Oliver Maass
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Inhalt
Folge I
Seit dem Tod seiner Mutter lebt der 15jährige Oliver Maass bei seiner Großmutter Louise. Diese hat jedoch einige ihre Eigenarten, so beschwört sie mit Bekannten in ihrem Haus Geister. Michael, Olivers Vater, sucht in Italien auf dem Anwesen von Graf Esteban nach dem Grab eines Kaisers. Der Graf hat eine Sammlung von Musikinstrumenten namhafter Musiker und Komponisten. In seiner Sammlung befindet sich auch die Geige des Teufelsgeigers Niccolò Paganini. Diese schenkt er Oliver Maass. Um das Geheimnis der Geige zu entlocken, muss er eine endlose Melodie komponieren und spielen, dann ...
Folge II
Oliver hat erkannt, dass er mit der Geige einen Tag in die Zukunft sehen kann, wenn er seine endlose Melodie spielt. So besorgt er allen in der Kasse die Ergebnisse der bevorstehenden Mathearbeit. Aufsehen erregt er, als er ein vermisstes Mädchen wiederfindet, da die Zeitung über seine Fähigkeiten berichtet. Dies ruft auch gleich einen Spieler auf den Plan, dem Oliver die Ergebnisse vom nächsten Pferderennen verrät. Dieser gewinnt zwar beim Wetten, zahlt dafür aber einen hohen Preis. Als Olivers Vater von den neuen Fähigkeiten hört, will er seine Arbeit abbrechen und zu ihm reisen, doch ...
Folge III
Oliver hält es zu Hause nicht mehr aus, er läuft weg, um seinen Vater in Italien aufzusuchen. Dort angekommen, versucht ihm sein Vater die Geige auszuregen. Er macht Graf Esteban schwere Vorwürfe, dass er dieses mächtige Instrument Oliver geschenkt hat, doch dann sieht Oliver einen verheerenden Sturm voraus und bewahrt das Dorf durch seine Warnung vor eine Katastrophe.
Folge IV
Nachdem Oliver seinen Vater, der während des Sturms in den Brunnen bei den Ausgrabungen stürzte, mit der Geige retten konnte, steigt ihm die Macht und Verlockung der Geige zu Kopf. Er nutzt sie, um die Lottozahlen vorherzusagen, die er seiner Schwester Julia übermittelt. Doch durch die Aufmerksamkeit die Presse werden auch Neider angezogen. Einer von ihnen entführt Olivers Schwester, um ...
Folge V
Oliver besorgt dem Entführer die Ergebnisse vom Roulette-Tisch, doch der Gewinn nutzt ihm nichts, er wird mit Hilfe von Graf Esteban verhaftet und Julia befreit. Jeder eigennützige Missbrauch zieht für den Begünstigten folgenschwere Konsequenzen mit sich. Der Graf hat erkannt, dass Oliver die Geige zum Negativen verändert hat. Er versucht ihm die Geige wegzunehmen und schmeißt sie ins Meer, doch sie kommt zu ihm zurück und ...
Folge VI
Olivers Vater schleppt sich trotz Krankheit zum Anwesen des Grafen, wo er die Geige zerschlägt und sinkt in gleichen Augenblick bewusstlos zu Boden, die Geige hingegen ist kurz darauf wieder unversehrt. Nach und nach lüften sich die Geheimnisse des undurchschaubaren Graf Esteban, der seinen Pächtern ihr Land überträgt und spurlos verschwindet. Oliver und sein schwer kranker Vater reisen zurück nach München. Die Ärzte wissen nicht, wie sie ihm helfen können, es liegt an Oliver, er muss nur die richtige Entscheidung treffen und ...
