Sanctum
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Inhalt
Seit mehreren Jahren arbeitet ein Team von Höhlentauchern unter Leitung des raubeinigen Frank McGuire an der Erforschung eines riesigen Höhlensystems in Papua-Neuguinea. Der abenteuerlustige Milliardär Carl, der die Expedition finanziert, und seine Freundin Victoria wollen life dabei sein, wenn die Forscher die bislang unerforschte Höhlenpassage zwischen dem Einstieg mitten im Dschungel und der Mündung ins offene Meer entdecken.
Mit von der Partie ist auch Josh, Franks Sohn, der kein besonders gutes Verhältnis zu seinem Vater pflegt, der über seine berufliche Leidenschaft seine Familie vernachlässigt hat.
Das teilweise unter Wasser stehende Höhlengeflecht wird vom beeindruckenden Naturschauspiel zur tödlichen Falle, als es während eines plötzlichen Sturms mit Wasser geflutet wird und dem Team den Rückweg abschneidet. Jede Entscheidung kann nun eine Entscheidung über Leben und Tod sein...
Kommentar
Leider ist mir dieser Film im Kino irgendwie entgangen; in 3D hätte er sicher noch beeindruckender gewirkt, doch auch in 2D macht "Sanctum" optisch einiges her.Die eindrucksvolle Kulisse und die spektakulären Aufnahmen, die von 3D-Pionier James Cameron (Avatar - Aufbruch nach Pandora) mit einer speziellen Kameratechnik in Szene gesetzt werden, sind meiner Meinung nach das Beste an diesem Film. Schon der Abstieg in einen gigantischen, nahezu kreisrunden Höhleneinstieg, der sich hunderte von Metern senkrecht in den Erdboden zwischen endlosen Urwäldern gräbt, ist wahrhaft schwindelerregend. Besonders aber die in mystisches Blau getauchten Unterwasseraufnahmen zwischen verwinkelten Felsformationen und schmalen Passagen, die sich urplötzlich zu gigantischen unterirdischen Höhlendomen öffnen, sind einfach atemberaubend.
Durch die beinahe mystische Optik hat der Film in vielen Szenen eine fast schon poetische Note und zeigt eindeutig die Faszination dieser zwar gefährlichen, aber auch wunderschönen und geheimnisvollen Unterwasserwelt.
Der Fokus liegt neben der Inszenierung des Schauplatzes vor allem auf der Beziehung zwischen Vater und Sohn, die zwar stellenweise gelungen und dramatisch, stellenweise aber leider auch ziemlich vorhersehbar und vielleicht auch ein klein wenig zu symbolschwanger ist. Hier war noch etwas mehr Potential vorhanden, das nicht vollkommen ausgereizt wurde. Die übrigen Personen sind eher Randfiguren, denen etwas mehr Charakterzeichnung zwar nicht geschadet, aber auch nicht zwingend Not getan hätte. Die Gruppendynamik ist eindeutig vorhanden, jedoch nicht so packend wie beispielsweise im ebenfalls unterirdisch angesiedelten The Descent. Geradezu ärgerlich empfand ich, wie sich Carls Freundin Victoria verhält, die eigentlich eine erfahrene Bergsteigerin ist. Obwohl sie sich mit Extremsituationen auskennen sollte, stellt sie sich stellenweise angesichts der drohenden Lebensgefahr geradezu lächerlich zimperlich an und trifft Entscheidungen, die glaubwürdiger wären, wäre sie ein absoluter Laie in Extremsportarten. Auch andere Figuren verhalten sich zuweilen unverständlich, um nicht zu sagen unprofessionell und verantwortungslos. Dafür, dass hier keine Freizeit-Taucher, sondern absolute Profis am Werk sein sollen, wird schnell in Panik und Fahrlässigkeit verfallen.
Der Fokus liegt bei "Sanctum" auf Abenteuer, Naturkulisse und zwischenmenschlicher Dramatik, als Horrorfilm im eigentlichen Sinne kann man den Film nicht bezeichnen. Übernatürliches kommt hier nicht zum Einsatz, soviel sei verraten, wurde aber von mir auch keinesfalls vermisst. Beim Durchkriechen schmalster Felstunnel stelle ich auch als Nicht-Klaustrophobikerin fest, dass Höhlentauchen nichts für mich wäre ;-) Einige Unfälle sind schon erschreckend detailliert gezeigt. Schön hätte ich es gefunden, wenn den wissenschaftlichen Hintergründen etwas mehr Raum gegeben worden wäre. Zumindest eine vernünftige Erklärung, was es mit Dekompression und Taucherkrankheit genauer auf sich hat, wäre auch für Popcorn-Kino sinnvoll gewesen, denn wer weder von Medizin noch von Physik oder gar Tauchen viel Ahnung hat, steht hier möglicherweise etwas auf dem Schlauch. Hätte man dem Abenteuerfilm noch etwas mehr von einer Dokumentation verliehen, hätte er möglicherweise auch an Anspruch gewonnen. Insgesamt war ich aber mit der Figurenkonstellation und Handlung zufrieden, für einen unterhaltsamen Plot hat es meiner Meinung nach durchaus gereicht.
Die Spannung entsteht allein durch den Kampf mit den widrigen Umständen und durch die Konflikte, die zwangsläufig entstehen, wenn unangenehme Entscheidungen gefällt werden müssen. Für viele Zuschauer hätte man den Film wohl noch actionreicher gestalten können und die Todesfälle hätten durch eine stärkere Identifikation mit den Opfern (noch) dramatischer gewirkt, langweilig wird es aber auch so nicht.
Fazit: Ein beeindruckender Film, der storytechnisch nicht perfekt, aber meines Erachtens im wahrsten Sinne des Wortes sehenswert ist und vor allem durch spektakuläre Aufnahmen beeindruckt. Wer gerne Thriller sieht, die im Abenteuergenre angesiedelt sind, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen, auch wenn "Sanctum" wie die meisten Werke ein noch besserer Film hätte werden können.
Filmreview von: Gruselmonster / Alle Reviews von Gruselmonster
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Paramount Home Entertainment auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erschienen.
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Stand: 23.05.2012 14:58:13
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