Devil

Originaltitel: Devil
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2010
Regie: Drew Dowdle
John Erick Dowdle

Darsteller

Figur

Chris Messina  Detective Bowden
Logan Marshall-Green  Mechaniker
Jenny O'Hara  Alte Frau
Bojana Novakovic  Junge Frau
Bokeem Woodbine  Wachmann
Geoffrey Arend  Verkäufer
Jacob Vargas  Ramirez
Matt Craven  Lustig
Joshua Peace  Detective Markowitz
  
Genre: Thriller, Okkult
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Inhalt

Ein Mann stürzt sich aus dem Fenster eines Hochhauses. Fünf Passagiere - Sicherheitsmann Ben, eine ältere Dame, der Verkäufer Vince, der ehemalige Soldat und jetzige Mechaniker Tony und die reiche Sarah - steigen in einen Fahrstuhl, der kurz nach Fahrtantritt stecken bleibt. Die wegen des Selbstmordes ermittelnden Polizisten werden aufmerksam, als sich herausstellt, dass es sich dabei anscheinend nicht um eine gewöhnliche Fahrstuhlpanne handelt, denn den hilflosen Sicherheitsbeamten und den misstrauischen Passagieren wird bald klar, dass hier etwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu geht. Die Insassen des Lifts schweben in höchster Gefahr - ist gar der Leibhaftige selbst unter ihnen?

Kommentar

Offen gestanden ist mir schlicht und ergreifend unverständlich, wieso es dieser Film ins Kino geschafft hat. Hätte es sich um eine Direct-to-DVD-Produktion gehandelt, wäre mein Urteil gnädiger ausgefallen, aber wenn ich einen nicht grade günstigen Eintrittspreis für das große Leinwandvergnügen hinblättere, erwarte ich einfach die etwas bessere Unterhaltung.
Der Fairness halber: Vielleicht hatte ich auch falsche Vorstellungen von diesem Film. Ich war jedenfalls enttäuscht, dass die kurz aufflammenden unheimlichen Visionen einiger Fahrstuhlinsassen nur Blitzlichter bleiben, die nahezu komplett ungenutzt im Sande versickern. Hier hat man meines Erachtens viele Chancen zu wirklich gruseligen Momenten schlicht und ergreifend verschenkt und meine Hoffnung auf Psycho-Grusel à la "Zimmer 1408" wurde bitter enttäuscht.

Die Handlung teilt sich in zwei Perspektiven: Da sind zum einen die Fahrstuhlpassagiere, die wir aus der Kabine heraus sowie durch die Überwachungskamera beobachten. Zum anderen werden die Sicherheitsleute, Gebäudebesucher und Polizisten gezeigt, die das Rätsel um den diabolischen Fahrstuhl zu lösen versuchen.
Die Fahrstuhlinsassen bieten insgesamt eine annehmbare Figurenkonstellation, zu näherer Identifikation hat mich aber keiner eingeladen (vielleicht ist das auch beabsichtigt, aber im Grunde war es mir so auch völlig egal, wer als nächster draufgeht).
Um das Kammerspiel gelegentlich zu unterbrechen, spielen auch noch einige Menschen außerhalb der Kabine mit. Dies wirkt zum Teil geradezu lächerlich, wie im Falle des religiösen Gestammels eines Sicherheitsbeamten und einer fast schon an "Final Destination" erinnernden Rettungsaktion.
Ein großer Mangel liegt darin, dass sich die Geschichte trotz ihrer recht kompakten Länge von ca. 80 Minuten über weite Strecken nur mühsam dahinschleppt. Viel zu viel Zeit wird darauf verwendet, dass man erst mal überhaupt feststellt, dass der Fahrstuhl stecken geblieben und so bald nicht wieder in Gang zu setzen ist. Das sorgt für unangenehme Langeweile, in der man hofft, dass der Teufel nun endlich mal in die Gänge kommt und für ein bisschen Spannung sorgt. Leider wird diese Erwartung nur unvollständig erfüllt, denn die zu erwartenden Todesfälle im Aufzug folgen immer Schema F: Licht aus, Geschrei, Licht an, Leiche da. Ein wenig kann man immerhin mitraten, wer jetzt die Verkörperung Satans ist, aber das Whodunit-Spiel kann man in Filmen, die speziell darauf ausgelegt sind (wie "Identität" oder "Mindhunters") besser spielen.

