Daybreakers

Originaltitel: Daybreakers
Herstellungsland: AustralienAustralien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  2009
Regie: Michael Spierig
Peter Spierig

Darsteller

Figur

Ethan Hawke  Edward Dalton
Willem Dafoe  Lionel 'Elvis' Cormac
Sam Neill  Charles Bromley
Claudia Karvan  Audrey Bennett
Michael Dorman  Frankie Dalton
Isabel Lucas  Alison Bromley
Vince Colosimo  Christopher Caruso
Harriet Minto-Day  Lisa Barrett
  
Genre: Vampire, Science-Fiction
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Inhalt

Eine Seuche hat fast die gesamte Menschheit in Vampire verwandelt. Eine neue Zivilisation ist entstanden (mit "Subwalks", um auch tagsüber durch die Stadt gehen zu können, und Autos mit "Tagfahrmodus"). Aber inzwischen gibt es zuviele Vampire und zu wenige Menschen - die Blutvorräte gehen zur Neige, es droht eine Hungersnot und schlimmeres, denn manche Vampire fallen inzwischen die eigenen Artgenossen an und mutieren zu Monsterwesen, die gar nichts Menschliches mehr an sich haben.
Ein Nahrungsmittel-Großkonzern, in dem Menschen wie Melkkühe zur Blutproduktion gehalten worden, forscht zwar an der Entwicklung eines künstlichen Blutersatzstoffes, ist aber bisher gescheitert, weil sich das Kunstblut jedesmal als unverträglich erweist. Und die Zeit wird knapp.
Da gerät Edward Dalton, der führende Hämatologe des Konzerns, mit einer Widerstandsgruppe zusammen - Menschen, die im Untergrund zu überleben versuchen. Und deren Anführer, Edward Cormac, ist kein gewöhnlicher Mensch - er war schon einmal Vampir, wurde aber durch Zufall geheilt und ist wieder zum Sterblichen geworden. Mit Daltons Hilfe hoffen die Widerständler, eine Medizin gegen den Vampirismus entwickeln zu können.
Das läuft allerdings Edwards Arbeitgeber, Konzernchef Bromley, massiv gegen den Strich - gäbe es keine Vampire mehr, würde er ja seine Kundschaft verlieren. Und das kann er natürlich nicht zulassen...

Kommentar

"Daybreakers" ist eine nette, ungewöhnliche Dystopie - eine Spur I Am Legend (eine Seuche, die fast die gesamte Weltbevölkerung in Vampire verwandelt, und die Suche nach dem Heilmittel), eine Prise Matrix (die Menschenfabriken), ein bißchen "Soylent Green" (die Lebensmittelknappheit, das Problem der übermäßigen Ressourcenausbeutung), eine Messerspitze Land of the Dead (der skrupellose Konzernchef), ein Stäubchen Perfect Creature (ein von Vampiren dominiertes Paralleluniversum), und zum Drüberstreuen ein paar Spritzer Underworld (die kühle, blaue Farbgebung). Alles also schon mal dagewesen, aber in dieser Kombination dann doch überraschend und neuartig.

Ein attraktiver, ruhiger, teilweise fast artifizieller Anfang nimmt erstmal für sich ein - der Selbstmord des Vampirmädchens, die ersten Eindrücke aus der "schönen neuen Welt" der Vampire, starke, fast wortlose Bilder. Das sind die deutlichen Pluspunkte des Streifens - wieviel Mühe er sich gibt, bis ins kleinste Detail eine von Vampiren dominierte Zivilisation zu erschaffen, die in sich glaubwürdig ist, und gar nicht so weit von unsrer menschlichen entfernt (noch immer fährt man mit der U-Bahn, benutzt Handies, trinkt Kaffee - wenn auch mit Blut statt Milch...). Sehr fein.
Später gerät der Film aber immer mehr in vertraute, langweilige Action-Fahrwässer, die Story wird immer wirrer, was an Logik verschwindet, wird durch Härte und Splatter wettgemacht, trotzdem, das hatten wir irgendwie alles schon mal besser. Die Ruhe, die zu Beginn die Qualität des Films ausmacht, weicht mehr und mehr einer ziemlich konfusen und unnötigen Hektik. Vielleicht mußte da auch auf Treiben der Produzenten zuviel herausgeschnitten werden? Wir wissen es nicht. Etwa der Subplot mit Bromleys Tochter - der ist schon fast strafhaft elliptisch, sprich: sprunghaft, erzählt, man bekommt den Eindruck, daß da wesentliche Teile fehlen - was übrig bleibt, ist im Prinzip fast unnötig, die tragische Wirkung, die mit dieser Episode vielleicht erzielt werden sollte, kommt so auf jeden Fall nicht zur Geltung. Und, noch was: warum müssen sich die Vampire hier schon wieder, wie in zu vielen moderneren Vampirfilmen, so zombieartig aufführen (Bisse reichen nicht, da werden auch schon mal Gliedmaßen abgerissen)?

