Shining
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Inhalt
Der ehemalige Lehrer und Schriftsteller Jack Torrance wohnt mit seiner Frau Wendy und seinem kleinen Sohn Danny den Winter über in dem abgelegenen "Overlook"-Berghotel, um das während der kalten Jahreszeit geschlossene Hotel als Hausmeister zu überwachen.
Obwohl sein neuer Arbeitgeber Torrance warnt, dass es in dem häufig eingeschneiten Hotel leicht zu durch die Isolation ausgelöstem Trapperfieber kommen könne und der letzte Hausmeister seine Familie und sich selbst getötet habe, fühlt sich Jack zuversichtlich und voller Energie. Als die Familie schließlich im Overlook ankommt und Jack in seine künftigen Arbeiten eingewiesen wird, erkennt der Hotelkoch Hallorann Dannys hellseherische und übernatürliche Begabung, das so genannte "Shining".
Die gute Stimmung weicht zunehmend einer beklemmenden Atmosphäre aus Streitereien und unterschwelliger Bedrohung, während der Familienvater Torrance zunehmend die Kontrolle über sich verliert...
Kommentar
Nur sehr wenige Filme haben es zu so großer Bekanntheit gebracht wie Stanley Kubricks "Shining". Selbst wer den Horrorthriller nicht gesehen hat, kennt vielleicht die ein oder andere Schlüsselszene oder eine "Shining"-Anleihe aus einem anderen Film.Schon die Eröffnungssequenz erzeugt eine beklemmende, unheilschwangere Stimmung: Während dem Auto der Familie durch eine einsame, herbstliche Berggegend gefolgt wird, erklingt langsame, bedrohliche Musik und lässt erahnen, wohin sich die scheinbare Idylle entwickeln wird...
Die scheinbar unbekümmerte Familie rutscht sehr schnell in eine verstörende Situation der Furcht und Unberechenbarkeit, wobei jedes Familienmitglied den Prozess anders - und gleichermaßen mitreißend - erlebt. Die Hauptfigur Jack Torrance entfremdet sich seiner Familie, besonders seiner Frau, zunehmend, wird gereizt und unbeherrscht. Während der Schriftsteller dem Alkohol verfällt und sich in Wahnvorstellungen hineinsteigert, wirkt Wendy hin und her gerissen zwischen der Liebe und Solidarität zu ihrem Mann und der Sorge um Dannys und ihre eigene Sicherheit. Der kleine Sohn hingegen wird von unheimlichen, erschreckenden Visionen geplagt, die auch mich nicht kalt gelassen haben. Im Kopf des offensichtlich übernatürlich begabten Jungen lebt ein 'kleiner Mann' namens Tony, der Danny zukünftige Ereignisse mitteilt und verstörende Dinge berichtet.
Der Film lebt dabei zu einem großen Teil vom grandiosen Spiel der drei Hauptdarsteller, die ihre Rolle alle perfekt spielen. Das wahnsinnige Lachen und der irre Blick sind es, die Jack Nicholson mit diesem Film weltberühmt gemacht haben. Wer übrigens um das seelische Wohl des bei den Dreharbeiten sechsjährigen Danny Lloyd besorgt ist, kann beruhigt sein, denn der Junge erfuhr nicht, dass er in einem Horrorfilm mitspielte; der eigentliche Plot wurde vor ihm geheim gehalten.
Aber auch die Inszenierung ist perfektionistisch. Stanley Kubrick ist berühmt dafür, seine Filme so lange auszufeilen, bis er vollkommen zufrieden mit der Darstellung ist. Die Szene, in der Torrance eine Tür mit der Axt einschlägt und seine verängstige Frau in Panik schreit, musste laut Kubrick 127 mal (!) gedreht werden, bis der Regisseur zufrieden war. Aus dieser Szene stammt übrigens auch das über den Film hinaus bekannt gewordene Zitat "Hier ist Jacky!" (im Original "Here is Johnny!" in Anspielung auf den Fernsehentertainer Johnny Carson, der seine Auftritte mit diesem Satz einzuleiten pflegte).
Zudem kam in "Shining" das erste Mal in großem Umfang die Steadicam, eine in einem speziellen Tragesystem praktisch verwackelungsfrei vom Kameramann mitführbare Filmkamera, zum Einsatz. Diese ermöglichte es beispielsweise, in dem hinter dem Hotel gelegenen riesigen Heckenlabyrinth dynamische Verfolgungsszenen zu drehen, wo ein Kamerakran keinen Platz gefunden hätte. Bis auf wenige Szenen wurde der Film übrigens komplett im Studio gedreht, da Kubrick bessere Kontrolle über Licht und Kulisse wollte.
Viele Einstellungen sind sehr effektvoll umgesetzt, um die Verzweiflung der Familie, die Bedrohung durch das unheimliche Hotel und seine düstere Vergangenheit und das unaufhaltsame Abgleiten des Protagonisten in den Wahnsinn überzeugend darzustellen. Auf blutige Splattereffekte und Gruselfilmklischees wird weitgehend verzichtet, sodass die Spannung und Bedrohung in erster Linie (und sehr effektiv) durch Atmosphäre und die Interaktion der Familienmitglieder zu Stande kommt.
Die Schockmomente werden sparsam, aber dafür umso wirkungsvoller eingesetzt.
Der Schöpfer der ursprünglichen "Shining"-Geschichte, Horror-Meister Stephen King, äußerte sich hingegen unzufrieden über Kubricks Umsetzung. Das liegt in erster Linie daran, dass der Film den Schwerpunkt des Romans veränderte. So wurde Torrance' Vorgeschichte, die eines alkoholabhängigen, gewalttätigen gescheiterten Lehrers, im Film kaum angerissen und sein Verhältnis zum Alkohol wird nur angedeutet, nicht aber als Hauptauslöser für seinen Kontrollverlust gezeigt. Außerdem spielte in Kings Roman das Hotel selbst eine aktivere Rolle als böse Macht, während es im Film nur "handelt", indem es einen düsteren Schauplatz darstrellt und einen schlechten Einfluss auf Torrance ausübt.
Ich selbst habe mir die Zusammenfassung des Romans durchgelesen und bin offen gestanden dankbar für Kubricks Änderungen und denke, dass seine Version die weitaus eindrucksvollere ist. Wer sich hingegen eine von Stephen King autorisierte Fassung ansehen möchte, kann dies mit Stephen King's The Shining aus dem Jahre 1997 tun.
"Shining" kann einem gefallen oder auch nicht, aber ich denke, niemand kann ernsthaft bestreiten, dass es sich um einen bis ins letzte Datail akribisch ausgearbeiteten, eindrucksvoll gespielten und inszenierten Klassiker handelt, der Maßstäbe des Horrorfilms setzte. Ich finde, kein Horrorfan sollte sich diesen Film entgehen lassen!
Filmreview von: Gruselmonster / Alle Reviews von Gruselmonster
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in mehreren Auflagen bei Warner Home Video sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray erhältlich.
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Einer flog über das Kuckucksnest
Stand: 23.05.2012 14:40:35
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| Staudenmaier007, 22.06.11 |
| Subtiler Horror der damals die Latte recht hoch anlegte und mit "Wenn die Gondeln Trauer tragen" zu meinen damaligen Lieblingsfilmen gehöhrte. Schlicht ohne übertriebene Effekte mit einer durchweg griffigen Geschichte und epochalem Ende, Nicolson in Bestform. 5 von 5 laut gerufenem "Hier kommt Jonny" |
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