Scarface
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Inhalt
Der kubanische Einwanderer Tony ist ein armes Würsten, das es in Amerika versuchen will. Mit einem Auftragsmord macht Tony auf sich aufmerksam und bekommt einen neuen Job, bei dem es um einen Drogendeal geht. Überraschenderweise bringen die Verhandlungspartner nicht nur das Kokain, sondern auch eine Kettensäge und ne menge Waffen mit, mit denen sie Tony und seinen Kumpel attackieren. Als die Situation endgültig eskaliert, kommt es zu einem Blutbad, bei dem Tonys Freund mit einer Kettensäge bearbeitet wird. Tony kann sich befreien und tötet, als einer der wenigen überlebenden des Massakers, den Mörder seines Kumpels. Danach lernt er weitere Größen in dem Drogengeschäft kennen und arbeitet sich bis ganz nach oben.
Kommentar
Neben "der Parte" ist Brian De Palmas Version von Scarface der wahrscheinlich einflussreichste, populärste und beste Gangster-Film, den es jemals gab. Der Film ist nicht nur einer der besten Gangster-Filme, sonder auch eines der besten Remakes aller Zeiten. Jeder Filmfan kennt wohl das Bild des grimmigen Al Pacinos, der mit einem riesigen Maschinengewehr auf seine Gegner feuert. Und genau dieses könnte falsche Erwartungen wecken, denn bei Scarface handelt es sich keinesfalls um einen reinen Actionfilm. Bei der Lauflänge von knapp 163 Minuten gibt es nicht so viele Action-Szenen, wie man erwartet. Es gibt zwar eine kleine Schießerei in der Mitte des Films. Aber die einzige richtige Actionsequenz ist das spektakuläre Finale, das mit Sicherheit zu den Höhepunkten des Streifens zählt. Trotz der wenigen Actionszenen wird der Film niemals langweilig. Der größte Teil besteht zwar hauptsächlich aus Dialogen, diese sind aber nicht überflüssigerweise eingebaut worden, um den Film lang zustrecken, sonder führen die Story konsequent weiter. Dabei wurde sehr drauf geachtet, dass die Gespräche realistisch rüber kommen, also wie es sich für einen echten Gangster gehört, schmeißt Tony nur so mit Schimpfwörtern um sich, auch beleidigt er seine Frau und geht mit dem Rest der Menschen in seiner Umgebung auch nicht grade nett um. Doch trotz dieses Arschloch-Charakters sind die Sympathien des Zuschauers immer auf Tonys Seite. Man begleitet den kubanischen Einwanderer bei seinem Einzug in die USA. Schon bei der Ankunft wird er nicht gut behandelt und auch später ergeht es Tony nicht so gut, wie er es sich gewünscht hätte. Er findet zwar Arbeit (in einer Frittenbude) und hält sich mit kleinen Jobs über Wasser, aber so richtig läuft’s nicht. Erst als er bei einem Drogendeal dabei ist, steigt er zum richtigen Gangster auf. Leider geht die Drogen / Geldübergabe nicht so glatt wie gedacht und einer von Tonys Kumpels wird übel mit ner Kettensäge bearbeitet. Da die Kettensägen-Szene schon sehr früh in dem Film vorkommt, ist man als Zuschauer schon etwas geschockt über die gezeigte Gewalt (wobei man von der Kettensägen-Szene nicht all zu viel sieht) da es zuvor hauptsächlich Dialoge gibt. Da der Film Anfang der 80er raus kam, kann man sich natürlich denken, dass die Jugendschützer von dem Film nicht sehr begeistert waren und den Film rasch auf den Index gesetzt haben. Und selbst heute hat der Film seinen Ruf beibehalten und gilt anscheinend immer noch als jugendgefährdend, da er 2010 folgeindiziert wurde. Was aber nicht an der Gewalt liegen kann, da die hauptsächlich aus blutigen Einschüssen und dem Zersägen zu Beginn des Films besteht. Auch die Sprache, die für damals sehr derbe war, dürfte heute auf jedem Schulhof als halbwegs normal anerkannt worden sein. Bleibt nur noch die Glorifizierung des Gangstertums. Tony arbeitet sich mit Mord und Drogenhandel zu seinem Traum hoch, auch wenn das Ende und die Konflikte, die Tony mit seiner Familie hat, das Gegenteil beweisen und zeigen, dass sich illegale Taten nicht lohnen, kommt es wirklich so vor, als ob man mit Gewalt alles regeln könnte. Was man auf jeden fall beachten sollte, ist die schauspielerische Leistung von Al Pacino. Der gute Mann hat einfach die Mimik, die so ein Gangster braucht, deshalb spielte er auch mehrere berühmte Gangsterrollen so z. b. auch in "Der Parte 1 bis 3". Doch erst mit der Darstellung in "Scarface" macht ihn zu einem festen Teil der Popkultur. Tony Montana ist die Rolle seines Lebens, da er sie so überzeugend spielt, dass man bei dem Namen Pacino direkt an Scarface denken muss.Fazit: Der Film ist als Meisterwerk zu bezeichnen. Man sollte allerdings einen Gangsterthriller erwarten und keinen reinen Ballerfilm.
