alleinige Verfügungsgewalt über alle Weibchen hat, ist wohl doch eher von menschlicher und nicht von wölfischer Kulturtradition geprägt... Erstaunlich, daß hier eine weibliche Regisseurin dazu beiträgt, diesen Mythos vom (Wer-)Wolf als Sinnbild männlicher Stärke und Dominanz weiter zu zementieren. (Daß auch Werwölfinnen es durchaus "draufhaben", zeigt sich ja bei Ginger Snaps!)
Im Prinzip aber zieht sich die deutsche Regisseurin durchaus ganz anständig aus der Affäre. Und wie gesagt, so richtig schlecht ist das alles ganz und gar nicht - irgendwas fehlt halt. Vielleicht ist der Film einfach eine Spur zu brav?
"Blood & Chocolate" ist gutgemachter Mainstream-Romantic-Horror - sehr viel mehr aber leider nicht. Schokolade ohne Biß - schmeckt gut, klebt aber nachher etwas an den Zähnen...
Filmreview von: Seward / Alle Reviews von Seward
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist auf deutsch bei Kinowelt Home Entertainment erschienen - mit vielen Extras und angeblich ungekürzt.
Filmbewertung
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Valemont - Die komplette Serie
Stand: 10.02.2012 14:46:35 |
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Weitere Kommentare zum Film
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| Berti, 07.02.08 |
| Dieser Film hat mir sehr gut gefallen obwohl er nicht der typische Werwolf- Schocker mit Fress- und Splatterszenen ist. Vom Blutgehalt direkt harmlos, geht es hier hauptsächlich um die Liebesbeziehung des Wolf- Mädchens zu dem Menschen. Der Film erinnert wirklich an Underworld- ist aber wesentlich harmloser. Die Story ist sehr gut, die die Verwandlung von Mensch zum Wolf- ist mit der richtigen Musik- und in Zeitlupe- super gut gelungen. Die Schauspieler tragen alle sehr zum Gelingen des Filmes bei und der Schluss ist auch ganz nett. Den Eindruck- dass hier trotzdem "irgendwas" gefehlt hat, vor allem bei der Schlussszene mit dem Auto wo sich alle davor verbeugten... ....hatte ich allerdings auch, deshalb nur 4 Punkte, die für mich persönlich aber fast schon wie ein 4,5 daher kommen. 9/10 |
| Zoltan, 09.02.08 |
| Unter der Regie der deutschen Regisseurin Katja von Garnier (Bandits) entstand dieser ungewöhnliche Werwolffilm, in dem es um die verbotene Liebe zwischen einer Werwölfin einem Menschen geht. Hierbei spürt man deutlich die weibliche Hand der Regisseurin am Lenkrad, der Film setzt nicht auf blutige Horrorszenen sondern auf ästhetische Aufnahmen mit warmen Tönen und entsprechender, musikalischer Untermalung. Die Werwölfe werden nicht als blutrünstige Bestien dargestellt, sondern als liebevolle Wesen, die sich vor den Menschen verstecken müssen, um überleben zu können. Die hübsche Hauptdarstellerin, Agnes Bruckner (Venom - Biss der Teufelsschlangen), macht ihre Sache sehr gut und legt viel Gefühl in Ihre Rolle, ebenso wie Hugh Dancy (King Arthur, Basic Instinct - Neues Spiel für Catherine Tramell) einen guten Romeo abgibt. Der Rudelführer wird durch Olivier Martinez (Semana Santa) wirklich herrlich verkörpert, seine Ausstrahlung hier ist wahrlich animalisch. Als deutsche Unterstützung holte sich die Regisseurin Katja Riemann (Nur aus Liebe) mit ins Board. Die Werwölfe werden hier durch echte Wölfe dargestellt, die Transformation zum Wolf erfolg in einem eleganten Sprung und wurde mittels CGI ansprechend umgesetzt. Fazit: Wenn die Frau einen Schnulze sehen will und der Mann lieber einen Horrorfilm, ist diese romantische und unterhaltsame Horror-Liebesgeschichte der optimale Kompromiss. |
| Gruselmonster, 22.05.11 |
| Ich finde, die Originalkritik trifft es ziemlich gut. Alles in allem fand ich den Film nicht schlecht. Sehr gut hat mir die Darstellung der Wölfe gefallen. Dass sie aussehen wie echte Tiere, macht sie in meinen Augen nicht nur ästhetischer, sondern auch wesentlich eindrucksvoller als die unproportionierten Ganzkörper-Fellanzüge, die sonst zum Einsatz kommen, von CGI-Missgriffen mal ganz zu schweigen. Allerdings war ich offen gestanden auch ein wenig enttäuscht, denn ich hatte hier mehr Horror erwartet. Es ist keinesfalls so, dass ich auf blutige Splattereffekte stehe, im Gegenteil, aber hier hätte man für mich die Spannungsschraube auch locker ein bisschen andrehen können. So bleibt es tatsächlich irgendwie beim Drama. Meiner Meinung nach schon ein Film, den man sich gut ansehen kann, ohne es zu bereuen, aber irgendwie wäre mehr Potential für einen noch spannenderen Film drin gewesen, finde ich. |
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