Gefahr aus dem Weltall

Originaltitel: It came from Outer Space
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1953
Regie: Jack Arnold

Darsteller

Figur

Richard Carlson  John Putnam
Barbara Rush  Ellen Fields
Charles Drake  Sheriff Matt Warren
Joe Sawyer  Frank Daylon
Russell Johnson  George
Kathleen Hughes  Jane
  
Genre: Klassiker, Science-Fiction
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Inhalt

Nahe Sand Rock, einer typischen US-Kleinstadt in der Wüste Arizonas, geht eines Nachts ein Komet nieder. Als der Astronom John Putnam am nächsten Tag die Einschlagstelle näher begutachtet, sieht er im Krater ein Raumschiff von einem anderen Stern, doch nachdem dieses von einem plötzlichen Steinschlag begraben wird, will ihm natürlich niemand glauben. Kurz darauf beginnen diverse Bürger, sich ziemlich komisch zu verhalten, und John begreift schnell: Hier sind die Außerirdischen am Werk. Wie er bald herausfindet, wollen die den Menschen gar nichts Böses. Doch das beruht nicht auf Gegenseitigkeit...

Kommentar

Irgendwann kehrt alles wieder: Derzeit staunt die ganze Welt über 3-D-Filme, zu Millionen bezahlen wir einen hohen Preis, um uns von der Leinwand anspringen zu lassen oder aber in ihr spazierenzugehen, dabei ist das Phänomen keineswegs neu. Schon in den frühen 1950er Jahren, als den Kinos aufgrund des TV-Siegeszugs die Zuschauer ausblieben, boten sie dem Publikum die lustigen Brillen an, um Filme auch in der dritten Dimension zu erleben, und wenig überraschend waren es vor allem Streifen, deren Genres sich diese Seiten verschrieben haben, die damals die neue Technik zu einer kurzzeitigen Massenattraktion machten (denn welchen Mehrwert würde etwa ein beliebiger Film von, sagen wir mal, Woody Allen oder Pedro Almodóvar aus diesem optischen Effekt ziehen?). Da wollte Universal, das wie kein anderes Studio zur amerikanischen Heimat des phantastischen Films geworden war, nicht hintenanstehen, und gab 1953 mit „Gefahr aus dem Weltall“ erstmals einen 3-D-Film in Produktion. Die Regie wurde Jack Arnold übertragen, der bis dahin zwar erst einen Spielfilm inszeniert hatte, sich aber als gute Wahl erweisen sollte: In den folgenden Jahren drehte er eine ganze Reihe von Science-Fiction-Streifen, die zu ihrer Zeit Kassenschlager waren und die heute überwiegend Klassikerstatus genießen: Das gilt etwa für die King-Kong-Variation Der Schrecken vom Amazonas (1954), selbstredend für sein Meisterwerk Die unglaubliche Geschichte des Mr. C (1957), aber eben auch bereits für den Auftakt „Gefahr aus dem Weltall“ selbst, der zudem seinen meisten 3-D-Kollegen gegenüber den Vorteil hat, daß er auf dem platten Bildschirm ebenfalls hervorragend funktioniert, schon weil er – trotz einiger inzwischen altbacken wirkender Elemente – eine für sich sprechende Story bietet, die übrigens kein geringerer als der seinerseits längst kanonisch gewordene SF-Veteran Ray Bradbury erdacht hat.

