Planet der Affen

Originaltitel: Planet of the Apes
Alternativtitel: Der Planet der Affen
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1968
Regie: Franklin J. Schaffner

Darsteller

Figur

Charlton Heston  George Taylor
Robert Gunner  Landon
Jeff Burton  Dodge
Linda Harrison  Nova
Kim Hunter  Dr. Zira
Roddy McDowall  Cornelius
Maurice Evans  Dr. Zaius
Lou Wagner  Lucius
James Daly  Honorious
Woodrow Parfrey  Maximus
Wright King  Dr. Galen
  
Genre: Tierhorror, Science-Fiction
Sequels: Planet der Affen (1968)
Rückkehr zum Planet der Affen (1970)
Flucht vom Planet der Affen (1971)
Eroberung vom Planet der Affen (1972)
Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)
Planet der Affen (1974)
Notlandung auf dem Planet der Affen (1974)
Planet der Affen (2001)
Planet der Affen: Prevolution (2011)
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Inhalt

1972 brechen 4 Astronauten zu einer Weltraummission durch Zeit und Raum auf. Der Flug dauerte für die Astronauten nur 18 Monate, doch auf der Erde sind über 2000 Jahre vergangen. Bei einer Notlandung im Wasser auf einen entfernten Planeten versinkt das Raumschiff, doch Taylor, Landon und Dodge überleben. Sie treffen auf eine Gruppe stummer, wie wilde Tiere lebender Menschen. Diese werden von Affen gejagt, getötet und versklavt. Taylor wird verletzt und gefangen. Die herrschende Rasse sind zivilisierte Affen. Die Tierpsychologin Zira und ihr Mann, der Archäologe Cornelius, wollen Taylor helfen, doch der oberste Verkünder des Glaubens, Dr. Zaius, fürchtet um die Vorherrschaft der Affen. Er versucht diese, als Ketzer anzuklagen und will Taylor unschädlich machen, doch ...

Kommentar

1963 veröffentlichte der französische Schriftsteller Pierre Boulle (1912 – 1994) seinen Roman "La planète des singes" (Planet der Affen) und legte damit den Grundstein für einen der wichtigsten Science-Fiction Filme der Filmgeschichte. Bekannt wurde er durch seinen Roman "Die Brücke am Kwai" von 1954, worin er seine Kriegserlebnisse verarbeitete und welcher 1957 erfolgreich verfilmt und mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde. In seiner Geschichte werden die Rollen zwischen Affen und Menschen getauscht. Die Affen sind die herrschende Spezies und können sprechen, die Menschen sind stumme und primitive Primaten.

Arthur P. Jacobs, der vor allem als PR-Manager für Stars wie Gregory Peck und Marilyn Monroe bekannt wurde, las das Buch bereits vor der Veröffentlichung. Im Gegensatz zu Boulle erkannte er das Potential für eine filmische Umsetzung, so dass er sich die Filmrechte bereits vor Veröffentlichung des Buches sicherte. Er beauftrage 7 Illustratoren, um unzählige, eindrucksvolle Skizzen zu entwerfen, mit denen er bei den großen Labels hausieren ging, doch stets erfolglos. Warner zeigte Interesse und begann sogar schon mit den Vorbereitungen, sagte das Ganze dann jedoch ab. Affen mit billigen Kostümen kannte man bei Science-Fiction Filmen meist aus billigen B- oder C-Movies, wenn diese dann auch sprechen würden, könnte dies ganz schnell zu einer Lachnummer werden - ein Risiko, welches sich die Studios bei einer kostspieligen Produktion nicht leisten konnten. Was er brauchte war ein Star, und diesen fand er mit Charlton Heston (1924 – 2008). Dieser spielte zuvor bereits Hauptrollen in Monumentalfilmen wie "Die zehn Gebote", "Ben Hur", "El Cid" und "55 Tage in Peking". Er war sofort von der Idee begeistert und holte Regisseur Franklin J. Schaffner an Bord, mit dem er zuvor "Die Normannen kommen" drehte. Damit gelang es ihm, bei den Fox-Studios Richard D. Zanuck zu überzeugen. Zunächst wurden jedoch nur Probeaufnahmen in Höhe von 5.000 US Dollar genehmigt, um zu testen, wie die Masken wirken würden. Charlton Heston spielte hier bereits seine spätere Rolle, die damals aber noch Thomas hieß. Edward G. Robinson spielte den Orang-Utan Dr. Zaius und sollte eigentlich auch im Film die Rolle übernehmen, die aufwendigen Masken waren ihm jedoch zu anstrengend, so dass er die Rolle später ablehnte. Die ehemalige Miss Berlin Linda Harrison, die damals mit Richard D. Zanuck zusammen war und 1968 heiratete, übernahm zusammen mit James Brolin die Rolle des Assistenten, im späteren Film ist Linda Harrison in der Rolle der stummen Nova zu sehen.

