Colossus
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Inhalt
Unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Forbin wurde ein gigantischer Computer namens Colossus entwickelt. Dieser übernimmt die komplette Verteidigung der USA und soll "menschliche Fehler" beseitigen, indem er über unzählige Sensoren alle Daten rational auswertet. Der autonome Computerkomplex wurde in einem Berg errichtet, der selbst Atomangriffen standhält. Kurz nach Inbetriebnahme verkündet Colossus, das es noch ein anderes System gibt. Die Russen haben einen vergleichbaren Computer namens Guardian entwickelt, der einen Tag später in Betrieb geht. Die beiden Systeme verbinden sich miteinander, was von den Regierungschefs zur Datensicherheit jedoch schnell unterbunden wird. Schnell merken sie, dass Colossus jetzt der Herr im Haus ist. Seine Forderung, wieder mit Guardian verbunden zu werden, unterstützt er mit einem Raketenangriff auf die UDSSR, während Guardian mit einem Gegenangriff reagiert. Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, werden die Rechner wieder miteinander verbunden. Fortan agieren sie als gemeinsame Einheit, die als oberstes Ziel den Weltfrieden haben. Um dies durchzusetzen, ist ihnen jedes Mittel recht. Derweil versuchen die Regierungen, Colossus und Guardian zu deaktivieren, was nahezu unmöglich ist, denn sie überwachen jeden ihrer Schritte und reagieren mit drastischen Gegenmitteln. Ergibt sich die Menschheit ihrem Schicksal oder finden sie einen Ausweg?
Kommentar
Der Autor Dennis Feltham Jones zeichnet in seinem 1966 erschienenen Roman "Colossus" ein Horrorszenario, in dem ein Computer, der eigentlich zur Verteidigung der USA gedacht war, die Weltmacht übernimmt und mit gnadenloser Härte seine Befehle umzusetzen weiß. Drei Jahre später wurde er von Universal Pictures unter der Regie von Joseph Sargent (Der weiße Hai 4 - Die Abrechnung). Nachdem der Film ursprünglich als Fernsehfilm geplant war, überzeugte das Drehbuch von James Bridges (Das China Syndrom), so dass er als Kinofilm realisiert wurde. Für die Hauptrolle des Computergenies Dr. Forbin wurde Eric Braeden (Flucht vom Planet der Affen) gewählt. Um die Rolle zu bekommen, musste der in Deutschland geborene Schauspieler jedoch seinen Namen Hans Gudegast ändern. Als Inspiration für seinen neuen Namen diente sein Geburtsort Bredenbek. Er schafft es, seine Rolle als intellektueller Wissenschaftler durch seine ruhige und fast schon emotionslose Art glaubhaft zu verkörpern.Ihm zur Seite standen u. a. Susan Clark (In der Falle), William Schallert (Die unglaubliche Geschichte des Mr. C) und Gordon Pinsent (Blacula), die ebenfalls allesamt überzeugen können. Der riesige Computerkomplex ist sehr imposant umgesetzt. Hierzu wurde für 4,8 Millionen US-Dollar ordentlich Computermaterial angeschafft. Damals lief der Computer noch mit Lochkarten und ratterte und knatterte, herrlich. Der Film selbst kommt ohne große Actionszenen aus, er wirkt durch seine wenigen Schauplätze fast schon wie ein Kammerspiel. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, denn diese wird kontinuierlich gesteigert, so dass trotz der eher trockenen Art keine Längen aufkommen.
Der Film ist durch sein visionäres Szenario, welches damals bereits vorstellbar war, sehr glaubhaft und zeigt die Risiken, einem Computer etwas so wichtiges wie die Verteidigung eines Landes zu übertragen, eindrucksvoll auf. Der mittlerweile zum Klassiker avancierte Science-Fiction Thriller bereitete damit den Weg für Filme wie "WarGames - Kriegsspiele".
Colossus war übrigens der erste speicherprogrammierbare Computer, der 1943 in England zur Dechiffrierung von geheimen Nachrichten eingesetzt wurde.
Fazit: Ein zeitloser Klassiker, der thematisch heute, wo alles automatisiert wird, aktueller den je ist. Absolut sehenswert!
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei Ostalgica in zwei Auflagen auf DVD erschienen.
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