Manos - Hände des Schicksals

Originaltitel: Manos: The Hands of Fate
Alternativtitel: The Lodge of Sins
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1966
Regie: Harold P. Warren

Darsteller

Figur

Tom Neyman  Der Meister
John Reynolds  Torgo
Diane Mahree  Margaret
Harold P. Warren  Michael
Stephanie Nielson  Frau des Meisters
Sherry Proctor  Frau des Meisters
Robin Redd  Frau des Meisters
Jackey Neyman  Debbie
Bernie Rosenblum  Teenager im Auto
  
Genre: Grusel, Okkult, Fast vergessene Filme
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Inhalt

Eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter, der kleinen Tochter und einem schwarzen Pudel, verfährt sich bei einem harmlosen Ausflug und landet auf einem dubiosen Gut mitten in der Pampa. Torgo, der Gehilfe seines "Meisters", bietet der verzweifelten Familie an, dort zu übernachten, doch schon bald beschleicht die Eheleute das ungute Gefühl, einen schweren Fehler begangen zu haben, denn diese Ranch ist von einem dunklen Geheimnis umgeben...

Kommentar

Richtig, diese Seite heißt "Die besten Horrorfilme" und "Manos - Hände des Schicksals" hat hier eigentlich nichts zu suchen. Warum ich trotzdem ein Review zu diesem Film schreibe? Weil er ein absolut heißer Kandidat für den allergrottenschlechtesten "Horror"-Film aller Zeiten ist und unbedingt gewürdigt werden muss, damit man die guten Horrorfilme überhaupt zu schätzen weiß!
Sicher werden viele nun amüsiert lächelnd den Kopf schütteln, da sie schon zahlreiche Vergewaltigungen der Cinematographie gesehen haben und meinen, sie hätten schon alles erlebt. Aber den Zweiflern lege ich dringend ans Herz, sich dieses Machwerk zu Gemüte zu führen, das sich - zu Recht! - zu einer Legende mit äußerst zweifelhaftem Ruf entwickelt hat.

Mein Dank geht an dieser Stelle an zwei gute Freundinnen, die mir die Augen für diesen Streifen geöffnet haben. Zunächst hielt ich die Entstehungsgeschichte für einen Scherz, aber sie ist wahr: Dieser Film entstand nicht etwa, weil ein unbegabter Regisseur ein Low-Budget-Debut hinlegen musste, nein, er entsprang einer Wette zwischen dem durchreisenden Drehbuchautor Stirling Dale Silliphant und dem Düngemittelhändler Harrold P. Warren. Der Autor wettete, dass der Landwirt nicht mit weniger als 19.000 Dollar einen Film drehen könne, der es auf die Kinoleinwand schafft. Der Händler nahm diese Herausforderung mutig an und castete ein Dutzend unschuldiger Menschen, die eigentlich nie vorgehabt hatten, in einem Film mitzuspielen (und dabei wäre es besser geblieben...). Diese unglückseligen Opfer wurden nicht einmal bezahlt, sondern bekamen als Lohn für ihre Schande Prozente der späteren Gewinne versprochen...
Tragischerweise brach sich die eigentlich als Hauptdarstellerin vorgesehene Frau kurz vor Drehbeginn (etwa absichtlich?) ein Bein, weshalb die Rolle dieser bedauernswerte Person einfach umgeschrieben wurde. Sie spielt eine Oscar-verdächtige Nebenrolle als Teil eines im Cabrio rumknutschenden Pärchens, das sich wie ein raffinierter Parallelplot durch den gesamten Film zieht, allerdings mit der Handlung nicht das Geringste zu tun hat.

Ich habe versprochen, dass dieser Film wohl der schlechteste Horrorfilm aller Zeiten sei. Woher ich diese Überzeugung nehme? Nun, ich habe das Grauen ertragen und dabei zwischen hysterischem Lachen und entsetztem Wehklagen oszilliert. Es gibt viele Filme, die mit schlechten Effekten, schlechten Schauspielern oder schlechter Dramaturgie für Erheiterung sorgen, aber bei "Manos" wurde wirklich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann, sodass es eine gehörige Portion Willensstärke braucht, dieses Machwerk bis zum Ende zu ertragen.

Schon der Name selbst ist verheißungsvoll: Manos bedeutet auf spanisch "Hände", der Titel heißt also übersetzt: "Hände - Hände des Schicksals". Der Film beginnt mit einer endlosen Autofahrt, der leider jegliche Spannung der Shining-Eröffnungsszene abgeht und die auch völlig sinnentleert ist, weil man nicht - wie anscheinend ursprünglich geplant - einen Vorspann einblendet, sondern tatsächlich einfach nur eine stinklangweilige, nie enden wollende Spazierfahrt durch die Prärie zeigt.

