Svengali
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Inhalt
Meister Svangali ist Pianist und Komponist und stets knapp bei Kasse. Zusammen mit seinem Gehilfen Gecko hält er sich mit Gesangsunterricht für betuchte Frauen über Wasser, denen er vorgaukelt, von ihrem Talent begeistert zu sein. Wenn sich die Damen der feinen Gesellschaft dabei in ihn verlieben, dann nutzt er dies schamlos aus. Svengali ist nämlich auch ein Meister des Schnorrens. Seine Nachbarn, die "englischen Freunde" - drei Maler die sich ein Atelier teilen - sind dabei seine bevorzugten Opfer. Hier trifft er auch das erste Mal auf die schöne Trilby O'Farrell, die als Modell arbeitet. Doch Svengali bemerkt, dass sie außer ihrer Schönheit auch eine wunderbare Stimme hat. Sie hat das Talent, mit dem er endlich den ganz großen Ruhm erlangen kann. Doch Trilby ist mit dem jungen Maler Billee verlobt, der aus gutem englischen Hause stammt. Doch Svengali verfügt über geheime, hypnotische Kräfte, mit deren Hilfe er die schöne Maid manipuliert. Er bringt sie dazu, ihren eigenen Tod vorzutäuschen und mit ihm das Land zu verlassen. Fünf Jahre Später ist Svengali weltberühmt. Trilby ist seine Frau und ihr Gesang betört die Massen in ganz Europa. Als Svangali endlich sein erstes Konzert in Paris gibt, ist auch Billee im Publikum. Nach dem Konzert trifft er endlich seine tot geglaubte Verlobte wieder, die jedoch immer noch unter dem Bann des Meisters steht. Von nun an folgt Billie Svengali durch ganz Europa in der Hoffnung, seine Verlobte für sich zurückzugewinnen...
Kommentar
Als Svengali wird eine Person benannt, die, im Hintergrund agierend, eine andere Person stark beeinflusst. Dieser Name für solch dominante Persönlichkeiten stammt aus dem Buch "Trilby" von George du Maurier aus dem Jahre 1894, das auch die Vorlage für diesen Film ist. Schon zu Stummfilmzeiten wurde die Geschichte mehrfach verfilmt und auch nach diesem Werk aus dem Jahre 1931 wurde der Stoff immer wieder aufgegriffen, beispielsweise 1954 mit Hilgegard Knef, und 1984 mit Peter O'Toole und Jodie Foster.In den frühen 30er Jahren kam es in Hollywood zum ersten Horrorfilmboom, aus welchen manch tolle Werke wie Freaks oder White Zombie hervorgingen, wie auch dieser grandiose Film, über den man leider viel zu wenig liest und hört. Hauptfigur ist der schmierige Svengali, der durch John Barrymore grandios dargestellt wird. Der Rest der Besetzung ist ebenfalls nicht schlecht gewählt, aber dies fällt kaum auf, denn Barrymore spielt sie alle an die Wand. Die ursprüngliche Herkunft des Maestros wird im Unklaren gelassen, aber es wird Polen vermutet. Der Akzent, dessen Barrymore sich bedient, klingt auch danach, jedoch benutzt er viele deutsche Wörter, was mich doch sehr überraschte. "Mein Liebchen" ist eines seiner Lieblingstitel für die hübsche Trilby. Die Figur des Maestros wandelt sich im Laufe des Filmes sehr. Am Anfang des Filmes denkt man noch, dass wir es mit einem schmierigen kleinen Versager zu tun haben, der über ein paar mesmerische Kartenspielertricks verfügt. Die Engländer verstecken schnell ihr Geld, als Svengali zu ihnen kommt, denn er schafft es immer wieder, sie zum Teilen zu überreden. Doch bleibt er immer knapp bei Kasse und ungewaschen, anstatt mit dieser Begabung zu Geld zu kommen. Der anfängliche Teil des Films kann durchaus als Komödie durchgehen. Doch der wahre Svengali kommt erst nach einiger Zeit zum Vorschein, als er Trilby nach und nach unter seine geistige Kontrolle bringt. Ab hier wird die Gestalt immer düsterer, denn die andauernde Manipulation zehrt an den Kräften.
Doch nicht nur die tolle schauspielerische Kunst trägt zu der tollen Atmosphäre des Filmes bei, auch die Kulissen sind grandios. Das Paris der damaligen Zeit wird als eine Ansammlung krummer und schiefer Häuser dargestellt, die einen Herrn Hundertwasser vor Freude in die Luft hätte springen lassen. Die Hausflure wirken eher wie riesige unterirdische Tunnels, die eine abgeschlossene Welt für sich zu sein scheinen. Svengalis hypnotische Kräfte werden durch tolle Lichteffekte um die Augenpartien toll in Szene gesetzt und ließen mich an Bela Lugosi als den finstere Murder Legendre in White Zombie denken. Wer den alten Zombie-Klassiker mag, dem sei dieser Film ans Herz gelegt.
Fazit: Ein toller Gruselfilm, der mit tollen Bildern und einem exzellenten John Barrymore zu überzeugen weiß. Liebhaber von alten Horror und Gruselklassikern sollten sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen.
Filmreview von: schnuff / Alle Reviews von schnuff
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in Amerika bei Alpha Video auf DVD erschienen, kann bei http://www.archive.org/details/SvengaliJohnBarrymoreBKCap1931 aber auch kostenlos heruntergeladen werden.
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