Filmreview von: erik / Alle Reviews von erik
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Universal in mhereren Auflagen auf DVD erschienen. Nur die Spio/JK-Version ist Uncut, aber indiziert.
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Weitere Kommentare zum Film
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| Wollo, 12.05.10 |
| De Palmas "Scarface" ist ganz zweifelsohne der besten Gangsterfilme einer überhaupt, und Al Pacino spielt als Schauspieler an und für sich ohnehin in einer eigenen Liga, wenngleich er mitunter auch schon mal ein wenig zum sogenannten "Overacting" neigt, also dazu seine Charaktere etwas zu überzeichnen, und genau dafür ist dieser Film ein Paradebeispiel. Ich bin nicht der Meinung, die Rolle des Tony Montana sei die Rolle seines Lebens, denn die war ganz klar die des Michael Corleone in der "Godfather" Saga, und ich denke, de Palma hat Pacino ohnehin nur besetzt, weil er eben zuvor bereits einen der legendärsten Filmgangster überhaupt verkörpert hat. Zudem mochte ich ihm nie so ganz den jungen Springinsfeld abnehmen, der er zu Beginn des Films sein soll, denn hierzu wirkt er für mich einfach zu betagt - immerhin war Pacino bei den Dreharbeiten bereits 43 Jahre alt. In meinen Augen ist die wahre Sensation des Films die damals noch blutjunge und gänzlich unverbrauchte Michelle Pfeiffer, die eine grandiose Performance hinlegt. Absolut nachvollziehbar, dass dieser Film eine der Säulen ihrer späteren Weltkarriere war. Die gezeigten Gewaltdarstellungen sind gelegentlich reichlich over the Top, aber das kennt man ja von de Palma, und ganz gewiss waren diese nicht der Grund für die Indizierung des Films in unseren Breiten. Die Ursache hierfür ist, wie der Rezensent schon ganz richtig erkannt hat, eher in der Wirkung zu suchen, die der Film auf manch schlichtes Gemüt haben mag, welches sich durch die vermeintliche Gloriole, die hier dem Verbrechertum aufgesetzt wird, angesprochen fühlen mag, auch wenn's am Ende nicht gut ausgeht für den Überflieger Tony. Verbrechen zahlt sich nicht aus, will der Film zwar irgendwo sagen, aber zwischen den Zeilen steht auch irgendwo so ein abgedroschener Satz wie "Live fast, die young!" Na ja, als mündiger Zuschauer kann man damit umgehen, denke ich mal. Übrigens, auch hier gilt mal wieder, wer in den wahren Genuss des Films kommen will, der muss gerade hier unbedingt zum Original greifen, denn die eingedeutschte Version ist selbstverständlich nicht halb so gelungen. Fazit: "Scarface" ist sicherlich ein Meilenstein des Gangsterfilms und war auch ganz sicher stilprägend für die damalig laufende Dekade (man schaue sich nur "Miami Vice" an), ich denke aber nicht, dass er dieser Tage noch so einflussreich ist wie anno dazumal, was man wiederum andererseits über den "Paten" nicht sagen kann, denn das ist und bleibt noch immer die Gangstersaga überhaupt, und ich wage zu bezweifeln, dass es jemals einem anderen Film dieser Art gelingen wird, ihm diesen Nimbus abzujagen! Dennoch, vier Skulls für de Palma und Pacino, fünf würde ich der Pfeiffer geben, bleiben unterm Strich also vier! |
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