Der Testfilm war trotz einfacher Masken überzeugend, so dass nun mit den Vorbereitungen begonnen werden konnte. Das Drehbuch wurde von Rod Serling verfasst, sagte dem Studio aber noch nicht so zu. Die Affenstadt aus Boulles Roman war zu aufwendig, moderne Gebäude, futuristische Fahrzeuge und Hubschrauber hätten den finanziellen Rahmen gesprengt. Das Drehbuch wurde an Michael Wilson, der bereits für Boulles "Die Brücke am Kwai" das Drehbuch verfasste, übergeben. Er platzierte die Affen in eine sehr viel primitivere Welt, was enorme Kosten sparte, und baute neben einer guten Portion Humor auch sehr viel politische Raffinessen ein, die man damals so nicht bringen konnte, da die Geschichte aber 2000 Jahre in der Zukunft spielt und die herrschende Spezies Affen waren, konnte dies ohne politisch zu wirken als Parabel eingebaut werden, eine Form, die man von vielen Ostblockfilmen kennt. Bereits im Prolog, wo Charlton Heston als Astronaut Taylor eingeführt wird, sinniert er über die Menschheit, die so klug ist, dass sie Raumschiffe ins All entsenden kann, aber sich dennoch gegenseitig wie Tiere abschlachten. Mit der Affengesellschaft, die viele Aspekte unserer Gesellschaft aus einer anderen Perspektive zeigt, wird uns dann quasi ein Spiegel vorgehalten. Die Affen, die wie in einer Fabel sprechen können (hier jedoch evolutionsbedingt), sind in drei Klassen aufgeteilt. Die Schimpansen, die den Menschen am ähnlichsten sind, repräsentieren das gewöhnliche Arbeitervolk. Die wild aussehenden Gorillas stehen für Kraft und Gewalt und bilden die militärischen Einheiten. Die Orang-Utans sind klug und weise und bilden religiösen Oberhäupter, Regierungschefs und Richter. Witziger Weise gruppierten sich die Darsteller während der Drehpausen auch unbewusst immer zu ihren Artgenossen im Film, so dass sich Schimpansen instinktiv zu anderen Schimpansen setzten und Gorillas zu anderen Gorillas. Interessant ist auch, dass hier der oberste Verkünder des Glaubens auch gleichzeitig Minister der Wissenschaft ist, zwei Bereiche, die regelmäßig miteinander in Konflikt stehen, so dass er der Wissenschaft oftmals Steine in den Weg legt, um die religiösen Grundsätze zu schützen. Auch werden Wissenschaftler trotz fundierter Beweise als Ketzer verurteilt, selbst wenn die Wahrheit bekannt ist. Ein Verhalten, welches die katholische Kirche im Mittelalter auch ausgiebig praktizierte. So wird auch ein Tribunal abgehalten, welches eher einer Inquisition gleicht. Hier wird von den drei Richtern das Sinnbild der drei weisen Affen, die nichts böses hören, sehen oder sagen zitiert, indem sich ein Richter die Ohren, einer die Augen und einer den Mund zuhält. Hier jedoch eher in dem Kontext, dass sie sich vor den Argumenten der Verteidigung verließen, da das Urteil unabhängig vom Verlauf gefällt wird.

Auch wird das Verhältnis der Menschen zu den Tieren durch den Rollentausch verdeutlicht. Hier werden Menschen von Gorillas gejagt, die Menschenleichen werden als Jagdtrophäen für Fotos zu Bergen aufgehäuft, Menschen kommen in den Zoo, werden seziert, für Forschungszwecke missbraucht, kastriert und haben keine Rechte. Dies wirkt auf den ersten Blick grausam, ist aber nur das, was wir mit den Tieren machen.

