Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft

Originaltitel: Honey, I Shrunk the Kids
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1989
Regie: Joe Johnston

Darsteller

Figur

Rick Moranis  Wayne Szalinski
Matt Frewer  Russell 'Russ' Thompson, Sr.
Marcia Strassman  Diane Szalinski
Kristine Sutherland  Mae Thompson
Thomas Wilson Brown  Russell 'Russ' Thompson, Jr.
Jared Rushton  Ronald 'Ron' Thompson
Amy O'Neill  Amy Szalinski
Robert Oliveri  Nick Szalinski
Carl Steven  Tommy Pervis
Mark L. Taylor  Donald 'Don' Forrester
Kimmy Robertson  Gloria Forrester
Lou Cutell  Dr. Brainard
Martin Aylett  Harold Boorstein
  
Genre: Komödie, Fantasy
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Inhalt

Wayne Szalinski ist ein vom Unglück verfolgter Wissenschaftler. Große Ideen, aber Maschinen, die dann nicht wirklich funktionieren, und vor allem wird er von seinen Kollegen nicht wirklich ernst genommen. Auch die Familie leidet darunter, einerseits unter dem Zeitmangel, andererseits da die Nachbarn die Szalinskis bereits für nicht ganz koscher halten. Doch dann gelingt Szalinski der große Wurf, unbeabsichtigt und mit Hilfe, die dann die Kinder von zwei Familien auf die Größe von Insekten schrumpft. Ein fantastisches, aber auch gefährliches Abenteuer nimmt seinen Lauf...

