Die Wespenfrau
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Inhalt
Janice Starlin ist seit 16 Jahren die Frontfrau ihrer Kosmetikfirma, doch auch sie ist älter geworden, was ihr gar nicht gefällt. Der Wissenschaftler Dr. Zinthorp hat ein Serum von Wespenköniginnen entwickelt, welches nicht nur den Alterungsprozess aufhält, sondern ihn umkehrt. Dieser Extrakt wurde bisher nur an Tieren getestet, doch Janice injiziert sie sich das Serum. Das Mittel wirkt wie ein Wunder, sie sieht wieder aus wie 23, doch das Wundermittel hat auch Nebenwirkungen. Sie verwandelt sich zeitweise in eine riesige, tödliche Wespenkönigin und ...
Kommentar
Die 50er Jahre waren die Blütezeit der amerikanischen Monsterfilme und brachte zeitlose Klassiker wie Panik in New York (1953), Formicula (1954), Der Schrecken vom Amazonas (1954) und Tarantula (1955) hervor. B-Movie Legende Roger Corman, der sowohl als Regisseur und Produzent sehr aktiv war und bis heute aktiv ist (er produzierte bisher über 380 Filme), war in den 50er Jahren natürlich auch im Monstergenre fleißig und steuerte hier unterhaltsame Filme wie Ausgeburt der Hölle (1955), "It Conquered the World" (1956) und "Attack of the Crab Monsters" (1957) bei, die allesamt Trashgranaten sind und auch heute noch ihre Fans haben.1958 erschien Die Fliege mit Vincent Price, wo sich ein Mensch durch einen fehlgeschlagenen Teleportationsversuch, wo Mensch und Fliege miteinander vereint werden, in eine Fliege verwandelt. Hierdurch inspiriert entstand 1959 Die Wespenfrau.
Im Auftrag der in die Jahre gekommenen Janice Starlin, die seit etlichen Jahren Frontfrau und Aushängeschild einer Kosmetikfirma ist, entwickelt der dubiose Wissenschaftler Eric Zinthrop ein Serum, welches er von Wespenköniginnen gewinnt, und an Tieren positiv getestet wurde. Von ihrer einstigen Schönheit besessen wagt Starlin einen Selbstversuch, der zunächst alle Erwartungen übertrifft. Sie erstahlt erneut in der Blüte ihrer Jugend, doch wie wir aus unzähligen Filmen wie Comtesse des Grauens (1971) und Herrscherin der Wüste (1965) wissen, hat so ein Jungbrunnen auch immer seinen Preis. Hier verwandelt sich die hübsche Maid wie ein Werwolf zeitweise in eine gigantische und todbringende Wespe. Die Wespenfrau, die von Susan Carbot gespielt wird, zeigt sich erst spät zum Ende hin und tragt mit das lächerlichste Monsterkostüm, was je auf Celluloid gebannt wurde. Anstatt Angstschweiß im Nacken treibt einem dieses Outfit Lachtränen in die Augen, ein Fest für alle Trashfans.
Roger Corman drehte den Film in schwarzweiß innerhalb einer Woche in Los Angeles ab. Dass das Budget von ca. 50.000 US-Dollar zu gering angesetzt wurde, fällt stark auf, so dass er deutlich zu textlastig ist und ohne Action und nennenswerte Spezialeffekte auskommt. Die Darsteller sind dennoch bestrebt das Beste draus zu machen und wirken redlich bemüht. Film-Veteran Michael Mark, der meist aus kleineren Rollen bekannt ist, bereits bei Klassikern wie Frankenstein (1931), Casablanca (1942) und "Die zehn Gebote" (1956) mitwirkte und im selben Jahr bei Die Rückkehr der Fliege (1959) zu sehen ist, spielt seine Rolle als Mad-Scientist sehr überzeugend. Aber auch Susan Cabot, die zuvor mit Roger Cormen bei "Aufruhr im Mädchenwohnheim" (1957), "The Saga of the Viking Women and Their Voyage to the Waters of the Great Sea Serpent" (1957) und "Planet der toten Seelen" (1958) zusammen arbeitete und hier in ihrem letzten Spielfilm mitwirkt, kann sich sehen lassen, ihre Ausstrahlung passt zum Charakter, auch wenn sie zeitweise in leichtes Overacting verfällt. Bei der Schlussszene wird sie mit einer Säureflasche (gefüllt mit Wasser) beworfen, die sie am Kopf getroffen hat, was ziemlich schmerzhaft war und so nicht geschehen sollte.
Die Musik kommt aus der Feder von Fred Katz. Teile des Soundtracks wurden bei Cormans vielleicht bekanntestem Film Kleiner Laden voller Schrecken (1960) nochmals verwendet.
1959 waren Themen wie Schönheitschirurgie noch kein Thema, aber schon hier war man davon fasziniert, ein einfaches Mittel zu verkaufen, welches die natürlich Alterung aufhält oder sogar umkehrt. Ein Versprechen, was auch heute noch in der Werbung großformatig angepriesen wird. Und dass solche Wundermittel und chirurgische Eingriffe auch im realen Leben eine Schattenseite haben, sieht man an dem unlängst verstorbenen King of Pop Michael Jackson. Und was lernen wir daraus: Man sollte der Natur nicht ins Handwerg pfuschen.
"The Wasp Woman" wurde 1959 bereits fertig gestellt und gezeigt, die offizielle, amerikanische Kinopremiere war jedoch erst am 12. Februar 1960, wo er auch unter dem Namen "The Bee Girl" und "Insect Woman" bekannt ist. Um für die Fernsehauswertung eine etwas längere Laufzeit zu erhalten, wurde zwei Jahre später ein neuer Prolog unter der Regie von Jack Hill gedreht. In Deutschland ist er nie ins Kino gekommen. Seine Deutschlandpremiere feierte er am 20. März 1978 im WDR.
1995 drehte Jim Wynorski, der mit Filmen wie "Das grüne Ding aus dem Sumpf" (1989) Vampirella (1996) und Raptor (2001) ebenfals im B-Movie Sektor bewandert ist, unter dem Titel Forbidden Beauty - Das Experiment ein Remake, welches ebenfalls von Roger Corman produziert wurde. Bereits 1988 drehte Wynorski für Corman mit "Der Vampir aus dem All" ein Remake zu Cormans Science-Fiction-Vampirfilm "Gesandter des Grauens" (1957), frei nach dem Motto: Was sich einmal gut verkauft hat, geht auch noch ein zweites mal weg.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der film ist bei Ostalgica auf Englisch mit deutschen Untertiteln auf DVD erschienen.
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