Horror-Sex im Nachtexpress

Originaltitel: La Ragazza del Vagone Letto
Alternativtitel: Terror Express
Horrorsex im Nachtexpress
Herstellungsland: ItalienItalien
Erscheinungsjahr:  1979
Regie: Ferdinando Baldi

Darsteller

Figur

Silvia Dionisio  Giulia
Werner Pochath  David
Zora Kerova  Anna
Gianluigi Chirizzi  Pierre
Carlo De Mejo  Enio
Giancarlo Maestri  Polizist
Fausto Lombardi  Nico
Gino Milli  Schaffner
Roberto Caporali  Elenas Vater
Gianfranca Dionisi  Lisa, Elenas Mutter
Rita Livesi  Mary
Andrea Scotti  Guido
Fiammetta Flamini  Elena
Antonio Maimone  
Venantino Venantini  
  
Genre: Erotik, Thriller
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Inhalt

Der Nachtzug aus Italien in Richtung Deutschland beherbergt eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Reisender, darunter die Prostituierte Gulia, die in einem Abteil des Schlafwagens ihrer nächtlichen Arbeit nachgeht, der Abschiebehäftling Pierre, der von einem Polizisten über die Grenze begleitet wird und die Freunde David, Enio und Nico.
David und seine Kumpel pöbeln ein wenig herum, doch als weder die anderen Passagiere, noch das Zugpersonal geschlossen Wiederstand bieten, werden die drei übermütig und die Situation eskaliert.

Kommentar

"Das Mädchen aus dem Schlafwagen", wie der Originaltitel übersetzt lautet, erzählt eine Rape & Revenge-Geschichte, die nach bekannten Vorbildern schielt, aber in entscheidenden Punkten Mängel aufweist.
Da ist zunächst die Story selber, die keine Überraschungen bietet. Aldo Lado hat 1975 mit "Night Train - Der letzte Zug in die Nacht" bereits eine Das letzte Haus links-Variante auf Schienen gedreht, wobei das Thema dort wesentlich stimmiger umgesetzt wurde.
Seinem kruden (deutschen) Titel zum Trotz, ist der Streifen absolut unblutig umgesetzt, viel Sex und wenig Horror also. So ein Plot verlangt aber geradezu danach, dass am Schluß die Opfer den Spieß umdrehen und den Übeltätern ein gerecht-grausames Ende bescheren (s.a. Muttertag, Hostel 2), hier geht es Ex & hopp - schon vorbei.
Im Gegensatz dazu, sind die Sexszenen detailfreudig ausgedehnt. Die Damen zeigen sich sehr natürlich (sprich: keine aufgepumpten Silikonbrüste, dafür untenrum eher buschig). Der überwiegende Teil dieser Nummernrevue sind Vergewaltigungen bzw. erzwungener Sex, aber bei weitem nicht so brutal dargestellt wie z.B. in "Ich spuck' auf dein Grab" oder "Irreversible".
Den Charakteren wird nicht die geringste Motivation mit auf den Weg (bzw. auf die Gleise) gegeben. Bestes Beispiel als Gulia fragt, warum Pierre abgeschoben wird; die Antwort: "Es ist was politisches". Geht es noch etwas ungenauer? Die anderen Mitreisenden rücken immer nur kurz in den Vordergrund der Handlung und dienen ansonsten als Statisten. Bei den drei Bösewichtern sieht es nicht besser aus; ihr zunächst nur provokativ rüpelhaftes Benehmen entwickelt sich zu sadistischer Freude am Erniedrigen und, im Falle des Anführers, beinahe hysterisch wirkenden Ausfällen. Eine auch nur ansatzweise psychologische Vertiefung findet nicht statt.

Die Schauspieler bewegen sich im üblichen Italo-Schundfilm-Niveau, bei einigen kann man tatsächlich die Bemühung (leider nicht immer von Erfolg gekrönt) um eine ordentliche Darstellung bemerken. Genrefreunde werden ein paar bekannte Gesichter wiederfinden, etwa Silvia Dionisio (Andy Warhol's Dracula), Werner Pochath (Ratman), Carlo de Mejo (Ein Zombie hing am Glockenseil), Zora Kerova (Man-Eater) oder Gianluigi Chirizzi (Die Rückkehr der Zombies).
In der englischsprachigen Synchronfassung wurden die Namen der Protagonisten angepasst, so wurde Gulia zu Juliet, Pierre zu Peter, Elena zu Evelyn usw.

Unterm Strich bleibt uns hier ein Schmuddelfilm, der mit möglichst viel nackter Haut und Rudelbumms punkten will, darüber aber vergisst, dass die Erwartungshaltung des Publikums in eine Richtung gelenkt wurde, die nicht erfüllt werden wird.
Zu meiner eigenen Überraschung gefiel mir der Streifen nicht so schlecht, wie es meine gute Erziehung eigentlich gebietet. Für mehr als zwei Schädel reicht es zwar trotzdem nicht ganz, aber immerhin wurden die niedrigen Instinkte meines kleinen inneren Schweinehundes befriedigt.

Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon

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Veröffentlichungen

Der Film wurde seinerzeit von verschiedenen Labels auf Video veröffentlicht, u.a. VMP & ITT Contrast. 2009 brachte Camera Obscura eine ungekürzte Fassung auf DVD heraus.

Filmbewertung

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