Star Trek: Raumschiff Voyager - Staffel 1

Originaltitel: Star Trek: Voyager - Season 1
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1995
Regie: Winrich Kolbe
Kim Friedman
Les Landau
[Alle Regisseure anzeigen]

Darsteller

Figur

Kate Mulgrew  Captain Kathryn Janeway
Robert Beltran  Chakotay
Roxann Dawson  B'Elanna Torres
Robert Duncan McNeill  Tom Paris
Ethan Phillips  Neelix
Robert Picardo  The Doctor
Tim Russ  Tuvok
Garrett Wang  Harry Kim
Tarik Ergin  Lieutenant Ayala
Jennifer Lien  Kes
Martha Hackett  Seska
Josh Clark  Lieutenant Joe Carey
Anthony De Longis  First Maje Culluh
Raphael Sbarge  Michael Jonas
  
Genre: Science-Fiction, Serien
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Inhalt

Es soll eine ganz normale Aufgabe sein, als Captain Janeway auf ihrem Raumschiff Voyager den Auftrag erhält ein Schiff des Maquis zu verfolgen, jener Rebellenorganisation, die den Frieden zwischen den Cardassianern und der Föderation bedroht. Doch die Mission wird zum Desaster, als die Voyager auf einmal von einer unbekannten Kraft in eine andere Galaxis gezogen wird. Doch der Verursacher stirbt, und es gibt keine Möglichkeit mehr auf diesem Wege wieder nach Hause zurückzukehren. Auf normalem Weg würde diese Reise länger als eine Generation in Anspruch nehmen, doch die Voyager macht sich auf den langen Weg. Auf den Weg durch eine völlig unbekannte Galaxis, wo man alsbald auf neue Feinde und Freunde trifft...