Im Herbst seines Lebens erklärte Jack Arnold in einem großen Interview für das deutsche Fernsehen (das jahrelang häppchenweise an die Ausstrahlung seiner Filme angefügt wurde), wäre er nicht in das Studiosystem der 1950er Jahre eingebunden gewesen, sondern hätte seine Genre-Filme unter den Bedingungen der 1970er verwirklichen können, wäre er in der gleichen Position wie später Steven Spielberg gewesen. Das ist einerseits richtig, andererseits aber nicht. Richtig ist, daß Arnold ein sehr talentierter, ebenso kluger und höchst effizienter Regisseur war, der sein Studio auch schon mal vor dem Ruin bewahrte, aber: Anders als Spielberg, der mit seinen besten Filmen ohnehin in einer eigenen Liga spielt, blieb Arnold auch in seinem Selbstverständnis immer ein Angestellter seines Studios: Gab man ihm einen SF-Film, drehte er einen SF-Film, gab man ihm einen Western, drehte er mit dem gleichen Vergnügen eben einen Western – stets so gut, wie er es vermochte. Arnold war kein von Schaffensdrang erfülltes Originalgenie, sondern ein überaus fähiger und kreativer Handwerker, der aus dem ihm gegebenen Stoffen das Beste herauszuholen bemüht war, sie auch gerne umschrieb und nach seinem Gusto – mitunter gegen die Wünsche des Studios (siehe beispielhaft das Finale des „Mr. C.“) – gestaltete. Man kann sich darüber streiten, ob Arnold wirklich eine eigene Handschrift hat (ich denke, ja), aber unleugbar durchziehen seine Filme eine Vielzahl von typischen Motiven, Themen und Einstellungen, die ihnen einen hohen Wiedererkennungswert verleihen. Unter den amerikanischen Genrefilmern der Zeit ist er der große Humanist, er spielte mit den Ängsten der Zuschauer, zeigte ihnen aber gleichzeitig, wie hausgemacht ihre Ängste auch waren, und dies zuerst und insbesondere in „Gefahr aus dem Weltall“, dessen deutscher Titel geradezu abstrus ist, da von den Außerirdischen in diesem Film lange überhaupt keine Gefahr ausgeht: Sie sind gezwungen, auf der Erde zu landen, entführen Menschen und nehmen ihre Gestalt lediglich an, um sich Ersatzteile für ihr beschädigtes Raumschiff zu organisieren, und sie verbergen sich nur deshalb, weil sie um die Ignoranz ihrer unfreiwilligen Gastgeber wissen. Schon deshalb wollte Arnold die Außerirdischen in ihrer wahren Gestalt eigentlich überhaupt nicht zeigen; zugleich hätte diese Vorgehensweise natürlich auch die Spannung erhöht, denn ein Film – das beweist auch „Gefahr aus dem Weltall“ in seiner endgültigen Form – kann bekanntlich nichts auf die Leinwand bringen, das so grauenerregend ist wie die Einbildungen der Phantasie des Zuschauers, und selbst dieser Umstand hätte Arnolds Botschaft sogar noch unterstrichen. Weil das Studio aber unbedingt etwas für das Plakat wollte, einigte man sich auf einen Kompromiß: Etwa zwei- oder dreimal ist schemenhaft ein fremdartiges Wesen zu sehen, dazu sind einige Sequenzen aus der Sicht der Besucher gefilmt, deren Auge schlicht, aber effektvoll mit Vaseline auf der Kameralinse visualisiert wurde. Daß Außerirdische die Netten sind, während sich die Menschen in der direkten Begegnung als engstirnige Kleingeister erweisen, mag inzwischen im Genrefilm beinahe die Regel sein, aber Anfang der 1950er Jahre, mitten im Kalten Krieg, als Außerirdische in der Popkultur regelmäßig für die bösen Kommunisten standen, war dies in der Nachfolge von „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ (1951) kein singulärer, aber gleichwohl immer noch progressiver und auch mutiger Ansatz, schließlich sollte der Film aus Sicht der Studioleitung keine Meditation über Xenophobie werden, sondern einfach nur Kasse machen – was im übrigen auch gelang, denn Arnolds Inszenierung geriet stringent und wirkungsvoll, nutzte (wie auch später in „Tarantula“ (1955)) besonders die Wüstenlandschaft gekonnt zur Erschaffung einer durchgehend unheimlichen Atmosphäre und wird gewiß auch der dritten Dimension so manche Effekte abgewonnen haben, auch wenn wir das heute nur noch an einigen Einstellungen (etwa dem Kometenaufprall oder dem Steinschlag) erahnen, nicht aber erleben können.

„Gefahr aus dem Weltall“ ist zwar nicht Jack Arnolds bester Film, aber eine mehr als souveräne Arbeit und der erste all der SF-Streifen, die ihn bis heute aus dem Gros des Genrefilms nicht nur seiner Zeit herausheben: ein Akkordarbeiter mit eigenem Kopf, der bleibende Bilder zu kreieren verstand

Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Universal auf DVD erschienen. Auf Super 8 wurde er als 3D-Fassung bei Piccolo Film als 120 m Schnittfassung veröffentlicht.

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