Das verbotene Spiel
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Inhalt
Nachdem sich die Menschheit seit Generationen mit Kriegen und Umweltverschmutzungen selbst fast zu Grunde gerichtet hat, ist nun eine perfekte Gesellschaft entstanden. Die Menschen leben in Harmonie zusammen, es gibt keine Krankheiten mehr und die zerstörte Natur wird kontinuierlich wieder aufgebaut. Zu Bildungszwecken reisen die Schüler in die Vergangenheit zu tragische Epochen der Menschheit, wo Seuchen, Kriege, Umweltverschmutzungen oder Katastrophen den Menschen zusetzten, um aus den Fehlern zu lernen. Der Kontakt zu anderen Menschen ist während der Zeitreisen strengstens verboten.
Der Lehrer Gen reist mit seinen Schülern Jet, Jer und Asa in die Epoche der sterbenden Fische. Hier kommen sie mit zwei Puppenspielern in engeren Kontakt und erkennen die Freuden des Spielens, was in ihrer Zeit verboten ist, denn wer spielt, streitet auch. Auch bekommen sie eine Kasperlepuppe geschenkt. Obwohl es streng verboten ist, Gegenstände aus der Vergangenheit mitzunehmen, behalten sie die Puppe. Wieder zurück in ihrer Zeit stellen sie sogar weitere Puppen her und stecken andere Kinder mit der Spielfreude an. Doch ihr verbotenes Treiben wurde von Gos beobachtet und dem Rat der Ältesten gemeldet. Dieser hat hier das Sagen, er untersteht nur dem Richter der Weisheit. Dies ist ein gigantischer Computer, der jedoch seit Jahrhunderten nicht mehr spricht, was der Ältestenrat jedoch verschweigt, um die Ordnung nicht zu stören. Um die aufkommende Spielsucht zu unterbinden, werden die Zeitreisen verboten. Gleichzeitig bekommt Gos Unterstützung von den Waldpflanzern, um alle Spielzeuge zu beschlagnahmen und den Lehrer zu verbannen. Um den Häschern zu entkommen und die Kasperlepuppe zu verstecken, verstecken sich Jet, Jer und Asa im mittlerweile von Pflanzen zugewucherten Computerkomplex des Richters der Weisheit. Beim Entfernen der Pflanzen aktivieren sie das Sprachzentrum des Rechners. Verwundert stellen sie fest, dass er extra darauf programmiert ist, das Spielen zu erhalten. Beim Tribunal des Lehrers kommen sie mit dem Richter der Weisheit aus ihrem Versteck und ...
Kommentar
1979 drehte George Moorse (Vampira), ehemaliger Student der Philosophie und der Altphilologie, diese dreiteilige Science-Fiction-Miniserie für den WDR. Der Film zeigt eine Utopie, wo die Menschen naturverbunden und in Harmonie zusammenleben. Die futuristische Welt wurde mit Kuppelzelten aus Spiegelfolie, die in der freien Natur stehen, schlicht aber zweckdienlich skizziert. Die Menschen tragen einen einfarbigen Overall, die Farbe des Anzugs entspricht ihrem Stand. Um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, unternehmen die Schüler Zeitreisen zu den schlimmsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Hierbei ist ein Kontakt zu anderen Menschen strengstens verboten. Um nicht mit anderen zu sprechen, nutzen sie hier ihre telepathischen Fähigkeiten.Doch was anfangs wie eine perfekte Gesellschaftsordnung aussieht, entpuppt sich schnell als marodes System. Damit die Menschen nicht mehr miteinander wetteifern und nach Höherem streben, ist das Spielen strengstens verboten. Wer im Verdacht steht, gegen die Regeln zu verstoßen, wird wie in einem Überwachungsstaat kontrolliert. Die Macht hat der Ältestenrat, der zwar dem Richter der Weisheit, einem Großcomputer, untersteht, aber seit Jahrhunderten verschweigt, dass er nicht mehr funktioniert. Nun kommt eine Schülergruppe bei einer Zeitreise mit einem Puppenspielerpaar in näheren Kontakt und entdeckt die Freude am Spielen, was bei ihrer Rückkehr wie ein Lauffeuer umgeht. Um dies zu unterbinden, werden die Waldpflanzer beauftragt, die Spielsachen zu beschlagnahmen und öffentlich zu verbrennen. Parallelen zum NS-Regime und der öffentlichen Bücherverbrennung sind hier gewollt. So entpuppt sich diese ach so perfekte, neue Ordnung als einfache Diktatur, in der es keine echte Freiheit gibt, sondern nur den Freiraum, der den Menschen vom Ältestenrat zugestanden wird.
Da der Film als Kinderfilm ausgelegt ist (die FSK 12 Freigabe empfinde ich als viel zu hoch gegriffen), wendet sich zum Schluss natürlich alles zum Guten. Die Kinder machen den Computer ausversehen wieder sprachfähig. Dieser verkündet als Richter der Weisheit, dass das Spielen nicht verboten ist. Tempo und Inhalt sind sehr kindgerecht gehalten, die moralische Botschaft, dass spielen ein wichtig für die Entwicklung des Kindes ist, wird für meinen Geschmack jedoch etwas zu sehr mit der Holzhammer-Methode vorgetragen. Der Film ist als Kinderfilm optimal, für erwachsene vielleicht etwas zu einfach und gradlinig, obwohl einzelne Elemente wirklich überzeugen können.
Die wirklich tolle, futuristische Musik stammt von Edgar Froese, dem Kopf von Tangerine Dream, den Pionieren im Bereich der elektrischen Musik. Die ca. 100 Minuten umfassende Miniserie ist in folgende Episoden aufgeteilt:
1. Der Verfolger
2. Das Geheimnis der Kristalle
3. Die Ausgestoßenen
Fazit: Eine tolle Kinderserie mit einer moralischen Botschaft, die mit einfachsten Mitteln effektvoll umgesetzt wurde.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Die komplette Serie ist bei Pidax Film / S.A.D. Home Entertainment auf DVD erschienen.
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