Damit ist das Hauptproblem des Films auch schon eingekreist: Er bietet irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Die Idee ist nicht neu, die Darstellung ist nicht überragend, die Inszenierung ist nicht sonderlich spannend, die Auflösung war irgendwie erwartet. Es ist weder ein psychologisches Verwirrspiel, bei dem sich die Protagonisten in immer furchtbarere Visionen hineinsteigern, noch ein klassischer Rätselkrimi mit Locked-Door-Mystery. Die religiösen Anspielungen wirken platt und albern, der interessante Versuch, den Teufel im Alltagsleben zu zeigen und die "Banalität des Bösen" überzeugend darzustellen, misslingt. Mir blieb keine Gänsehaut, kein unbestimmtes Gefühl der Beklemmung, sondern nur das Gefühl, den falschen Film ausgesucht zu haben.

Fazit: Insgesamt wirkte "Devil" auf mich wie eine unnötig gestreckte Folge Akte X, nur ohne den gewissen Charme dieser Serie. Als DVD-Film, den man sich mal in der Videothek ausleiht, wenn sonst nichts da ist, grad noch unterer Durchschnitt, als Kinofilm in meinen Augen absolut unangemessen. Sicherlich gibt es auch für diesen Film Fans, die von mir herzlich eingeladen sind, in einem Gastkommentar ihre Meinung kundzutun. Aber ich fand ihn offengestanden langweilig und ziemlich misslungen.

Filmreview von: Gruselmonster / Alle Reviews von Gruselmonster

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Universal auf DVD und auf Blu-ray erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Berti, 03.10.11
Ui- na Gott sei Dank sind die Geschmäcker so verschieden, denn mir hat der Film super gut gefallen! Ich steh auf Fahrstuhl-Horror und ich bin mit einer ganz anderen Erwartung an den Film heran gegangen. Ich freute mich auf klaustrophobische Panikattacken und nervenaufreibende Psychoduelle wo sich die Eingesperrten langsam selber fertig machen, wie in anderen Aufzug-Filmen auch. Genau das kam dann auch. Zusätzlich gibts aber auch dann noch ein paar mysteriöse Todesfälle und ein paar Polizisten die außen ermitteln. Im Prinzip also ein Mysterie-Krimi-Thriller-Drama. Geil. Genau das worauf ich steh. Die Musik ist ebenfalls extrem gut und mitreißend. Ein paar nette Schockmomente sind auch eingebaut, doch bin ich persönlich da kein Maßstab da ich mich sehr leicht erschrecke und grusle. Ich fand ihn sehr spannend und ich war ganz gespannt wer denn nun letztendlich der Teufel ist und wer nicht da sich alle irgendwie verdächtig verhielten. Als er sich dann endlich zu erkennen gab- war das ein großer AHA-Effekt. Auf sowas steh ich. Also mir persönlich hat er sehr gut gefallen. Ich hab nicht richtigen blutigen Horror wie Gruselmonster oben, sondern mehr Psycho erwartet, und das kam auch.
 
Gruselmonster, 29.01.12
Oh, ich meinte eigentlich nicht "blutigen" Horror, sondern eher so was mit erschreckenden Visionen, so ein bisschen wie in "The Eye" oder "Zimmer 1408", also dass sich die Fahrstuhlinsassen immer mehr in ihre Fantasie (oder doch Realität? ... *grins*) hineinsteigern ;)
 
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