Harry Brown
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Inhalt
Tatenlos sieht der Witwer Harry Brown zu, wie seine Nachbarschaft von jugendlichen Kriminellen terrorisiert wird. Brutale Gewalt, Überfälle und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung, Drogen werden öffentlich gedealt. Sein alter Freund Leonard hat Angst auf die Straße zu gehen und selbst in seiner Wohnung ist er nicht mehr sicher. Da ihm die Polizei nicht helfen will, nimmt er zum Schutz ein altes Bajonett mit, doch schon am nächsten Tag wird er brutal ermordet in einer Straßenunterführung aufgefunden. Die Polizei weiß, wer sich dahinter verbirgt, doch ohne Beweise ist sie machtlos. Da beschließt Harry, der einst bei der Royal Marine diente, die Sache selbst zu regeln. Nachdem er sich mit Waffen eingedeckt hat, beginnt er mit der blutigen "Straßenreinigung" und ...
Kommentar
Schon beeindruckend, was Regisseur Daniel Barber hier in seinem Spielfilmdebüt abliefert. In tristen Farben zeichnet er ein heruntergekommenes, britisches Getto, welches mit seinen Graffiti verschmierten Betonkulissen eine trostlose und kühle Atmosphäre schafft, hier werden positive Gefühle und Hoffnungen bereits im Keim erstickt. Ohne Aussicht auf eine Zukunft verwahrlosen die Jugendlichen in kriminellen Banden. Die Gewaltbereitschaft und Aggressivität ist erschreckend hoch, hier gilt das Recht des Stärkeren. Aus Langeweile terrorisieren sie Anwohner und Drogen sind ihr täglich Brot, während die Polizei nur tatenlos wegsieht.Hier wohnt der Rentner und Witwer Harry Brown, der mit Michael Caine (Freibeuter des Todes) hochkarätig besetzt ist. Als der letzte Freund des ehemaligen Elite-Soldaten ermordet wird, greift er in seiner ausweglosen Verzweiflung zur Selbstjustiz. Es folgt ein harter und gnadenloser Rachefeldzug, wo er jeden, der keinen Funken Menschlichkeit mehr besitzt, zur Hölle schickt.
Der zweifache Oscar-Preisträger Michael Caine zeigt mit seinen 76 Jahren, dass er auch im Alter noch gefährlich sein kann. Es ist einfach herrlich, dem Mimen bei der Arbeit zuzusehen. Wie Clint Eastwood in "Gran Torino" strahlt er durch seine ruhige und besonnene Art eine überlegene Ausstrahlung aus. Klar, dass er hiermit allen anderen Darstellern die Show stiehlt, bestenfalls sein alter Freund, gespielt vom Hogwads Hausmeister David Bradley (Harry Potter und der Stein der Weisen), kann noch gegen ihn bestehen. Caine zögert lange, bis er sich entschließt, zur Tat zu schreiten. Im Gegensatz zu anderen Rachethrillern wie Jack rechnet ab, wo Caine ebenfalls als Rächer unterwegs ist, handelt er hier nicht aus niederen Motiven, sondern aus Verzweiflung, weil er keinen anderen Ausweg sieht. Der Zuschauer fühlt mit ihm und kann sich somit mit seinem Charakter identifizieren, entsprechend genussvoll wird dann auch die Rache ausgekostet. Hier zieht er jedoch nicht die Rambo-Nummer ab, dies wäre seinem Alter nicht angemessen, statt dessen zeigt er selbst Schwächen.
Der Film wird spannend und ohne Längen vorgetragen und punktet vor allem durch seine Glaubwürdigkeit. Er zeigt ein Szenario, wie es dies wirklich in London geben könnte, wodurch er sich von amerikanischen Selbstjustizfilmen wie Ein Mann sieht rot unterscheidet.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Ascot Elite Home Entertainment auf DVD und Blu-ray erschienen.
Filmbewertung
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11:14 - elevenfourteen [Blu-ray]
Stand: 22.05.2012 13:10:52
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