Kommentar

Es war noch die Höchstphase für das Star Trek Universum, als die "Voyager" in die Weiten des Alls abheben durfte. So etwas hatte es wahrlich noch nicht gegeben, drei verschiedene Serien (auch wenn "Next Generation" bereits zu Ende war), die im selben Universum spielten, und das zur selben Zeit. Nach "Deep Space 9" kehrten die Macher hier nun aber wieder zu den Wurzeln zurück. Letztere Serie stellte im Star Trek Universum eine Ausnahme, in jeder Beziehung, und blieb umstritten bei den Fans - für mich ist sie aber meine Lieblingsserie hier. "Voyager" dagegen versetzt die Crew wieder in ein Raumschiff, mit einer Neuerung. Denn man wollte hier nicht nur eine "Enterprise 2" kreieren, ein weiteres Schiff auf Forschungsreise in der selben Galaxis, sondern man wollte Altbewährtes mit Neuem kombiniert. Und so schickte man die Voyager nach einem Unglück im Pilotfilm einfach in eine andere Galaxis, mit effektiven 70 Jahren Rückkehrzeit, was ganz neue Abenteuer und Möglichkeiten eröffnete. Der Weg in ein komplett neues Universum innerhalb des Star Trek Universums war frei. Schauen wir mal, ob diese Chance genutzt wurde.
Was heißt eigentlich "Chance"? Sah man bei den Verantwortlichen Deep Space 9 als Mißerfolg an? Oder warum kehrte man danach wieder mal zu Altbewährtem zurück, ebenso wie nach "Voyager" mit "Enterprise"? Einmal änderte man die Örtlichkeiten, danach dann den zeitlichen Rahmen. Aber immer, mit Ausnahme von DS 9, war es immer ein Raumschiff, das im Mittelpunkt stand. Und neben einem ganz neuen Quadranten gab es hier nun erstmals eine Frau als Captain, auf den ersten Blick eine gute Entscheidung, auf den zweiten folgt ein leichtes Naserümpfen. Denn leider war für mich die Darstellerin Kate Mulgrew alles andere als charismatisch, zumal man ihrer Rolle leider nicht so anlegte, wie ich mir das gewünscht hätte. Auf der einen Seite führt sie zwar das Kommando, auf der anderen wird sie von den "starken" Männern an Bord aber immer wieder ausgebootet und hintergangen, und manchmal verhält sie sich auch selbst mehr als fragwürdig. Das alles führte nicht dazu mich mit diesem Charakter anzufreunden, dieser Captain war für mich vielmehr einer der am wenigstens glaubwürdigen. Und von den Machern war es inkonsequent, einerseits eine Frau ans "Steuer" zu stellen, andererseits wird sie dann doch immer wieder von den Männern bevormundet, übergangen, und sozusagen ins Abseits gestellt. Darauf komme ich sicherlich im Laufe der Staffeln noch zurück.
Apropos Crew an Bord. Gab es bei DS 9 noch so einiges an glaubwürdigen und interessanten Charakteren, so hatte ich hier erst mal meine Schwierigkeiten. Zunächst einmal konnte ich mich mit niemandem so richtig identifizieren, und niemand ragte irgendwie aus der Masse heraus. Die Geschichten und das Drumherum waren solide und eine gute Grundlage für eine weitere tolle Serie, aber in dieser Serie brauchte ich mit den Charakteren am längsten, um mich darauf einzulassen. Interessant dabei ist, daß es zunächst mal wieder der selbe Ansatz ist wie bei DS 9, denn durch die Notlage muß eine Sternenflottencrew mit der eines Maquis Schiffes zusammenarbeiten, da wären ja langwierige Konflikte vorprogrammiert. Aber allzu schnell tritt das alles in den Hintergrund, allzu schnell sieht alles aus wie eine große, glückliche Familie - abgesehen von der ersten Staffel. Da hätte man sicherlich noch mehr draus machen können. Ebenso wie die Sache mit dem ersten großen Gegner in der neuen Galaxis, den Kazon. Das Ganze erinnert da eher an Filme wie "Der Wüstenplanet" und Endzeitfilme, und man nimmt die Kazon ob ihrer ärmlichen Lebensweise nicht wirklich ernst. Außerdem "menschelt" es mal wieder zu sehr, denn trotz einer so weit entfernten, ganz neuen Galaxis sind die Hauptgegner der ersten Staffel wieder menschliche Wesen - wie langweilig. Man hätte sich da ob dieser Entfernungen doch etwas mehr "exotisches" vorgestellt, und so empfand ich die Anfänge hier doch als sehr bescheiden. Oder anders ausgedrückt, es war für mich ein mehr als schleppender Anfang, der mich nach den Erfahrungen mit Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert - Staffel 1 und Star Trek: Deep Space Nine - Staffel 1 doch etwas enttäuscht hat. Insgesamt mittelmäßig, das trifft wohl insgesamt am besten auf die erste Staffel zu.
Was die Geschichten selbst betrifft, es gibt natürlich auch hier zwangsläufig einen roten Faden durch die gesamte Serie. Nämlich das Ziel wieder nach Hause zu finden. Das ist aber ein sehr loser Faden, der letztlich viel Freiraum schafft, daß man insgesamt doch eher wieder von abgeschlossenen Einzelepisoden sprechen kann, ohne daß gravierende Änderungen und Ereignisse dabei vergessen würden. Politische Intrigen und Weltraumkriege gerieten wieder in den Hintergrund, statt dessen suchte man nach einem Heimweg und widmete sich wie die Enterprise unter Captain Picard wieder mehr der friedlichen Erforschung. Werfen wir also mal einen Blick auf die Episodenliste dieser ersten Staffel, die nur 16 Folgen umfaßt, statt der üblichen Zahl von über 20. Warum das so war weiß ich nicht, hat man dem neuen Konzept erst mal vielleicht doch noch nicht so ganz getraut? Oder gab es andere Gründe?