Ein wahres Highlight ist die musikalische Untermalung, die monoton, zu laut, vollkommen unpassend (denn sie erinnert stellenweise mehr an Kaffeehausgeklimper denn an Filmmusik) und kein bisschen mit der Handlung synchronisiert ist, sodass sie jeder Szene eine unfreiwillige Komik verleiht und zugleich eine Erwartungshaltung provoziert, die der Film in keinster Weise erfüllt.
Das schauspielerische Talent ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden, anders kann man es nicht ausdrücken. Angeblich haben vier der Crewmitglieder nach Fertigstellung Selbstmord begangen, falls das stimmen sollte, kann ich es ihnen nicht verübeln. Wenn man so etwas als selbstironische Parodie dreht, kann man darauf stolz sein, aber in einem ernstgemeinten Film...
Die Kameraführung ist von ähnlicher Qualität: Die wackelige Perspektive zeigt stets einen völlig missglückten Ausschnitt, der die Protagonisten entweder fachgerecht skalpiert oder aber mit einer Panoramaansicht der einfallslosen Kulisse vom Geschehen ablenkt, dazu kommen unzählige Filmfehler in praktisch jeder Szene. Erschwerend kam hinzu, dass die verwendete Kamera gerade einmal 32 Sekunden am Stück filmen konnte und keine Tonspur besaß, sodass das filmische Kleinod mit drei Sprechern (darunter Warren selbst) nachsynchronisiert wurde, die dann alle Rollen vertonen mussten. Die bodenlos idiotischen Dialoge dürften den Sprechern den Job nicht leichter gemacht haben.

Die Handlung selbst ist einfach nur ein Witz: Während die Grundidee sich durchaus noch mit einem unterdurchschnittlichen B-Movie messen kann, ist die Umsetzung so stümperhaft, dass man nur verständnislos den Kopf schütteln kann. Die Story gewinnt mit der Ankunft an der dubiosen Farm nur unwesentlich an Spannung und dümpelt von einer missglückten Szene zur nächsten, eine lächerlicher als die andere. Obwohl die Handlung ziemlich sinnentleert ist, werden durch unnötige Einblendungen die offensichtlichen Zusammenhänge noch einmal verdeutlicht, für den Fall, dass man es noch immer nicht gerafft haben sollte.
Der schwachsinnige Plot wird jedoch haushoch überboten von den wirklich schreiend komischen, unfassbar dilettantischen "Horror"-Einlagen und dem wahnwitzigen Kostüm des bösen Antagonisten, einem Zauberer? Vampir? Dämon? namens Manos... oder einem Anhänger einer Gottheit dieses Namens? So genau wurde mir das nicht klar. Jedenfalls ist dieses Kostüm so herrlich, dass man es eigentlich zu Karneval nachnähen müsste.

Es ist also wirklich alles misslungen, was einem überhaupt nur misslingen kann. Was mich aber am meisten genervt hat, ist, dass jede Szene in schier unerträglicher, quälerischer Länge gezeigt wird, immer, wirklich immer mindestens dreimal so lang wie nötig. Dies wird erreicht, indem sinnlose Nahaufnahmen, mehrfache Wiederholungen der Dialoge oder einfach minutenlange Kunstpausen gezeigt werden. Und ich bin sicher, dass es sich hierbei nicht um ein avantgardistisches Stilmittel, sondern einfach um mangelndes Gespür für Spannung oder vielleicht auch um mangelndes Budget für den abschließenden Filmschnitt handelt...
Das Ende des Films ist ein stimmiger (und nach glücklicherweise nur etwas mehr als einer Stunde mit Dankbarkeit empfangener) Abschluss. Es ist so originell, dass es schon wieder vorhersehbar ist, sodass man mit einem "Och nee oder..." den sehnlich erwarteten Schluss kommentieren und anschließend das Medium, auf dem man sich diesen Schrott angesehen hat, in einem feierlichen Ritual der reinigenden Wirkung der Flammen überführen kann.

Kurz: "Manos - Hände des Schicksals" ist wirklich so unerträglich schlecht, dass man ihn einfach einmal gesehen haben sollte, damit man künftig allen Schrecken abgeklärt ins Auge blicken kann. Wer einen noch schlechteren Horrorfilm auftreibt ( und das kann ich mir kaum vorstellen), möge sich bitte bei mir melden und sich meinen tiefsten Respekt verdienen!

Immerhin hat der Farmer seine Wette gewonnen, denn dieser "Horror"-Streifen hat es tatsächlich in knapp 20 Kinos in der Nähe von El Paso geschafft. Das Publikum soll in Hysterie ausgebrochen sein, sodass Warren und seine Crew es vorzogen, das Kino noch vor Filmende heimlich zu verlassen...

Filmreview von: Gruselmonster / Alle Reviews von Gruselmonster

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

"Manos" ist in Amerika bei Alpha Video in englischer Sprache auf DVD erschienen, eine deutsche Veröffentlichung ist mir nicht bekannt. Berühmtheit erlangte zudem eine Episode der Satiresendung "Mystery Science Theater 3000", in der der Film kommentiert wird.

Filmbewertung

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