Aber ich schweife schon wieder zu sehr ab, zurück zu den Vorbereitungen. Nachdem die Affenstadt nun doch nicht hochmodern sein sollte, fand Artdirektor William J. Creber bei einer alten, türkischen Höhlensiedlung die passende Inspiration, um eine eigene Affenstadt aufzubauen. Diese wurde auf der Fox-Ranch in der Nähe von Los Angeles errichtet. Gebaut wurde mit Hartschaum, der in Kartonmodellen gesprüht wurde. So wurde eine ganze Stadt inkl. Amphitheater errichtet, die vom Aussehen her sehr eigen wirkt und auf ganzer Ebene überzeugt. Auf der Ranch wurde auch noch die Szene mit dem idyllischen See gedreht, der zuvor für das ebenfalls von Arthur P. Jacobs produzierte Musical "Doctor Dolittle" angelegt wurde. Die traumhaften Wasserfälle wurden mit etlichen Feuerwehrschläuchen gespeist. Auch die Treibjagd im Maisfeld wurde dort gedreht. Da der Mais mindestens 1,80 Meter hoch sein sollte und nur wenige Wochen zur Verfügung standen, wurde er rund um die Uhr bewässert und stark gedüngt, so dass er zu Drehbeginn auf ganze 2,50 Meter gewachsen war. Die unwegsame und Menschenfeindliche Wüste, durch die sich die drei Astronauten zu Beginn kämpfen, wurde am Lake Powell und am Glen Canyon in Utah sehr bildgewaltig eingefangen. Gedreht wurde hier bei Temperaturen von bis zu 50 °C, was der Crew einiges abverlangte, Jeff Burton, der hier als Dodge zu sehen ist, wurde bei der Temperatur sogar ohnmächtig.

Das besondere Augenmerk lag aber auf den Affen-Masken. Mit ihr stieg und fiel die Glaubwürdigkeit des Films. John Chambers, der zuvor bereits fürs Fernsehen an Serien wie "The Munsters" und "Raumschiff Enterprise" arbeitete und u.a. die legendären Ohren von Mr. Spock erfand, konnte für diese schwierige Aufgabe gewonnen werden. Sein Handwerk erlernte Chambers im Krieg, wo er für Kriegsopfer Gesichtsplastiken und Prothesen erstellte. Mittels aufwendiger Gummiformen, die den Darstellern in einer bis zu 6-stündigen Prozedur aufgelegt wurden, wurden die Affen sehr glaubhaft zum Leben erweckt. Durch diese Maske war es möglich, Gestik und Mimik mittels übertriebener Gesichtsmuskelbewegungen glaubhaft zu vermitteln. Es wurden insgesamt 200 verschiedene Masken entworfen. Für die Vorbereitung wurden zeitweise bis zu 80 Maskenbildner eingesetzt, wodurch es bei anderen Produktionen Mangel gab und zu Terminverschiebungen führte. Von dem Gesamtbudget von 5,8 Millionen US Dollar verschlang allein die Maske eine Millionen. Aber die Investition hat sich mehr als gelohnt, denn selbst heute können die Masken voll überzeugen.

Für die Affendarsteller konnten namhafte Stars gewonnen werden. Obwohl die Gesichter hinter einer Maske verborgen sind, war dies laut Ansicht des Studios nötig, damit die Darstellung glaubwürdig wirken konnte. Für die Rolle der Wissenschaftlerin wurde Oscar-Preisträgerin Kim Hunter (1922 – 2002) engagiert. Ihr Filmpartner Dr. Cornelius wurde von dem britischen Schauspieler Roddy McDowall (1928 – 1998) verkörpert. Für ihn wurde dies die Rolle seines Lebens, er ist in vier der fünf Spielfilme zu sehen und ist ebenfalls als Schimpanse namens Galen in der 14teiligen Fernsehserie zu sehen. Nachdem Edward G. Robinson als Dr. Zaius absagte, wurde die Rolle mit dem Theaterdarsteller und Schauspieler Maurice Evans besetzt, der zuvor mit Heston und Schaffner bei "Die Normannen kommen" zusammenarbeitete. Die Hauptrolle war mit Charlton Heston besetzt, dessen Charakter sich im Verlauf entwickelte. Einst verließ er die Erde, weil er glaubte, es müsse doch etwas besseres als die Menschen geben, später wird er zum Kämpfer für das Überleben der Menschheit. Die Dreharbeiten verlangten Heston einiges ab, er wurde gejagt, geschlagen, gefesselt, geknebelt, fast kastriert und muss meist halbnackt rumrennen. Auch hatte er hier seine erste Nacktszene, wo ihm beim Tribunal seine stinkenden Klamotten entrissen werden.

