24/7: The Passion of Life
|
Werbung ![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Inhalt
Die 25 jährige Eva ist wohl behütet aufgewachsen und soll nun nach ihrer Ausbildung nach und nach das Hotel ihres Vaters übernehmen. Ihr Leben ändert sich schlagartig, als Sie Magdalena kennenlernt, die als Domina Lady Maria in einem SM-Studio arbeitet. Eva ist von ihr und der bizarren Umgebung fasziniert und wird dazu inspiriert, ihre sexuelle Identität selbst zu finden. Hierbei schnuppert sie in die bizarre Welt rein und besucht einen Swingerclub, wo sie Mike kennenlernt. Er will ihr Reiseleiter in die sexuelle Welt sein. Die Beziehung soll rein sexuell sein, doch dann verliebt sich Mike in Eva, was für weitere Probleme sorgt. Und je mehr Eva sich ihrer Lust hingibt, desto mehr entfremdet sie sich von ihrer bislang besten Freundin, die dem nur mit Unverständnis entgegentritt und sogar Evas Vater von ihren "Irrwegen" berichtet. Letztendlich muss sich Eva entscheiden, ob sie ihr Leben selbstbestimmt weiterführt oder sich den auferlegten Normen unterwirft und ein gutbürgerliches Dasein fristet.
Kommentar
Wer die Filme von Regisseur Roland Reber (Engel mit schmutzigen Flügeln) bzw. vom wtp international Team kennt, weiß, dass sich diese von anderen Produktionen unterscheiden. Hierbei handelt es sich um Autorenkino und nicht um hochkommerzialisierte und gewinnoptimierte Produktionen, die sich von Filmförderungen und Geldgebern beeinflussen lassen. Die kreativen Köpfe hier wollen etwas vermitteln, zum Denken anregen und Diskussionsstoff bieten. So erfolgt bei wpt bei der Kinoauswertung eine Kinotour, wo Roland Reber und die Hauptdarsteller von Kino zu Kino reisen, um den Film vorzustellen und nach dem Film mit allen Zuschauern gemeinsam darüber zu diskutieren. Dies kann wirklich interessant werden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Hierbei stellen sie sich auch unbequemen Fragen, wobei man merkt, dass sie sich eingehend mit dem Thema und dem Umfeld auseinandergesetzt haben.In "24/7: The Passion of Life" wird die wohlbehütet in einem goldenen Käfig aufgewachsene Hotelierstochter Eva, gespielt von Marina Anna Eich, auf eine sexuelle Selbstfindungstour geschickt. Sie ist so herangewachsen, wie es andere von ihr erwartet haben. So verkehrt sie in gehobenen Kreisen und soll das gut laufende Hotel ihres Vaters übernehmen. Doch mit all diesen Erwartungshaltungen ist sie zu einer gesellschaftlichen Marionette herangewachsen, ohne zu wissen, was sie selbst vom Leben und hier insbesondere von ihrer Sexualität erwartet.
Sie lernt die Domina Lady Maria kennen, die als gebildete Soziologin parallel an ihrer Doktorarbeit schreibt. Über sie lernt sie eine andere Welt kennen, eine bizarre und lustvolle Welt, in der die eigenen Wünsche an erster Stelle stehen.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist die Zeichnung der Lady Maria. Viele stellen sich unter einer Domina eine sadistische Frau vor, die ihren Delinquenten am liebsten stupide den Arsch versohlt. Aber dem ist nicht so, sie ist eher eine sexuelle Therapeutin. Jeder Mensch hat verborgene Sehnsüchte und Wünsche, bizarre Fantasien, die vielleicht abseits der Gesellschaftsnorm sind und deswegen unterdrückt und verheimlicht werden. Wer eine Domina aufsucht, betritt eine andere Welt, die von diesen Konventionen gelöst ist. Hier kann alles frei geäußert werden, anstatt es zu unterdrücken und in sich reinzufressen, hier kann dies ausgelebt werden. Die Domina ist dann genau die Person, die gebraucht wird, und die mit viel Einfühlungsvermögen auf den Kunden eingeht. Egal ob strenge Erzieherin, fürsorgliche Mutter, bizarre Gespielin, ... In mannigfachen Rollenspielen erlangen die Kunden hier seelisches Glück, und selbst wenn sie gefesselt sind und geschlagen werden, sind sie freier und glücklicher als jeder, der seine Wünsche in sich einsperrt.
Mira Gittner schafft es, die Rolle der Lady Maria, die im wahren Leben Magdalena heißt, nicht nur zu spielen, sondern glaubhaft mit Leben und Seele zu erfüllen. Die Namen Maria und Magdalena sind hierbei nicht zufällig gewählt. Zum einen setzt sich der Film kritisch mit der Kirche und den christlichen Moralvorstellungen auseinander, zum anderen ist die Domina hier eine sexuelle Erlöserin. Auch der Name Eva ist gezielt gewählt, denn in ihrem Selbstfindungsprozess, der von der SM-Szene über Swingerclubs bis Stripclubs führt, will sie nicht mehr die Person sein, die von anderen geschaffen wurde, sondern sich selbst aus ihren Wünschen gebären, was sogar visuell umgesetzt wurde und selbst der Darstellerin ein Lächeln abrang. Und dann wäre da noch ein Kunde, der glaubt, Jesus zu sein, und der fleischlichen Versuchung im Studio widerstehen will. Natürlich wirken manche Rollenspiele für Außenstehende befremdlich oder belustigend. So träumt ein Mann, der als Gummisau angeredet werden will, von einer Entmenschlichung, indem er mit Schweinemaske nur noch grunzen darf, und ein 80 jähriger spielt das Hausmädchen Elfriede und putzt, um sein Glück zu erlangen.