Kommentar
Zwischen 1979 und 1995 produzierte das ZDF jedes Jahr eine Weihnachtsserie speziell für Kinder und Jugendliche, die zwischen Weihnachten und Neujahr täglich ausgestrahlt wurden. "Oliver Maass" ist somit die siebte Weihnachtsserie des Senders. Als Vorlage diente das gleichnamige Jugendbuch von Justus Pfaue, der hierfür wie auch für etliche andere ZDF-Weihnachtsserien das Drehbuch verfasste. Die Regie dieser 6-teiligen Mini-Serie wurde Gero Erhardt (Patrik Pacard, Nesthäkchen) übertragen, jede Episode geht ca. 50 Minuten.Die Hauptfigur des Films ist Oliver Maass, ein fünfzehnjähriger Knabe aus München, der vor drei Monaten seine Mutter verloren hat. Er bekommt eine Zaubergeige, mit der er einen Tag in die Zukunft sehen kann, ein mächtiges Instrument, mit dem er viel Gutes tun könnte, aber auch vielen Verlockungen ausgesetzt ist. Die Story versucht vehement, eine moralische Botschaft zu vermitteln. Denn anstatt den Menschen zu helfen, indem er Leid und Unglück voraussieht und somit abwenden könnte, was er einmal bei einem bevorstehenden Sturm gemacht hat, missbraucht er die Macht eigennützig, um die Lottozahlen vorherzusagen oder um seinem Vater bei der Schatzsuche zu helfen. Auch werden Neider auf den Plan gerufen, die Oliver dazu bringen, beim Roulette oder beim Pferderennen die Ergebnisse vorherzusagen. Doch die Geige fordert immer ihren Preis, so dass die Manipulation des Zufalls für alle folgenschwere Konsequenten mit sich bringt. Oliver lässt sich von der Geige korrumpieren, erst spät kann er von seiner Familie überzeugt werden, dass es nicht gut ist, die Zukunft vorherzusagen, da ihm dies die Hoffnung raubt, die jeder zum Leben braucht.
Die Story ist fantasiereich umgesetzt und lebt von den interessanten Charakteren. So hat Oliver eine etwas schrullige Großmutter, bei der er lebt. Sie beschwört mit ihren Freunden regelmäßig Geister und hat einige Eigenarten, weshalb sie von Olivers Freunden gemocht wird. Olivers Schwester ist noch mit am normalsten und kommt im Verlaufe der Serie mit Olivers Mathematiklehrer zusammen. Olivers Vater ist ein Archäologe, der bei der Suche nach einem Grab in Italien arbeitet, wo er auf den undurchschaubaren und mysteriösen Graf Esteban stößt. Dieser schenkt Oliver dann auch die Geige. Dann sind da noch die Dorfbewohner, die ihre kleinen Streitereien pflegen und Oliver als Retter des Dorfes feiern, nachdem er einen Sturm vorhergesagt hat.
Die Titelrolle wurde von Josef Gröbmayr gespielt, der zwar seine Geige beherrscht und seit 1999 im Münchner Rundfunkorchesters die zweite Geige spielt, aber als Darsteller etwas zu ausdruckslos agiert. Er wurde durch die Serie kurzzeitig bekannt, war als Darsteller jedoch nicht wieder zu sehen. Dafür ist die Rolle des Grafen mit Hans Clarin (Hui Buh - Das Schlossgespenst) wirklich optimal besetzt, er verleiht seinem Charakter durch seine Ruhe und seiner Undurchschaubarkeit eine überlegene Ausstrahlung. Die Rolle von Olivers Vater ist mit Robert Atzorn (Unser Lehrer Dr. Specht) ebenfalls recht prominent vergeben und in der letzten Episode hat dann Thomas Gottschalk (Die Einsteiger) noch einen Gastauftritt als Radiomoderator - einen Job, den er vor seiner Karriere als Schauspieler und Showmaster ausübte.
Die Serie weist einige Parallelen zur ersten ZDF-Weihnachtsserie Timm Thaler auf. Nicht nur, dass der von Horst Frank gespielte Baron ebenso übernatürlich wie der Graf hier ist und dass die beiden jugendlichen Hauptdarsteller Thomas Ohrner und Josef Gröbmayr eine optische Ähnlichkeit aufweisen, die Drehbücher wurden beide von Justus Pfaue verfasst und die Musik stammt bei beiden von Christian Bruhn. Bruhns damalige Ehefrau Erika Bruhn, die als Gesangsduo "Gitti und Erika" mit Schlagern bekannt wurde, sang das Titellied "Non è vero" unter dem Pseudonym Lady Lily.
Fazit: Die Serie macht heute wie damals noch richtig Spaß, die Mischung aus skurrilen Charakteren, Mystik, Spannung und Komödie ist charmant verpackt, lediglich das Ende fand ich nicht so richtig zufriedenstelend, das kam etwas zu abrupt.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
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Veröffentlichungen
Die Serie ist bei Universum Film als Doppel-DVD erschienen.
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