Speed 2 - Cruise Control
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Inhalt
Annie versucht krampfhaft, ihren Führerschein wieder zu bekommen. Als sie bei ihrer Fahrprüfung zufällig auf ihren Freund Alex stößt, erkennt sie enttäuscht, womit der seine Brötchen verdient. Genau wie ihr Ex Jack, ist dieser nämlich auch bei einer Spezialeinheit der Polizei und lebt genau so gefährlich, was ihr gar nicht gefällt. Weil er ihr aber trotzdem einen Heiratsantrag machen möchte, lädt er sie zu einer romantischen Kreuzfahrt in die Karibik ein. Dort an Bord des Schiffes, läuft es allerdings nicht ganz so wie er es sich vorgestellt hatte. Ein todkranker Computerspezialist möchte sich an der Schiffgesellschaft rächen, weil diese ihn aus gesundheitlichen Gründen entlassen hatte. Weil er sich nun auf diesem Wege, seine ihm zustehende Abfertigung zurückholen möchte, hackt er sich in das Navigationssystem, und ermordet den Kapitän. Er übernimmt die Steuerung, geht auf Kollisionskurs mit einem Tanker der im Hafen liegt, und klaut währenddessen die wertvolle Diamantensammlung die sich an Bord befindet. Kann Alex den Irren im Alleingang stoppen?
Kommentar
Tja das ist er nun. Jan de Bonts müde Fortsetzung seines großen Kassenerfolges „Speed“.Im Gegensatz zum 1. Teil, schrieb der holländische Regisseur hier aber auch am Drehbuch mit und übernahm teilweise auch die Produktion. Zur großen Enttäuschung der Meisten, ging der 2. Teil aber leider total in die Hose, weshalb der Film nicht nur die Goldene Himbeere als Schlechtestes Sequel erhielt, sondern gleich noch in sieben weiteren Kategorien für die unbeliebte und peinliche Auszeichnung nominiert wurde!
Normalerweise stehe ich ja genau auf solche peinlichen Filme die kein Mensch sonst mag. Die Himbeeren ziehen mich üblicherweise magisch an. Hier aber muss ich den Kritikern ausnahmsweise mal Recht geben, denn dieses Werk ist wirklich nichts was die Welt unbedingt braucht.
Nicht dass es hier keine Action gäbe. Im Gegenteil. Seinem Titel entsprechend, geht’s auch hier richtig ab. Leider sind die spektakulären Effekte, anders als im Vorgänger, alle vom PC. Nichts mehr mit handgemachten Explosionen. Nichts mehr mit den guten, selbst gemachten Stunts wie bei Keanu Reeves, der hier leider auch an allen Ecken und Enden fehlt.
In Speed 1 hat man es dem Experten voll abgenommen dass er die Bomben im Alleingang entschärfen, und die Geiseln alle retten kann. Es war ja auch sein Job und sein Spezialgebiet. Warum aber ist sein Nachfolger Jason Patric (der hübsche Michael aus „The Lost Boys“) ein über- drüber Superman der alles kann, und in den sich sogar ein 15jähriger (taubstummer, damit es ein wenig anspruchsvoller wird) Teenager verliebt, weil er ja ach so super cool ist? Was genau ist sein Spezialgebiet denn er ist nicht nur ein Sprengstoff- und Computer-Experte. Er fährt fantastisch Motorrad, ist ein Meisterschütze, checkt sofort ein kompliziertes Schiffs und Navigationssystem, ist ein Elektronikgenie und kann sogar so lange ohne Ausrüstung im Meer Tauchen, dass er einen Orden bekommen müsste. Alles bringt er ohne Probleme hin, nur der schmalzige Heiratsantrag geht ihm nicht über die Lippen. Alles dreht sich um diesen dämlichen Antrag, der sich unfreiwillig immer wieder hinaus zögert. Auch dreht sich, im Gegensatz zum Vorgänger, hier alles die ganze Zeit nur um das sentimentale Liebesgequatsche und die Beziehungsprobleme die die Beiden haben.
Gähnende Langweile statt höchster Spannung. Viel Action aber wenig Nervenkitzel. Krampfhaft wird mit Muss versucht, alles extra spannend und künstlich dramatisch zu machen, wie etwa die ewig dauernde Rettungsaktion mit den Beibooten, die irgendwann dann nur noch nervt. Genau wie die vorhersehbare Story selbst, die unintelligenter Weise fast 1:1 vom 1. Teil kopiert wurde.
Statt eines Busses wird die Handlung bequemer Weise nun auf ein Schiff verlegt. Statt eines Sprengstoffexperten haben wir moderner weise nun einen Computer-Experten (Willem Dafoe aus Spider-Man). Beide wurden gefeuert und wollen sich nun ihr Geld zurückholen. Warum er das Alles auf sich nimmt obwohl er angeblich todkrank ist und laut ihm nur noch ein paar Tage zu leben hat, das sei mal dahin gestellt, auch wenn Dafoe vom Optischen einfach die perfekte Besetzung des irren Psychopaten darstellt.
Der coole Glen Plummer (Showgirls) muss statt seinem Auto nun unfreiwillig sein Boot herleihen. Die paar nervigen Nebendarsteller sind in Form einer dümmlichen Reiseleiterin usw. auch wieder vorhanden. Sogar das ewig dauernde Finale zum Schluss ist fast identisch indem Annie mal wieder vom Geiselnehmer mitgenommen wird, und dann halt ein Schiff des Weges schlittert statt einem U-Bahnwagon.
Nichts Neues, keinerlei neuer Einfälle, oder neuen Ideen. Auch wenn die Produktionskosten ca. 150 Millionen US-Dollar betrugen, konnte dieser Film an den Kinokassen nicht mehr punkten. Selbst die süße Oscarpreisträgerin Sandra Bullock (Das Netz, Die Jury) die mit dem 1. Teil berühmt wurde, bekam hier nur noch Kritik. Statt fantastischer Mimik und Gestik und ihrer selbstsicheren, kühnen Art, nervt ihr Film-Charakter hier mit ihrem ständigen unruhigen, überdrehten Gequassel. Alles wird doppelt und dreifach wiederholt beim Sprechen, was ziemlich mühsam ist. Ihr ständiger Beziehungsstress mit Alex (langweilig/unpassende Synchronstimme von Brendan Fraser) wurde sogar mit der Himbeer- Nominierung für das schlechteste Leinwandpaar quittiert.
Fazit: War der Vorgänger auch noch so genial, schwächelt der Nachfolger leider an allen Ecken und Enden. Als eigenständiger Film wäre er sicherlich nicht schlecht und ich hätte 4 Schädel vergeben. Als Fortsetzung bekommt er aufgrund der Unoriginalität leider nur eine mittelmäßige Bewertung.
Anspruchslose Actionfans werden dennoch voll auf ihre Kosten kommen und Sandra Bullock Fans werden ebenfalls entzückt sein.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei 20th Century Fox Home Entertainment auf DVD erschienen.
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