Die Kammer der toten Kinder
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Inhalt
Vigo und Sylvain wurden beide aus der Fabrik entlassen. Frustriert und betrunken, sprühen sie in der Nacht Graffiti an die Fabrikwand und rasen anschließend wie dir Irren durch das Industriegebiet. Als sie versehentlich einen Mann überfahren, finden sie bei dem Toten einen Koffer voll Geld. Um den Unfall zu vertuschen und die Millionen für sich zu behalten, versenken sie die Leiche in einem See. Wie sich am nächsten Tag herausstellt, wäre das Geld für eine Lösegeldübergabe bestimmt gewesen, und der Mann wollte damit seine entführte Tochter frei kaufen. Diese wird aber nun tot aufgefunden, zurrecht gemacht wie eine Puppe. Die erfahrenen Polizei-Ermittler bekommen Unterstützung von der jungen, forensisch erfahrenen Lucie, die erst kürzlich wieder von ihrem Mutterschaftsurlaub zurück ist. Da wird ein weiteres kleines Mädchen entführt, doch diesmal ohne Lösegeldforderung. Der Mörder hat allen Anschein nach mehr Spaß am Töten und Zurechtmachen der Leiche, als am Geld gefunden ...
Kommentar
Dieser spannende, französische, aber eher ruhiger Psycho-Polizei-Thriller basiert auf dem gleichnamigen Roman von Franck Thilliez. Alfred Lots Regiedebüt bietet eine interessant-düstere Mischung aus „Das Schweigen der Lämmer“ und „Die purpurnen Flüsse“.Nach einem wirklich guten Anfang, flacht das Ganze irgendwie aber ein bissl ab und wird zunehmends komplizierter. Die Geschichte mit dem Fetisch- Sexclub, dem Tierzoo, den Tierpräpärationen, der kleinen Liebesbeziehung, sowie dem Privatleben der Polizistin, und den Problemen der zwei Arbeitslosen, wird irgendwann alles ein bissl zuviel. Auch wenn alles miteinander zusammen hängt und verknüpft ist.
Die Hauptdarsteller wie Mélanie Laurent (Inglourious Basterds), Eric Caravaca oder Nathalie Richard sind dafür sympathisch, natürlich und total überzeugend.
Ich persönlich hätte ja gern etwas mehr über das Trauma der Kinder erfahren. Wer sie da eingesperrt hat damals da es ja anscheinend mehrere waren, weil die Mutter zu Beginn schreit, dass er ihre Tochter nicht mehr anfassen und die andere freilassen soll. Das ausgebrochene Mädchen sagt dann zu dem anderen „Haben SIE dir auch wehgetan?“. Wer ist SIE? Wurden die Mädchen an Kinderschänder verkauft?
Das alte Haus mit den verwinkelten Gängen, den unterirdischen Katakomben-ähnlichen Kellerverliesen und den vielen Zimmern trägt viel zu der etwas düsteren Atmosphäre bei. Auch die super Profiler Arbeit mag ich. Wenn Stück für Stück kriminalistische Puzzlearbeit geleistet wird, statt Blut oder Action. Die Musik ist wenig, dafür stimmig und wohldosiert.
Die widerlichste Szene vom ganzen Film ist die, als die zwei Affen gekocht, die Haut abgezogen und einer dann präpariert- und an die Wand geschmissen wird. Richtig ekelhaft!
Dafür hat mich die Auflösung zum Schluss dann überrascht, obwohl ich eigentlich schon früher darauf hätte kommen können, weil viele Anzeichen schon darauf hin gedeutet haben. Wenn man es denn erstmal weiß. Ich habe mir den Film auf jeden Fall hinterher dann noch einmal schnell durch geschaut und mit diesem Wissen dann auf diverse Szenen und Situationen noch mal speziell geachtet.
Fazit: Wenn man sich nicht von dem reißerischen Titel beirren lässt, da der Film einiges, aber ganz bestimmt, wie die Romanvorlage schon, keine „Kammer der toten Kinder“ bietet, dann wird man nicht enttäuscht sein. Wer auf ruhige Thriller mit forensicher Polizeiarbeit und auch mit dem Thema Tier-Ausstopfen was anfangen kann, ist hier schon richtig. Allen Anderen könnte der Film vielleicht zu langweilig sein.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Columbia TriStar Home Entertainment auf DVD erschienen.
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