Anonymus
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Inhalt
War Shakespeare wirklich der Verfasser seiner Werke, wie sie uns heute bekannt sind? War es nicht Edward de Vere, ein erfolgloser Edelmann, der aufgrund seiner Platzierung im Adels-Hause seine Leidenschaft zur Poesie geheim halten musste? Als er einen Ableger für seine Werke findet und unter dessen Namen veröffentlicht, werden seine Theater-Aufführungen schon bald darauf gefeiert und sorgen im britischen Königshaus für Aufruhr. Neue Verschwörungen werden in die Welt gesetzt und es kommt zu einem großen Aufstand der Adligen ...
Kommentar
Nach seinen letzten beiden Werken 2012 und 10.000 BC dreht Emmerich das Erzähltempo in „Anonymus“ deutlich runter und konzentriert sich in guten zwei Stunden Laufzeit mehr auf seine Charaktere und deren Konflikte untereinander. Von dem guten Trailer und der gegebenen Thematik, ob Shakespeare nun ein Betrüger war, findet sich im Film leider nicht allzu viel wieder. Man verfolgt die Geschichte bis zu einem gewissen Punkt und ab dann wiederholt sich der Ablauf stets, was sich nicht gerade positiv beim Zuschauer bemerkbar macht. So kann es schon mal vorkommen, dass einem die gleichen Schauplätze und der immer monotone Ablauf bereits nach der ersten Hälfte auf die Nerven geht.Im Gegensatz zur mangelnden Abwechselung überhäuft uns Emmerich mit einem Cast, den der Zuschauer in mehreren Zeitsprüngen im Kopf behalten soll. Es werden viel zu viele Charaktere mit in die Story eingebracht und man sollte sich bereits in den ersten Minuten jede Figur und jeden Namen merken, sonst tut man sich im weiteren Verlauf schwer. Problem an der Sache ist, dass man hier eine Nebengeschichte einbauen will, nämlich einen Krieg bzw. Aufstand im Adelshaus, der erst gegen Ende wirklich mit der Story zusammenarbeitet. Noch viel schlimmer, diese Story nimmt überhand und stellt den Shakespeare unbewusst in den Schatten. Nachdem man nun keinen Durchblick mehr hat, sich an Shakespeares Auftreten sattgesehen hat und die Adels-Geschichte einem nicht vom Hocker haut, steuert man doch auf ein einigermaßen gelungenes Ende zu. Gute Schauspieler und ein bombastischer Soundtrack bringen mir persönlich recht wenig, wenn mich der Streifen nicht überzeugen kann, auch wenn hier sehr gute Arbeit geleistet wurde.
Fazit: Ich wollte eigentlich wissen, ob Shakespeare laut Film ein Betrüger war, gut, dass weiß ich jetzt. Aber was Emmerich aus der Story gemacht hat, hätte man locker auf 90 Minuten kürzen können, stattdessen gibt es Konflikte im Adelshaus zu begutachten, die mit dem berühmten Dichter relativ, nicht gänzlich wenig am Hut haben. Ich habe mich nach der zweiten Hälfte eigentlich nur noch gelangweilt und Lust mir den Film eines Tages mit Audiokommentar anzusehen oder im Netz nach Klarheit zu recherchieren, nein, dafür hat mich der Film einfach zu wenig gepackt. Im Deutsch-Unterricht würde man sagen: Thema verfehlt!
Filmreview von: Preytor / Alle Reviews von Preytor
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Deutscher Kinostart: 10. November 2011
DVD und Blu-ray: 31. Mai 2012 von Sony Pictures Home Entertainment
Filmbewertung
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