Gedreht wurde vom 21. Mai bis zum 10. August 1967, die angesetzten Drehtage und das Budget konnten damit von Schaffner eingehalten werden. Danach ging der Film in Postproduktion, wo Jerry Goldsmith eine außergewöhnliche Experimentalmusik schrieb. Die fremdartigen Klänge schaffen eine beängstigende Atmosphäre, die die Wirkung der Bilder deutlich hervorhebt. Kinopremiere feierte der Film am 8. Februar in New York, der deutsche Kinostart war am 3. Mai 1968. Der Film kam beim Publikum und bei den Kritikern gleichermaßen an. Er funktioniert auf mehreren Ebenen, Kinder fasziniert mehr der Fantasy-Charakter, der allein durch den Rollentausch zwischen Mensch und Affen amüsant und unterhaltsam ist. Kritiker lobten die eingebaute und vielschichtige Gesellschaftskritik. Ausgezeichnet wurde er beim Academy Award für die beste Musik und das beste Kostümdesign nominiert, letztendlich bekam aber nur John Chambers einen Ehren-Oscar für die überwältigenden Masken. Damals gab es die Kategorie Beste Maske noch nicht, diese wurde erstmals 1982 eingeführt, wo "American Werewolf" diese Auszeichnung erhielt.

Besonders eindrucksvoll ist das am Strand von Zuma Beach in Malibu gedrehte Ende des Films, wo Taylor auf die zerstörte Freiheitsstatue, dem amerikanischen Wahrzeichen für Freiheit und Gerechtigkeit, trifft. Mit Entsetzen begreift er hier, dass er nicht auf einem entfernten Planeten war, sondern auf der Erde, und dass die Menschen diese selbst zugrunde gerichtet hatten. (Eigentlich hätte er dies schon viel früher merken sollen, es gibt Menschen und Affen, die sogar seine Sprache sprechen.). 1968 war der kalte Krieg auf seinem Höhepunkt und die Angst einer nuklearen Zerstörung der Welt wurde im Film Wirklichkeit. Somit ist dies einer der ersten Endzeitfilme, einem Genre, dem Charlton Heston mit "Der Omega-Mann" und "...Jahr 2022... die überleben wollen..." später noch zwei Klassiker hinzufügte. Das aufrüttelnde Ende ist eines der bekanntesten und herausragendsten Szenen der Filmgeschichte, welches gerne zitiert oder im Falle von Mel Brooks' Spaceballs parodiert wurde.

Der Film wurde ein absoluter Kassenschlager, mehr noch, er war ein Kulturphänomen und der Beginn einer phantastischen Saga, die mit vier würdigen Fortsetzungen, die allesamt überzeugen konnten, fortgeführt wurde. Daneben gab es noch eine 14teilige Fernsehserie, eine Zeichentrickserie, Marvel brachte 1974 eine Comicserie auf den Markt. 13 Teile davon erscheinen 1975 monatlich im Williams-Verlag, wo der komplette Film in den ersten sechs Ausgaben als Comic wiedergegeben wurde und durch eigene Geschichten sowie interessanten Interviews ergänzt wurde. Es war aber auch der Beginn des Merchandising. Es gab unzählige Produkte wie Actionfiguren, Tassen, Spiele, Kleidung, Masken etc. Damit bereitete er Filmen wie "Krieg der Sterne" den Weg, um einen Film nicht nur auf der Leinwand erfolgreich zu vermarkten, sondern auch an den Produkten mitzuverdienen. Und da das Interesse an dem Film nicht abzureißen schien, drehte Regisseur Tim Burton 2001 ein Remake zu diesem Klassiker, wo Linda Harrison und Charlton Heston nochmals in Nebenrollen auftauchen. Das Remake kann dem Original jedoch nicht das Wasser reichen, der Film wurde mit Effekten und Actionszenen überladen, was zu Lasten der Handlung und der Gesellschaftskritik ging.

"Planet der Affen" gehört zu den Filmen, die eigentlich jeder kennt, selbst Leute, die dem Science-Fiction-Genre sonst nichts abgewinnen können, ein zeitloses Meisterwerk, das zu den herausragendsten Klassikern der Filmgeschichte zählt.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist sowohl einzeln als auch in einer Box mit allen 5 Teilen bei 20th Century Fox Home Entertainment auf DVD und, Blu-ray und VHS erschienen. Da auch die Fortsetzungen dieses Klassikers hervorragend sind, kann ich jedem nur den Kauf der Box empfehlen. Auf Super 8 wurde der Film bei INTER-PATHÉ-FILM veröffentlicht.

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Weitere Kommentare zum Film

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EnQelchen, 31.03.10
Also ich finde den Film wirklich sehr gut.Die gesamte Kulisse,Schauspieler,Masken + Kostüme und das alles sind für die damalige Zeit einfach super.Mich hat es gegruselt sich nur einmal vorzustellen,dass es Menschen iwann auch so ergehen könnte,regt zum Nachdenken an.Von mir daher volle Skullzahl,5/5 :)
 
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