Mondo Cannibale

Originaltitel: Il paese del sesso selvaggio
Alternativtitel: Deep River Savages
The Last Survivor
Man from Deep River
Mondo Canibale - Die Insel der erregenden Liebesspiele
Mondo Cannibale Massacre
Sacrifice!
Herstellungsland: ItalienItalien
Erscheinungsjahr:  1972
Regie: Umberto Lenzi

Darsteller

Figur

Ivan Rassimov  John Bradley
Me Me Lai  Marayå
Prasitsak Singhara  Taima
Sulallewan Suxantat  Karen
Ong Ard  Lahuna
Prapas Chindang  Chuan
Pipop Pupinyo  Mihuan
Tuan Tevan  Tuan
Chit  Cannibal
Choi  Cannibal
Song Suanhud  Witch Doctor
Song Suanhud  Witch Doctor
Pairach Thaipradit  Thai
  
Genre: Kannibalen, Erotik
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Inhalt

Der Reporter Lee Bradley wird im Urwald von einem Stamm Eingeborener festgenommen und lange Zeit gefoltert. Während und zwischen der Folter lernt Lee die Gebräuche und Riten der Ureinwohner kennen. Nach und nach wird Lee aber in den Stamm integriert, bis er zu einem vollwertigen Mitglied aufsteigt und sich in eine hübsche Eingeborene verliebt. Doch plötzlich ist der Stamm in großer Bedrohung. Kannibalen greifen an ...

Kommentar

„Mondo Cannibale“ ist der Titel dieses Kannibalenklassikers, der eigentlich gar kein Kannibalenfilm ist. Auch wenn der Film im Titel mit Kannibalen wirbt, handelt er von einem mehr oder weniger friedlichen Stamm Ureinwohner, die einen zivilisierten Flüchtling aus der Großstadt in ihre Gemeinde integrieren und keinerlei Appetit auf Menschenfleisch haben (Menschenfresser kommen nur kurz vor, dazu aber später mehr). Dabei wird schon am Anfang erklärt, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht, an den Originalschauplätzen gedreht wurde und die Zeremonien und Liebesbräuche wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden. Dank dieser Gründe schreibt sich der Film auch dem (Wie im Titel schon erwähnten) Genre des Mondofilms zu, was aber nicht ganz gerechtfertigt ist, da der Film eigentlich kaum Ähnlichkeiten mit einer Doku hat und mehr im Bereich des Abenteuerfilms angesiedelt ist. Sprich, der zivilisierte Reporter muss sich in einer für ihn vollkommen neuen Umgebung zurechtfinden, die einige Gefahren birgt. Denn anfangs scheint es so, dass die Ureinwohner nur bestialischen Bräuchen und dem Foltern des Neulings nachgehen. Denn kaum ist der Reporter in das Dorf entführt worden, muss er Morde beobachten, wird gefesselt und teils brutal gefoltert. Das kommt in dem Film teilweise trashig und unfreiwillig komisch rüber, was aber auch an der schlechten Synchro der deutsche Fassung liegen könnte.

Diloge und Monologe wie „Die Eingeborenen halten mich wohl für einen Fisch. Weil ich den Taucheranzug anhabe“ oder „... Ich bin doch genau so ein Mensch wie ihr! Ich bin ein Mensch und kein Fisch!“ sorgten bei mir für gute Laune, auch Szenen wie die, in der ein Mitglied des Stammes von einem Holzbalken erschlagen wird, lassen den Film ein wenig trashig wirken.

Alles andere als lustig sind die Tiersnuff-Szenen, die in dem Film immer wieder vorkommen und nicht wie in vorhergegangenen Filmen im Zusammenhang der Dokumentation stehen, sondern zur puren Unterhaltung eingebaut wurden. Das reicht von Hahnenkämpfen bis hin zur Halbierung eines Affenkopfes (noch lebendig) mit anschließendem Verzehr des Gehirn. So was braucht eigentlich kein Mensch!

Leider sind die restlichen Goreszenen (die getricksten) alle nicht der Rede wert und teilweise nur sehr kurz im Bild (Hand ab Szene). Neben den blutigen Details hat der Streifen auch ein paar nackte Tatsachen zu bieten, die bei einem solchen Film einfach nicht fehlen durften. Für Action sorgen die Ureinwohner mit Kämpfen und den Versuchen, die Flucht des Reporters zu verhindern.

Da der Film laut Einleitungstext am Anfang an den Original Schauplätzen gedreht wurde, spielt sich alles vor einer schönen Naturkulisse ab. So bekommt der Film die Dschungelatmosphäre, die er benötigt, um das Thema realistisch rüber zu bringen. Vielleicht sollte ich noch eine kleine Warnung aussprechen, denn unser Held verliebt sich in eine junge Eingeborenen, was teilweise schon recht schmalzig wirkt. Außerdem nervt es, dass die Beiden sich ab der Mitte des Films fast nur noch am Bespringen sind und es überall treiben.

Fazit: Der Film ist weder Kannibalenschocker noch Mondofilm, hier haben wir es mit einem Abenteuerfilm zu tun, der versucht mit ein wenig Gore und vollkommen überflüssigem Tiersnuff zu schockieren. Spannende Momente gibt es leider auch kaum, dafür ist der Film sehr unterhaltsam und lässt einen dank unfreiwilliger Komik ab und an auch mal schmunzeln. Ich mag den Film!

Filmreview von: erik / Alle Reviews von erik

Veröffentlichungen

Der Film ist in mehreren u.a. bei CMV-Laservision auf DVD erschienen. Die ungeschnittene Version ist leider indiziert, die FSK 16 Fassung von Best Entertainment wurde vor allem um die Tiersnuff-Szenen ca. 3 Min. gekürzt.

Filmbewertung

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