Wicker Man - Ritual des Bösen
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Inhalt
Nach einem Unfall, wo der Polizist Edward Malus ein junges Mädchen und seine Mutter nicht aus einem brennenden Auto retten konnte, versucht er die Erinnerungen mit Medikamenten zu verdrängen. Da kommt ein Brief von seiner Ex, die ihn um Hilfe bittet. Ihre Tochter Rowan ist seit zwei Wochen verschwunden. Sie lebt auf der Insel Summerslsle, wo sie einst aufgewachsen war. Natürlich reist er sofort an, doch auf der Insel ist alles etwas seltsam, hier scheint die Zeit seit hundert Jahren stillzustehen. Die verschworenen Dorfbewohner praktizieren noch heidnische Riten und sind ihm alles andere als behilflich bei seinen Ermittlungen. Zunächst leugnet jeder die Existenz des Kindes und Willow, Rowans Mutter, ist sehr verängstigt und beschwört ihn, nichts zu glauben, was er sieht. Je länger er recherchiert, desto mehr ist er davon überzeugt, dass Rowan noch lebt, bei der bevorstehenden Feier jedoch wegen der Missernte im letzten Jahr als Menschenopfer dienen soll, doch ...
Kommentar
Nicolas Cage (Ghost Rider) war von The Wicker Man so beeindruckt, dass er diesen Film selbst mitproduzierte und die Hauptrolle des Polizisten übernahm. Die Regie wurde Neil LaBute (Besessen), der auch die Vorlage von Anthony Shaffer adaptierte und in die Gegenwart transferierte. Der Film beginnt nun mit einem Unfall, wo Kind und Mutter verbrennen, was Nicolas Cage nicht vereiteln kann und nun schwer belastet. Doch leider versagt Neil LaBute auf weiter Flur.Im Original von 1973 wirken die schottische Insel und ihre Bewohner mit ihren befremdlichen Riten sehr unheimlich, im Remake ist die nun nach Amerika verlagerte Insel doch sehr viel moderater und die Riten werden kaum gezeigt. Aus dem Oberhaupt der Insel, der einst von Christoper Lee gespielt wurde ist nun eine Frau geworden, die mit Ellen Burstyn (Roter Drache) recht prominent besetzt ist. Ebenso wurde aus dem Arzt der Insel eine Ärztin. Auch sind nun die Frauen dominant, die Männer sind Menschen zweiter Klasse, in der Vorlage fehlte diese unnötige Rollenverschiebung. Doch mit Nicolas Cage, der den Polizisten spielt, wurde der größte Frevel begangen. In der Vorlage wurde das perfekte Opfer gesucht, welches unbedingt jungfräulich sein musste und sehr gläubig war. Hier erfährt er nun, dass er der Vater des verschwundenen Mädchens ist, somit dürfte es mit der Jungfräulichkeit wohl dahin sein, und Gott wird ganz außen vorgelassen, weshalb er von den Sitten der Insel wenig beeindruckt oder gar schockiert ist. Hier hat Neil LaBute wohl nicht die Bedeutung eines perfekten Opfers begriffen, wofür hier auch der ganze Aufwand betrieben wird. Und auch wenn ich Nicolas Cage als Schauspieler sonst sehr schätze, versagt er am Ende im Vergleich zu Edward Woodward, der einst seine Rolle innehatte. Er schafft es nicht die Angst richtig zu vermitteln, wo der Zuschauer im Original am Ende mitleidet, wenn das Opfer verbrennt und im Glauben an Gott betet und die anderen beschwört, mit dem Wahnsinn aufzuhören, sieht er in der Neuverfilmung nur einen Mann verbrennen. Die Dialoge am Ende sind weder bedeutend noch rührend, so dass das Finale eher unspektakulär verläuft, anstatt zu richtig schocken.
Und auch die Musik wurde krass kastriert. Die Stimmung der Vorlage lebt zum großen Teil von den wirklich perfekten Liedern, Kinderreimen und Ringelreigen, die einem noch lange in den Ohren klingen, auch der Liebesgesang zwischen Edward Woodward und Britt Ekland ist eine Wucht, doch all das wurde einfach weggelassen.
Da frage ich mich nur, wie aus Liebe zur Fassung von 1973 ein so schwaches Remake entstehen kann, ich habe fast das Gefühl, dass Neil LaBute den Film nicht verstanden hat. Das Budget von 35 Millionen US-Dollar wurde hier lieblos verbuttert. Wo im Original noch Idealismus dahinter stand, so dass Christopher Lee und andere kostenlos mitgespielt haben, um einen großen Film so zu drehen, wie es ihm gebührt, versalzt hier der Kommerzgedanke die Euphorie und den Enthusiasmus. Der Film wurde verdientermaßen für die Goldene Himbeere als schlechtestes Remake nominiert, ist da aber leider leer ausgegangen.
Fazit: Als eigenständiges Werk wäre dieser Streifen mit seiner unerwarteten Wendung am Ende sicherlich guter Durchschnitt, wer aber das Original kennt, fühlt sich hier auf eine krasse Zwangsdiät gesetzt. Dieses Remake hätte man sich Schänken können, da es in allen Bereichen abstinkt.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei Warner Home Video auf DVD erschienen.
Filmbewertung
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The Wicker Man (Special Edition, 2 DVDs, OmU)
Stand: 22.05.2012 13:32:52
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