Star Trek - Der Film
Inhalt
Die Erde ist in großer Gefahr, als sich eine gigantische Energiewolke aus dem All nähert, die alles vernichtet, was ihr in die Quere kommt. In größter Not wird Admiral Kirk zurück auf den Posten des Captains der Enterprise beordert, um seine alte Crew wieder zu sammeln, damit sie sich gemeinsam dieser Bedrohung stellen. Es bleib nur noch wenig Zeit, um die Erde zu retten. Wird es Captain Kirk und seiner Mannschaft gelingen, die Gefahr rechtzeitig zu neutralisieren? Doch am Ende müssen sie sich einem völlig unerwarteten Gegner stellen...
Kommentar
Für mein Hundertstes Review habe ich mir diesen Film ausgesucht, den Beginn der neuzeitlichen Star Trek Welle, nachdem die Classic Serie um Captain Krik und seine Crew als Fernsehserie eingestellt worden war. Und dazu möchte ich, selbst ein bedingter Trekkie, etwas weiter ausholen, um dieses Phänomen, das schon mehr als vierzig Jahre andauert, zu beleuchten. Denn das ist schon eine ganz besondere Leistung, die ihresgleichen sucht, und so hat man es da bisher auf sage und schreibe sechs Fernsehserien mit insgesamt 726 Episoden, sowie elf Kinofilme, zahlreiche Romane, Computerspiele und andere Werke gebracht, wobei ich selbst nicht das komplette Star Trek Universum verinnerlicht habe. Denn gerade die alte Fernsehserie um Captain Kirk war absolut nicht mein Ding, was nicht an den damals noch billigen Tricks und Kulissen aus Pappmache lag, sondern an der miesen deutschen Synchronisation, welche die Serie als Kinderserie mit billigem Humor verramschte, was im Original so nicht der Fall war. Denn es sollte eine durchaus ernste Serie sein. Doch so habe ich nie warm damit werden können. Bis dann schließlich die Kinofilme kamen.Nun, das Erscheinen des ersten Kinofilms und die Reaktivierung der alten Fernsecrew war sicherlich nicht ganz zufällig gewählt, zwei Jahre nach dem großen Erfolg von Krieg der Sterne. Eigentlich hatte man bei den Machern zunächst geplant gehabt eine neue Serie zu etablieren, doch der Erfolg und Boom von Science Fiktion im Kino trug sicherlich dazu bei statt dessen selbst die große Leinwand für neue Abenteuer der alten Helden zu wählen. Und die Devise hieß dann klotzen, nicht kleckern. Das Budget war für die damalige Zeit dann auch großzügig bemessen, wurde aber mit 40 Millionen US-Dollar weit überzogen. Und sicherlich auch bedingt durch den Boom des Genres spielte der Film seine Kosten wieder ein, so daß einer Fortsetzung nichts im Wege stand, obgleich doch viele Star Trek Fans vom Ergebnis ernüchtert oder sogar enttäuscht waren. Die Geschichte, die hier erzählt wurde, wirkte irgendwie auf viele absurd, ganz zu schweigen vom auch nicht gerade tollen Verhalten des Captains, der einen anderen ausbotet, um sein Kommando über die Enterprise zurückzuerhalten. Und der sich auch danach teils wie ein Idiot verhält.
So zwiespältig die Geschichte, so aufwendig und spektakulär die Effekte und Tricks, die das Star Trek Universum in die Neuzeit katapultierten. Denn die visuellen Effekte stammten unter anderem von Douglas Trumbull und Richard Yuricich, welche schon für den Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" tätig waren. Und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Doch gut ist manchmal nicht gut genug. Denn wie bekannt ist stand die Produktion damals unter Zeitdruck, und Regisseur Robert Wise (West Side Story) hatte nach eigener Aussage damals nicht alles wie selbst gewollt umsetzen können. Doch 2002 erhielt er nachträglich die Chance dazu, so daß es nun zwei Versionen des Films gibt, die Kinoversion, und die Directors Version, mit neuen Effekten und geänderten Szenen. Letztendlich stellte auch letztere viele Fans nicht zufrieden, so daß wieder um so mehr nach der Kinoversion geschrieen wurde. Ich persönlich bevorzuge aber die neue Version - jedem das Seine.
Warum kommt der Film trotzdem nicht über Mittelmaß hinaus, was mich betrifft? Das Problem ist, hier stehen sich auf der einen Seite eine seltsame Geschichte mit hanebüchenem Ende und einem unsympathischen Captain, sowie tolle Effekte und berauschende Bilder auf der anderen Seite gegenüber. Aber gute Effekte allein haben noch nie einen guten Film ausgemacht. Die Auflösung dieser Geschichte wirkt einfach total unglaubwürdig, selbst für einen Science Fiktion Film, so daß auch die Bilderflut von zuvor letztlich verblaßt. Schade, denn da wurde für mich einfach Potential verschenkt, aus dem man hätte mehr machen können, auch wenn die letzte Botschaft bzw. Transformation dann durchaus wieder etwas faszinierendes hatten. Auf jeden Fall für die beiden heimlichen Hauptpersonen eine Art Happy End...