Allerdings, auch in dieser zweiten Phase gelingen hin und wieder immer noch spannende Bilder, etwa die brutale Auslöschung der Untermenschen - Pardon, Untervampire, die an Ketten ins Sonnenlicht geschleift werden. Das ist ziemlich grausame Sozialsatire - erst läßt man die armen Angehörigen der unteren Klassen durch Blutrationierungen fast verhungern - durch Entzugserscheinungen etc. mutieren sie zu ghulartigen Fledermauswesen - und dann werden sie als Gefahr für die Gesellschaft eliminiert...
Ziemlich zwiespältiger Schluß (im positiven Sinn): der Offtext verspricht die Rettung der Welt, doch was wir gesehen haben, waren Bilder des Chaos und der Zerstörung. Aber wie lautet das Motto auf Willem Dafoes Auto? "Wie der Phönix aus der Asche" - ist die Menschheit nur durch Tod und Leid zu erlösen? Wenn die gerade eben vom Vampirismus Geheilten sich torkelnd erheben und sofort einer neuen Gruppe von Vampiren zum Opfer fallen - die dann selber durch den Kontakt mit dem veränderten, "geimpften" Blut der Geheilten wieder zu Menschen werden - nur um dann ihrerseits von der nächsten Vampirgruppe attackiert zu werden - und das Ganze ad infinitum - das hat schon beinahe etwas Surrealistisches. Wieviele Generationen von Menschen müssen ihr Leben hingeben, damit es endlich eine Generation gibt, die in Frieden leben darf? Irgendwie ein ziemlich düsteres und zutreffendes Abbild der Menschheitsgeschichte bis heute (der Film spielt ja auch nur 10 Jahre in der Zukunft)...

Natürlich ist das Ganze auch eine ziemlich bissige Metapher auf unsre Gegenwart - hemmungloser Kapitalismus und Profitgier, die zunehmende Aufspaltung der Welt in "die da oben" und "die da unten" (sprich: "arm / reich", "Inländer / Ausländer", etc.), die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bis zur Selbstzerstörung, usw., alles da, und alles natürlich in vampirischem Gewand. Sozialdarwinismus in Reinkultur, als Grundlage unsrer modernen Zivilisation sichtbar gemacht. Manchmal wirds richtig schön zynisch - wenn etwa im Hintergrund auf einem Plakat ein vampirischer "Uncle Sam" die Blutsauger zur Menschenjagd auffordert, in der selben Pose wie auf dem berühmten alten US-Army-Werbeplakat mit dem sprichwörtlich gewordenen Slogan "I Want You"... (der nunmehr lautet "Capture Humans"!)

Willem Dafoe, seit Shadow of the Vampire einer meiner Lieblingsvampire, kann hier als im Untergrund kämpfender Exvampir und Elvisfan mit merkwürdigem Bart leider kaum mehr als eine ausgedehnte Klischeefigur abliefern, nur wenig spannender als seine Knattercharge als Dandyvampir in Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire - aber da wars wenigstens lustig gemeint. Hier geben ihm die Drehbuchautoren dagegen leider kaum Möglichkeiten, in die Tiefe zu gehen - außer einigen originell sein wollenden Onelinern und philosophischen Betrachtungen, die meist eher banal ausfallen, hat seine Figur wenig Substanz. Wie fühlt sich das an, wenn man tot war und nun wieder lebt? Dafoe hätte es uns vielleicht vermitteln können, wenn man ihn nur gelassen hätte - schade. Oder ist auch da zuviel dem Rotstift (sprich: der Schere) zum Opfer gefallen? Ethan Hawke kann zumindest in der ersten Hälfte überzeugen, dann läßt auch ihn das Drehbuch im Stich, und Sam Neill spielt, was er am besten kann, den zynischen Fiesling, den man fast liebhaben könnte, aber eben nur fast.

Insgesamt aber für Vampirfans durch den neuartigen Ansatz (endlich mal wieder ein Film aus der Vampirperspektive, aber ohne "Twilight"-Weichspüler) und auch für SF-Freunde durch den gelungenen Einblick in eine zukünftige, gut durchgestaltete Vampir-Zivilisation (von der man gerne noch mehr gesehen hätte) auf jeden Fall einen Blick wert.

Filmreview von: Seward / Alle Reviews von Seward

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Sunfilm Entertainment in mehreren Auflagen ungekürzt auf DVD und Blu-ray erschienen.

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Daybreakers
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Filmtitel: Daybreakers
Zustand: Neu | Medium: DVD

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Weitere Kommentare zum Film

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Gruselmonster, 21.10.11
Im Großen und Ganzen fand ich den Film ganz in Ordnung, bin aber der Meinung, dass er besser geworden wäre, wenn man auf die ein oder andere Gore-Szene verzichtet hätte und stattdessen etwas mehr Zeit in die Figurenentwicklung gesteckt hätte. Besonders das Vater-Tochter-Drama um Sam Neill hätte in meinen Augen noch mehr Potential gehabt, das verschenkt wurde. So hat mir besonders die zweite Filmhälfte weniger gut gefallen, obwohl der Anfang eigentlich ziemlich vielversprechend war. Stimme der Kritik daher vollkommen zu!
 
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