1. Der Fürsorger (1)
2. Der Fürsorger (2)
3. Die Parallaxe
4. Subraumspalten
5. Transplantationen
6. Der mysteriöse Nebel
7. Das Nadelöhr
8. Die Augen des Toten
9. Das Unvorstellbare
10. Das oberste Gesetz
11. Der Verrat
12. Helden und Dämonen
13. Bewusstseinsverlust
14. Von Angesicht zu Angesicht
15. Dr. Jetrels Experiment
16. Erfahrungswerte

Beste & schlechteste Folgen: Nun ja, was soll ich sagen, mich überzeugen irgendwie all die Kazon Geschichten nicht wirklich, was sich auch in der zweiten Staffel noch fortsetzt. Diese Rasse, einerseits ärmlich ausgestattet und lebend, andererseits wie die Eroberer des Universums agierend, und dazu noch die mehr als seltsame Verschwörungsgeschichte um die cardassianische Spionin Seska - das will bei mir nicht wirklich zünden. Somit geht der rote Faden durch die ersten zwei Staffeln für mich relativ unter, angefangen mit dem "Fürsorger", was auch an den Haaren herbeigezogen scheint, daß er die Voyager erst durch das halbe Universum holen, aber dann nicht mehr zurückschicken kann. Na ja, aber irgendwie muß das Ganze ja zustande kommen. Ebenso wenig interessant sind Folgen wie "Das Nadelöhr", wo kein Mensch glaubt, daß die Voyager schon in Folge 7 durch ein Wurmloch wieder nach Hause findet. Auch "Das oberste Gesetz" zündet absolut nicht, hier haben wir erstmals die Sache mit Captain Janeway und einer Entscheidung, die dann von ihren Offizieren umgangen wird. Aber es gibt auch gute Folgen, wie die um die Vidianer (Transplantationen, Von Angesicht zu Angesicht), die sich als weit interessanterer Feind als die Kazon entpuppen, aber auch vielschichtiger, oder "Helden und Dämonen", die den in der ersten Staffel noch unterforderten holographischen Doktor in den Mittelpunkt stellen. Der Abschluß dieser Staffel, "Erfahrungswerte", ist dann wieder mehr als dürftig, obwohl die Konflikte zwischen einer Crew der Sternenflotte und des Maquis sicherlich viel Zündstoff hätten erzeugen können. Aber da war man bereits viel zu schnell zusammengewachsen, und so sorgen diese Konflikte hier nicht mehr für Spannung. Für mich blieb damals nur die Hoffnung auf deutliche Besserung in der zweiten Staffel.

Technische Information: Auch hier blieb man seitens der Macher der bisherigen Linie treu. Es gibt in der deutschen Version, genau wie für die englische Tonspur, einen 5.1 Upmix, den ich für gut empfinde, einer Fernsehserie angemessen. Die Musik sorgt für Räumlichkeit, und teils auch Umgebungsgeräusche, aber nicht vergleichbar mit Kinoproduktionen. Das Bildformat verbleibt auch hier bei Vollbild, für mich längst überholt - keine Ahnung, warum man bei Star Trek so spät ins 16:9 Zeitalter gefunden hat. Dennoch kann man alles in allem zufrieden sein, bis auf die Serie um die Crew der "Next Generation" wird gute Qualität geboten, mit der jeder Fan zufrieden sein kann. Und dazu gibt es auch wie immer viele informative Extras pro Staffel.

Fazit: Ich kann mich hier nur wiederholen, andere mögen es anders sehen. Gerade nach den Erfahrungen der Vorgängerserien hat mich diese erste Staffel von "Voyager" doch ziemlich enttäuscht, in vielerlei Hinsicht, so daß sie schnell abgehakt war, in der Hoffnung auf Besserung. Auch mit den Charakteren konnte ich nicht so warm werden wie noch mit den Crews zuvor, irgendwie fehlte es da an Substanz und Tiefe. In der ersten Staffel hat mich niemand wirklich richtig überzeugt, auch nicht Neelix oder die, sorry, langweilige Kes. Am ehesten noch Tuvox, allein deshalb endlich mal wieder einen Vulkanier in der Crew zu haben. Und dazu noch einen schwarzen. Die Sticheleien mit Neelix erinnern dann auch etwas an Odo und Quark auf "DS 9", freilich ohne für mich die entsprechende Tiefe und Qualität zu erreichen. Es gab also noch viel Raum nach oben, ob er genutzt wurde sollen die folgenden Staffeln zeigen.

Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Die Serie ist bei Paramount als einzelne Halbstaffelboxen oder als Komplettbox mit allen Staffeln auf DVD erschienen.

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