Die DVD/Blu-ray Umsetzungen fürs Heimkino sind für diesen Film leider nicht ganz gelungen. Paramount hat es nicht fertiggebracht eine Edition mit beiden Fassungen herauszubringen, es geht nur entweder oder. Aktuell ist es nur noch die Kinoversion - in für mich schlechterer Qualität. Soundpuristen wird’s freuen, nachdem die überarbeitete Directors Edition einen tollen 5.1 Soundtrack auch in deutsch erhielt. Die aktuelle "remasterte" Kinofassung dagegen ist wieder nur in Dolby Surround erhältlich, die auf dem Cover angepriesene DD 5.1 EX Tonspur in High Definition gibt es nur auf englisch - ich nenn das mal "für dumm verkaufen". Aber das können die Firmen ja immer wieder ganz gut, zumal es viele gar nicht interessiert. Mich aber schon, ich bevorzuge die neue Fassung, auch wenn hier leider wieder das übliche Problem gegeben ist. Die Originalsprecher standen nicht mehr zur Verfügung, weshalb die neuen Szenen auch neu synchronisiert wurden. Das hört man natürlich, und das trübt den Gesamteindruck auch ein wenig. Aber ich kann damit leben.
Fazit: Für mich ein nicht ganz gelungener "Next Generation" Auftakt für Star Trek. Tricktechnisch toll und auf der Höhe der Zeit, in wunderbaren Bildern schwelgend, blieb die Geschichte hinter den Erwartungen zurück und konnte viele nicht überzeugen. Aber immerhin spielte der Film genug Geld ein, um den Star Trek Kult neu zu beleben, so daß weitere Filme folgen konnten, und mehr. Denn später wurde das Phänomen auch noch durch neue Serien erweitert, die Reise durchs All hatte gerade erst neu begonnen...
Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in verschiedenen Versionen bei Paramount auf DVD und Blu-ray erschienen. Auf Super 8 wurde er seinerzeit bei Marketing Film als dreiteilige Schnittfassung mit je 110 m als Polyesterkopie veröffentlicht.
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Weitere Kommentare zum Film
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| Seward, 20.05.10 |
| das eigentliche problem mit dem film ist wahrscheinlich, daß er gar kein wirklicher star-trek-film ist - aber auf jeden fall ein typischer robert-wise-film. und das hat natürlich die trekfans ein bißchen vor den kopf gestoßen. die qualitäten von wise als regisseur treten auch hier deutlich zutage, der in all seinen beiträgen zum phantastischen genre - etwa "der tag, an dem die erde stillstand", "bis das blut gefriert" oder besonders "andromeda - tödlicher staub aus dem all" - immer die atmosphäre, das geheimnis VOR die action und die pure handlung gestellt hat. auch in diesem film nähert sich die handlung immer mehr dem absoluten nullpunkt - was bleibt, sind bilder und staunen. "star trek - der film" ist ein film über die rätselhafte schönheit des kosmos und darüber, wie klein der mensch angesichts der mysterien der unendlichkeit ist. so klein, daß jede von menschen gesetzte aktivität eigentlich sofort zur bedeutungslosigkeit verpufft - und das widerspricht dem grundprinzip von "star trek" natürlich diametral. ja, der schluß entzaubert das ganze leider ein bißchen, hat aber gerade in seiner banaliät irgendwie auch wieder seinen reiz. der film ist jedenfalls wesentlich näher bei tarkowskis "solaris" (aus dem die figur der "ilia" eins zu eins übernommen scheint) als bei lucas' "star wars". in wirklichkeit hätte dieser film wahrscheinlich ohne den "star trek"-bezug besser funktioniert, aber dann wäre er vielleicht nicht finanzierbar gewesen. denn eigentlich braucht es die crew der enterprise hier gar nicht, mit jedem anderen raumschiff hätte die story genauso (und vielleicht überzeugender) funktioniert - aber so war es natürlich notwendig, doch jeder figur ihre stereotypen handlungsweisen und one-liner mitzugeben (obwohl sie im grunde fast alle nichts wesentliches beizutragen haben), was dann aber fast ein bißchen gegen die atmosphäre des films im ganzen arbeitet. (für den trekkie fühlt sichs natürlich umgekehrt an - da arbeitet die filmhandlung gegen das erhoffte trek-feeling...) aber immerhin: majestätischer ist die "enterprise" selbst auch kaum jemals in szene gesetzt worden! (und nicht zu vergessen: die grandiose musik von jerry goldsmith, die ja dann zum main theme der neuen serie werden sollte.) und was das "idiotische" verhalten des captains betrifft: naja, erstens gehört das ja in gewisser weise dazu - "unlogische" verhaltensmuster sind schließlich sein markenzeichen, dafür hat er ja spock als gegengewicht - na, und zweitens, im vergleich zum neuen "star trek"-film ist kirk hier ja immer noch ein muster an korrektheit, denn wie sich dort kirk und auch spock gegenseitig an idiotie zu übertrumpfen versuchen ("ich bin jetzt captain!" - nein, ich!" - nein, ätsch, doch wieder ich!" - "bääh, ich hau dich!"), geht eh auf keine kuhhaut... fazit: "star trek - der film" ist ein sicher unterschätzter science-fiction-streifen mit ganz eigenen qualitäten - aber nur, solange man ihn nicht unter dem vorzeichen "star trek" betrachtet... |
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