The Hills Have Eyes 2
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Inhalt
Kaum haben die Kannibalen die Familie aus Teil 1 fertiggemacht, kommt auch schon Nachschub: Eine Gruppe von US Soldaten fährt mitten in die von kannibalischen Mutanten verseuchten Wüste. Trotz schwerer Bewaffnung wird schnell klar, dass der Kampf ums Überleben kein einfacher wird. Doch an Flucht ist nicht zu denken, denn die Kannibalen halten einige Überraschungen parat, die den Soldaten die Hölle auf Erden bereiten ...
Kommentar
Musste das sein? Alexandre Aja hat es geschafft ein Remake zu schaffen, das nicht nur das (schon gute) Original bei weitem toppt, sondern auch ein grandioser Terrorfilm ist, der für mich zu dem Besten zählt, was horrormäßig in den letzten Jahren die Leinwand erblickt hat. Und schon ein Jahr später kommt Hollywood mit dem deutschen Martin Weisz (Rohtenburg), der hiermit seinen zweiten Film ablieferte und einen griff ins Klo landete.Weder bei den Kritikern noch bei den Zuschauern kam das Ganze gut an. Denn mit Ajas Vorgänger wurde ein Film geschaffen, der nur schwer zu toppen war. Und das wussten die Macher wohl auch und haben den zweiten Teil einfach in eine andere Richtung geleitet. Der Erste war ein Terrorfilm, der zweite Actionhorror, wobei sich der Actionanteil in Grenzen hält. Anstatt einer Familie, die in die Klauen der Mutanten gerät, muss sich hier ein Soldatentrupp gegen die deformierten Kannibalen wehren.
Nur um das von vornherein klarzustellen, ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn eine Fortsetzung eine andere Richtung einschlägt als das Original (so lange es die gleiche Zielgruppe anspricht). Auch hier war dies keine schlechte Idee, denn ein Abklatsch des 2006er Films wäre wohl richtig in die Hose gegangen. Aber auch wenn die Story in Ordnung geht, heißt das nicht, dass man den Rest weitgehendst vernachlässigen kann, denn insbesondere die Figuren sind hier sehr schwach, denn:
Erstens passen sie nicht so richtig in die Soldaten-Rolle, so sehen die weiblichen Soldaten so aus, als ob sie direkt von der Modellschule zum Militär gekommen wären, wobei dies für mich eigentlich noch keinen Kritikpunkt darstellt, viel schlimmer war es, dass einem die Charaktere wirklich am Arsch vorbei gehen und man nicht mit ihnen mitfiebern kann. So bleibt die Spannung komplett auf der Strecke. Hier gibt es keine einzige beängstigende Szene. Selbst Sequenzen, wie die in der ein Halbtoter aus einem Dixi Klo gekrochen kommt, wirken nicht erschreckend, obwohl sie eigentlich ein Paradebeispiel für das Spiel mit Urängsten sind.
Dass die Soldaten bewaffnet sind, macht das Ganze natürlich auch nicht spannender, denn auch wenn die Kannibalen hier um einiges übermenschlicher sind als im Aja Film, können sie ziemlich schnell von Kugeln zu Strecke gebracht werden. Und da wäre schon ein weiterer Kritikpunkt, der aber wohl Geschmackssache ist und auch bei mir nicht so schwer ins Gewicht fällt. Die Mutanten sind ein wenig zu übertrieben. Während im ersten Teil zwar Deformationen vorhanden waren, wirkten die Verstrahlten noch mehr wie perverse Hillbillies und weniger wie überlebensgroße Fantasie-Monster mit menschenähnlichen Zügen. So geht dem zweiten Teil zu Gunsten der Creature-Effekte der Touch des Urbanoia-Genres verloren, was in meinen Augen schlecht aber angesichts der Tatsache, dass die Fortsetzung sich ja vom Vorgänger unterscheiden will, noch gut zu verschmerzen ist.
Obwohl man bei den Mutanten ein wenig übertrieben hat, sind diese genau wie im ersten Teil super gemacht, generell ist der Film bis auf ganz wenige CGI-Ausrutscher sehr gut gemacht! Alles ist handwerklich auf sehr hohen Niveau und vollkommener Mainstream-Horror. Das ist jetzt natürlich, besonders im Gedanken daran, dass Cravens Urfilm von 1977 eher in Richtung Explotation geht und Ajas Film gerade noch so den breiten Publikumsgeschmack anspricht, für Fans von derben Effekten nicht so gut, denn auch wenn diese hier noch reichlich vorhanden sind, wurde der Gewaltgrad doch ein paar Stufen zurückgeschraubt. Immer noch spritzt Blut und auch der Bodycount ist höher, aber alles ist schnell geschnitten, und da einem die Sterbenden eh egal sind, schlägt auch keine der Splatterszenen mehr so ein wie in dem harten, ersten Teil. Leider hat man hier auch wieder eine Vergewaltigung eingebaut, die hier im Gegensatz zum Vorgänger aber eher fehl am Platz wirkt und eigentlich nur reiner Selbstzweck ist.
Leider, leider hat das Ganze dann auch noch ein paar kleine Längen, die man der Spannungsarmut zu verdanken hat. Der Film zieht sich aber nicht wie Kaugummi, sondern bietet auch ne menge unterhaltsame Minuten, die das Fanherz kurzzeitig höher schlagen lassen.
Was mich ein wenig enttäuscht hat, war, dass der absolut geile Main Theme aus dem Vorgänger hier nur sehr selten und zu unpassenden Zeiten zu hören war. Grade der hat im Vorgänger sehr zur Verstärkung der Terrorszenen beigetragen.
Fazit: Unter Vielen gilt Wes Cravens Im Todestal der Wölfe von 1985 als der schlechteste der vier offiziellen Hügel-Filme, für mich steht aber die 2007er Fortsetzung auf den hintersten Platz. Zwar ist der Film gut gemacht und hat einige Schauwerte zu bieten, kann aber weder mit Spannung noch guten Charakteren punkten. Schade, aber immer noch drei Schädel wert.
Filmreview von: erik / Alle Reviews von erik
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei 20th Century Fox Home Entertainment in der geschnittenen KJ Version auf DVD und in der ungeschnittenen Unrated Fassung auf DVD und Blu-Ray erschienen.
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