Auch wenn der Film in der Erotikszene angesiedelt ist und viel nackte Haut und sexuelle Handlungen gezeigt werden, ist er doch viel mehr, als ein simpler Erotikfilm. Er versucht die Sexualität und die Menschen, die diese ausleben, so zu zeigen, wie sie wirklich sind - menschlich und nicht pervers. Hierbei taucht er tief in die Materie und die menschliche Psyche ein und spätestens, wenn Elfride seine Schuldgefühle, die ihm im Krieg aufgezwungen wurden und die er ein Leben lang mit sich rumgetragen hat, offenbart, erkennt man, dass jeder Mensch seine eigenen Schicksale und Beweggründe hat, die ihm zu das geformt haben, was er heute ist.
"24/7: The Passion of Life" ist kein Film, den man sich nur zur Unterhaltung ansehen kann, er spricht eines der Kernthemen eines jeden an, die eigene Sexualität und gesellschaftliche Normen, die oftmals hierzu im Gegenspruch liegen. Er inspiriert, diese für sich selbst zu überdenken und den eigenen Horizont zu erweitern, er zeigt die SM-Szene nicht als pervers, sondern als gefühlvoll und menschlich, und versucht so Verständnis für das Handeln anderer zu wecken, selbst wenn man sich damit nicht identifizieren kann. Wurden Homosexuelle im 2. Weltkrieg noch verfolgt, ist dies mittlerweile gesellschaftlich anerkannt, so dass selbst Politiker sich outen können, ohne um ihre Stellung bangen zu müssen. Sagt aber einer, dass er sich gerne streng bestrafen lässt, zu Hause in Windeln rumläuft oder auf Toilettensex steht, wird er als nicht gesellschaftsfähig abgestempelt, obwohl selbst schmerzhafte Handlungen immer im beidseitigen Einvernehmen ablaufen und alle Beteiligten glücklich machen. Es gibt für unsere Gesellschaft also noch genug Potential, sich in dieser Richtung zu entwickeln.
Der Film wurde nicht auf 35mm gedreht, sondern digital, wodurch er einen leichten Heimkinocharakter erhält und sehr realitätsnah wirkt, was mir hier sehr gut gefallen hat. Auch die Darsteller können voll überzeugen, sowohl durch ihre optischen Reize als auch durch ihr Einfühlungsvermögen für die Rolle. Besonders herausragend sind Mira Gittner, die hier zusammen mit Roland Reber die Vorlage geschrieben hat, als Domina und Marina Anna Eich, die hier ihre exhibitionistische Ader voll ausleben kann. Ich bin mir aber auch sicher, dass dieser Film nicht allen gefallen wird. Das Gezeigte ist zwar nicht wirklich hart oder besonders provozierend ausgearbeitet, aber schon explizit und abseits der gesellschaftlich anerkannten Normen.
Mein Tipp: Auf jeden Fall ansehen und eine eigene Meinung bilden. Ein Film, aus dem man auch persönlich was mitnehmen kann.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist beiu WVG Medien auf DVD erschienen.
Filmbewertung
| Unser Gesamteindruck: | |
| Durchschnittliche Besucherwertung: | |
| Eigene Bewertung zum Film abgeben: | |
Unsere Filmbörse
Empfehlungen
Wenn dir dieser Film gefallen hat, empfehlen wir auch:
Engel mit schmutzigen Flügeln ( Deutschland, 2009) ![]() OT: Engel mit schmutzigen Flügeln, Regie: Roland Reber Mit: Antje Mönning, Marina Anna Eich, Mira Gittner, Maren Scholz, ... |
The Pet - Die Sklavin ( USA, 2006) ![]() OT: The Pet, Regie: D. Stevens Mit: Pierre Dulat, Andrea Edmondson, Sommer Nguyen, Steven Wollenberg, ... |
Eigene Filmempfehlung hinzufügen.
Weitere Filmtipps aus dem Bereich Erotik
Sie nannten sie liebevoll "Kleine Mutter" (
Deutschland,
Jugoslawien,
USA, 1973) Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill (
Deutschland,
USA, 1968) Scarletto - Schloss des Blutes (
Italien,
USA, 1965) 
Animals (
USA, 2008) 
Kite - Ein gefährliches Mädchen (
Japan, 1998) 
Chatterbox (
USA, 1977) 
Wild Things (
USA, 1998) 
She-Devils on Wheels (
USA, 1968) 
Die Frauen, die man Töterinnen nannte (
Italien,
Spanien, 1973) 
Wild Things 4 (
USA, 2010) 
Weitere Kommentare zum Film
| Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Film abgegeben. |
| Eigenen Kommentar zum Film schreiben. |

SURREALISTICA UNIFERNO - Lobbycard Set POSTCARDS
Preis: 16,00 €
SURREALISTICA UNIFERNO - LSD Trip OKKULT Film DVD
Preis: 18,00 €

C.I.A. Verschwörung - Action-Thriller, Mondial Hartbox
Preis: 6,00 €
Preis: 18,00 €

Beverly Hills Vamp - Vampir-Grusel-Komödie von Fred Olen Ray
Preis: 4,00 €

Eigene Filme
Druckansicht


Tokyo Decadence uncut
Tokyo Decadence 2 uncut
Devot
Wir leben SM!
The Pet - Die Sklavin
