Nekromantik
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Inhalt
Rob arbeitet bei der Firma Joe's Säuberungsaktion, wo er Leichen und Leichenteile von Unfallplätzen beseitigt. Zusammen mit seiner Freundin Betty sammelt er Leichenteile, die er heimlich von der Arbeit mitbringt und in Einweckgläsern aufhebt. Als er eines Tages eine stark verweste Leiche mitbringt, leben beide ihre nekrophile Leidenschaft mit der Leiche aus. Als Rob seinen Job verliert und Betty mit der Leiche abhaut, bricht für Rob die Welt zusammen und ...
Kommentar
Ich hatte bereits einiges von Nekromantik gehört und gelesen und ging mit eher gemischten Gefühlen an den Film heran, als er am 4.1.2008 beim geheimnisvollen Filmclub Buio Omega vorgeführt wurde. Nachdem der Regisseur Jörg Buttgereit (Gazorra - Die Bestie aus dem Erdinnern) zuvor einiges zum Film und seinem neuen, gleichnamigen Buch sagte, ging dann der Vorhang auf und die letzte, existierende 35mm Kopie wurde vorgeführt (der Film selbst wurde auf Super 8 gefilmt). Allen Erwartungen zum Trotz hat mich der Film wirklich begeistert. Die Story handelt wie der Titel andeutet natürlich über Nekrophilie. Ein Pärchen lebt seinen verbotenen Fetisch mit einer bereits stark verwesenden Leiche exzessiv aus. Der Film ist aber nicht unbedingt auf Effekthascherei aus, der ganze Film wird sehr ernst vorgetragen und die Sexszenen könnte man sogar fast schon als romantisch bezeichnen, wäre einer der Beteiligten nicht am verwesen gewesen. Die Leiche sieht überzeugend aus und wenn man bedenkt, dass diese nur 350,- DM gekostet hat, ist sie wirklich als Meisterleistung zu bezeichnen. Der Film bricht einige Tabus und kann auf jüngere Menschen sicherlich verstörend wirken, so dass er auch Probleme mit der Zensur bekam, da der Film aber als Kunstfilm anerkannt ist, ist er weder indiziert noch beschlagnahmt. Auch wenn der Film einige sehr derbe Szenen hat und eine Tiertötungsszene enthält, wo ein Kaninchen getötet und gehäutet wird, würde ich ihn nicht als Splatterfilm bezeichnen. Ein weiterer Pluspunkt ist die wirklich gelungene Filmmusik, die oftmals die ganze Atmosphäre trägt und den Film enorm aufwertet. Auch sieht man den Film nicht an, dass er fast ohne Budget und ohne Drehbuch entstand. Auch das Bild kann überzeugen, da er auf Super 8 gedreht wurde, zeigt er die typischen Charakteristika eines Celluloidfilms und wirkt nicht wie eine billige Video-Amateurproduktion. Der Film ist sicherlich nicht für jeden geeignet, was auch gut ist, wer sich aber auf den Film einlässt und mit der Thematik umzugehen vermag, wird positiv überrascht sein.Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Veröffentlichungen
Der Film wurde bereits in mehreren Auflagen von Manfred Jelinski und Jörg Buttgereit auf DVD herausgebacht und wird über Ihre Webseite vertrieben.
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