Untraceable

Originaltitel: Untraceable
Alternativtitel: Untraceable - Jeder Klick kann töten
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2008
Regie: Gregory Hoblit

Darsteller

Figur

Diane Lane  Jennifer Marsh
Colin Hanks  Griffin Dowd
Billy Burke  Eric Box
Joseph Cross  Owen Reilly
Mary Beth Hurt  Stella Marsh
Perla Haney-Jardine  Annie Marsh
Peter Lewis  Richard Brooks
Tyrone Giordano  Tim Wilks
Tim De Zarn  Herbert Miller
  
Genre: Thriller
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Inhalt

Jennifer Marsh ist allein erziehende FBI-Agentin, die mit ihrer kleinen Tochter und ihrer Mutter in einem Vorort von Portland lebt. Nachts arbeitet sie in der FBI-Abteilung zur Bekämpfung von Internetkriminalität. Da sie sich sehr für ihre Arbeit aufopfert, entfremdet sie sich zunehmend ihrer Familie, für die sie nur wenig Zeit hat. Aufgrund eines anonymen Hinweises wird sie auf eine Webseite aufmerksam, die unter dem Titel "Kill with me?" per Lifestream das Verhungern einer Katze zeigt. Es gelingt Jennifer nicht, den Seitenbetreiber ausfindig zu machen, da sich der Webmaster offenbar bestens auskennt und es den Mitarbeitern unmöglich macht, ihn zurück zu verfolgen. Die Katze stirbt, ohne dass die Polizei es hätte verhindern können und das sadistische Spiel scheint zunächst vorüber. Doch schon sehr bald müssen Marsh und ihre Kollegen feststellen, dass das Tier erst der Anfang war...

Der Täter sucht sich nun menschliche Opfer, die vor laufender Kamera zu Tode kommen. Dabei wird der Mord allerdings genau genommen von den Webseitenbesuchern begangen, denn jeder Aufruf der Homepage beschleunigt den Tod. So verblutet beispielsweise das erste Opfer aus Schnittverletzungen aus der Brust, da ihm mit jedem Klick eine höhere Dosis eines Blutgerinnungshemmers verabreicht wird.

Agentin Marsh beginnt einen scheinbar ausweglosen Wettkampf mit dem Killer und seiner rasant wachsenende anonymen Fangemeinde und verstrickt sich bald stärker in dem Fall als ihr lieb sein kann...

Kommentar

"Untraceable" ist einer der wenigen Thriller, die mich mit echter Beklemmung erfüllt, ich möchte fast sagen: verstört haben. Das liegt weniger an der Gewalt (die zwar grausam, aber keinesfalls Kern der Geschichte ist) als an der moralischen Fragestellung des Films.

Sind nicht hier die anonymen Webseitenbesucher, die mit ihrer Sensationslust die Qualen der Opfer mitansehen und erst ermöglichen, die eigentlichen Mörder?
Der Täter ist zwar unzweifelhaft Initiator des Verbrechens, aber ohne die Klicks seiner Besucher würde den Opfern kein körperliches Leid widerfahren. Die Internetuser, die killwithme.com aufrufen, sehen den Mord nicht nur mit an, sondern gestalten ihn aktiv mit. Dies tun sie - spätestens nach dem ersten Todesfall - nicht unwissentlich, sondern mit voller Absicht.
Die im Film von den Seitenbesuchern hinterlassenen Kommentare treffen gut den Webslang und reichen von mitleidiger Kritik bis zu offensichtlichem Spaß an der Sache, nur eines empfinden die Internetuser anscheinend nicht: ein schlechtes Gewissen, dass sie selbst die angesehen Qualen auslösen.

Dieser Plot mag übertrieben erscheinen, ist es aber meiner Meinung nach nicht wirklich. Im Internet kursieren längst nicht mehr nur Horrorfilme mit Schauspielern und Kunstblut, sondern auch zahlreiche Videos echter Unfälle, Prügeleien und Überfälle. Anonym kann jeder mit ansehen und kommentieren, wie sich Menschen schwere Verletzungen zufügen. Dass man dabei realen Personen zusieht, scheint genauso wenig zu stören wie die Tatsache, dass der Seitenbesucher in "Untraceable" zum Mittäter bei einem Mord wird. Im Schutz der Anonymität und über die Distanz des Internets wird das Leid eines anderen Menschen von einem schockierenden Ereignis zu einem unterhaltsamen Schauspiel, in dem der tödliche Klick durch die damit verbundende eigene Macht den besonderen Kick darstellt.

Angesichts zahlreicher Online-Videos, die echte Gewalt bzw. Verletzungen zur Schau stellen - je spektaktulärer, desto besser - halte ich es für sehr gut möglich, dass sich eine Webseite wie in "Untraceable" rasch großer Popularität erfreuen würde. So bleibt das ungute Gefühl, dass es so oder ähnlich auch in der Realität passieren könnte, und zwar nicht in ferner Zukunft, sondern schon heute.

Die Schauspieler machen einen guten Job, wenngleich die Leistungen auch nicht außergewöhnlich brilliant sind. Die Atmosphäre ist gelungen und glaubwürdig. Fazit: Ein spannender Thriller, über den es sich nachzudenken lohnt.

Filmreview von: Gruselmonster / Alle Reviews von Gruselmonster

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Universal auf DVD erschienen.

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