Die Nacht der reitenden Leichen
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Inhalt
Während eines Ausfluges kommt es zwischen Virginia, ihrem Freund und einer Freundin zum Streit, der Virginia dazu veranlasst, sich von der Gruppe zu trennen und die Nacht in einer alten, abgelegenen Klosterruine zu verbringen. Was sie nicht ahnt: die Klosterruine und ihre Umgebung gilt bei Einheimischen als verflucht. Denn vor hunderten von Jahren wurde dort eine Gruppe satanischer Templer auf bestialische Weise hingerichtet.
Unglücklicherweise hat das mit der Hinrichtung nicht viel gebracht, denn die Templer stecken immer noch voller Leben und gehen genau wie zu besten Zeiten auf die Jagd nach dem Blut junger Frauen und Männer ...
Kommentar
Romero zeigte 1968, wie gruselig Tote sein können, die aus ihren Gräbern schleichen und Menschen beißen. Die Spanier wollten das Ganze toppen und ließen die Leichen reiten!!! Also ab und zu, denn dass mit den reitenden Leichen (Betonung auf „reitenden“) ist sicherlich nicht das Hauptaugenmerk des Films. Geritten wird nämlich nur recht wenig, aber der US-Titel „Night of the Blind Dead“ war dem deutschen Verleih wohl nicht reißerisch genug. Aber so ist das ja oft. Bis auf diese Kleinigkeit bekommt man aber genau das, was man von einem solchen Filmchen erwartet, sofern die Erwartungen nicht allzu hoch sind.Begonnen wird mit nerviger Musik und einigen Aufnahmen von alten Gemäuern, danach werden die drei Hauptfiguren eingeführt und bei mir stellte sich Langeweile ein. Diese hielt sich aber nicht lange und schlug schnell ins großes Interesse gegenüber dem Film um. Schon nach der ersten (etwas schleppenden) Viertelstunde wird der Film extrem unterhaltsam!
Die Darsteller fahren mit einer Lokomotive, die selbst zur Entstehungszeit des Films schon uralt gewesen seien durfte, und fangen an sich gegenseitig auf den Sack zu gehen. Wie es so üblich ist, springt die junge Virginia aus dem fahrenden Zug (der von jedem Fußgänger locker überholt werden kann), um den Turteleien zwischen ihrem Freund und einer Freundin zu entgehen. Vom Zug aus geht es direkt zu dem einzigen Gebilde, das weit und breit zu sehen ist: einer alten Klosterruine. Diese wird von Virginia ausführlich erkundet und danach als Schlafplatz genutzt. Wie eigentlich immer in solchen Horrorfilmchen, dauert es nicht lange, bis sich das Grauen aus der Gruft erhebt. Was hier gruselig wirken soll, ist aber unfreiwillig komisch geraten und für jeden Trashfan eine Freude.
Die Pappmasche-Grabsteine und Kreuze werden von unbeweglichen Skeletthänden (sehen aus, als ob man die aus Holz geschnitzt hätte) zur Seite geschoben und machen den Weg frei für dreckige, lange Kutten, in denen Darsteller mit Totenkopfmasken stecken. Das wirkt anfangs genau so billig wie es wahrscheinlich auch war, ist aber später unheimlich effektiv. Der Film schafft es tatsächlich stellenweise eine gruselige Atmosphäre aufzubauen und das hätte ich ihm anfangs wirklich nicht zugetraut.
Die Szenen, in denen die Leichen durch die Ruinen reiten/schleichen, erzeugen sogar eine ganz leichte Gänsehaut. Hier funktioniert das Zusammenspiel aus guter Kulisse, trashigen Effekten und dem geschickten Spannungseinsatz für eine tolle „Old School Atmosphäre“.
Für mich genau so wichtig wie der ständige Einsatz der lebenden Leichen ist natürlich auch der Goregehalt. Klar, bei einem solchen Gruselschinken kann man keine richtigen Splatterexzesse erwarten, aber so ein bisschen was bekommt man doch geboten. Immer wenn die Leichen zubeißen, fliest ein wenig Blut aus den kreischenden Opfern und ein zwei etwas explizitere Szenen darf man auch bestaunen. Also insgesamt kann man sagen, dass die blutigen Einlagen in ihrer Härte und Häufigkeit gut zum Rest des Films passen.
Zugute halten sollte man den Machern auch, dass sie ein gutes Auge für die Darstellerwahl hatten. Auch wenn nicht alle schauspielerische Glanzleistungen ablegen, sind sie doch alle OK und passen gut in ihre Rollen. Außerdem ist Virginia in ihren Hot Pants auch heute noch ein Hingucker. Das war den Machern aber wohl nicht genug, so dass man noch ein wenig seichte Erotik einbauen musste. Neben einer kleinen Lesbenszene hat man eine Schlampe eingebaut, die ständig nur Sex will und pausenlos blöde Sprüche ablässt. Unnötigerweise wurde noch eine Vergewaltigungsszene eingebaut, bei der mir nicht klar ist, warum diese sich im Film befindet.
Wie es sich gehört, steigert sich der Film bis zum Ende hin immer weiter und bietet ein tolles Finale.
Fazit: Dieser kleine Klassiker bietet eine tolle Atmosphäre, trashige Effekte, gute Schauspieler sowie einen guten Schuss Blut. Ich hatte viel Spaß.
Filmreview von: erik / Alle Reviews von erik
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in vielen verschiedenen Auflagen auf DVD und Blu-ray erschienen. Die FSK 16 Fassungen sind über 11 Minuten gekürzt. Interessant ist aber, dass der Film in seiner ungeschnittenen Version trotz SPIO/JK Freigabe nie indiziert wurde und deshalb noch frei verkäuflich ist.
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