Kommentar

Zuvor hatte ich gerade noch ein Review zu dem Film Ein Fall für die Borger geschrieben, in dem winzige und real große Menschen in einem Film agieren. Doch schon lange vorher hat Disney diesen Film auf den Markt gebracht, in dem es um eine ähnliche Thematik geht, nur daß hier Menschen unfreiwillig geschrumpft werden. Daneben unterscheiden sich beide Filme doch gravierend.
Ein Fall für die Borger war eine reine Komödie mit tollen Einfällen und Gags. Selbst die etwas ernsteren Momente wurde immer wieder durch Situationskomik aufgelöst, so daß echte Spannung nie wirklich aufkam. Ganz anders in diesem Film. Auch er ist zuerst mal eine Komödie, hat aber auch ernste und spannende Momente, und hier geraten die geschrumpften Kinder sogar mehrmals in Lebensgefahr. So lösen sich immer wieder heitere und ernste Momente ab, für mich eine perfekte Mischung.
Auch in diesem acht Jahre früher entstandenen Film funktioniert die Tricktechnik mit kleinen Menschen in riesigen Kulissen hervorragend. Disney hat hier ganze Arbeit geleistet, und so wird aus einem schlichten Rasen für Miniaturmenschen ein gefährlicher Urwald, den es zu durchqueren gilt, um wieder zurück ins Haus zu gelangen. Doch einfacher gesagt als getan, Dinge, die man sonst nicht mal wahrnimmt werden nun zum gefährlichen Hindernis. Ein Strahl Hunde-Urin als nicht gerade wohlriechender See zum Beispiel, da ist guter Rat teuer. Aber nicht nur solche Dinge, sondern vor allem die Tierwelt wird zur großen Gefahr.
Man kann sagen, es gibt Momente, da wird das Ganze sogar zum Tierhorror. Dabei ist der Bienenflug genial animiert, mit zwei Kindern auf dem Rücken, oder die Ameise, die erst als Monster erscheint und dann aber gezähmt und als Reittier benutzt wird. Oder der Skorpion, mit dem es dann zum gefährlichen Kampf kommt, in den die Ameise dann rettend eingreift. Da geht es dann sogar ein wenig auf die Tränendrüse, bei einem Insekt, das man sonst nicht mal wahrnehmen würde.
Auch in diesem Film spielt zumindest ein Star mit, der eine ähnliche Rolle einnimmt wie John Goodman (Dämon/Arachnophobia) in Ein Fall für die Borger. Denn auch Rick Moranis (Ghostbusters - Die Geisterjäger/Ghostbusters 2) tritt hier in der Rolle des glücklosen Wissenschaftlers von einem Fettnäpfchen ins nächste, bis er am Ende, zufallsbedingt, doch noch den großen Wurf landet. Trotz aller Komik spielen auch bei ihm durchaus ernstere Töne mit ein, etwa wenn er erkennt, daß er seine Familie vernachlässigt, und daß eine glückliche Ehe wichtiger ist als tolle Erfindungen. Und Rick Moranis bringt beide Punkte gut zur Geltung. Außerdem agiert hier noch Kristine Sutherland als Mutter der Nachbarfamilie, die aus der Serie Buffy - Im Bann der Dämonen als die Mutter von Buffy und Dawn bekannt ist.
Der Film ist zumindest einmal ausgezeichnet worden und war für viele weitere Auszeichnungen nominiert, wirklich große Preise konnte er jedoch nicht gewinnen. Erfolgreich war er auf jeden Fall, denn mit einem Budget von nur 14 Millionen Dollar spielte er allein an den amerikanischen Kinokassen 130 Millionen Dollar ein. Kein Wunder, daß noch zwei (weniger erfolgreiche) Fortsetzungen, und sogar eine Fernsehserie folgten, um dieses Konzept auszuschlachten.
Der Film ist auch mitnichten nur als oberflächliche Komödie zu betrachten. Er hat, im Gegenteil, auch eine Botschaft, die ich auch nicht außer Acht lassen möchte. Denn hier geht es auch um zwei Familien, die sich erst so gar nicht leiden können, weil jede schlecht über die andere denkt, ob bei den Kindern oder den Erwachsenen. Es gibt Vorurteile und Mißverständnisse, und erst die Not schweißt die Parteien zusammen. Und siehe da, man entdeckt, daß man gar nicht so unterschiedlich ist, und am Ende werden sogar neue Freundschaften geschlossen. Und die zwei älteren Jugendlichen beider Familien verlieben sich sogar ineinander. Eine schöne Botschaft, die uns zeigt, daß es wichtig ist nicht nur Äußerlichkeiten zu sehen, und Menschen eine Chance zu geben, bevor man sie in eine Ecke steckt.
Bemerkenswert ist hier auch die Liebesgeschichte zwischen den zwei Jugendlichen der beiden Familien, die einen schönen Kontrapunkt in einer Zeit stellt, da in der Realität 14, 15 jährige leider oft nur drei Dinge im Kopf haben, wie man immer wieder sehen muß, saufen, rauchen und Sex. Hier werden Werte dagegengestellt, und ich erkenne mich nur zu gut selbst in dem Jungen wieder, der zunächst mal vom eigenen Vater nicht respektiert und ernst genommen wird, weil er den Ansprüchen nicht genügt, die der Vater setzt. Auch eine Geschichte für sich, wo der Vater dann dazulernen muß. Aber kein Wunder, daß dieser Junge schüchtern und verklemmt ist, und er nur heimlich für die schöne Nachbarstochter schwärmt, die ihn überhaupt nicht wahrnimmt. Das tut weh, und wie ich das nachfühlen kann!
Erst die Not bringt beide zusammen. Der Junge wächst über sich selbst hinaus, und das Mädchen erkennt, daß mehr unter der Oberfläche steckt als vermutet - ein klares Bekenntnis zu den inneren Werten. Und er rettet ihr sogar das Leben, während sie lernt ihn zu respektieren und schätzen. Auch bleibt es bei vorsichtigen Berührungen statt etwa hemmungsloser Knutscherei oder einer schnellen Bettgeschichte, was allein schon wertvoll ist in einer Zeit des Werteverfalls. Auch wenn man mich dadurch als Moralapostel sieht und die Nase rümpft - mir egal. Mich bedrückt die Entwicklung der heutigen Jugend, und um so mehr freue ich mich über solche Filme, die hier andere Werte dagegen stellen, zumindest wenn man sich darauf einläßt.

Fazit: Ein wirklich toller Film, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Eine Komödie mit Herz, voller Action und toller Effekte, und dennoch mit einer aussagekräftigen Geschichte, die klare Werte vermittelt. Ein so vielseitiger Film ist eher selten, und ich liebe ihn einfach. Nur schade ist die Firmenpolitik von Disney, ihre Filme immer nur kurz auf dem Markt zu haben und dann zu "entsorgen", so daß auch diese Perle heute nur noch über Gebrauchtmärkte zu bekommen ist, und das teilweise zu entsprechenden Preisen.

Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Walt Disney Home Entertainment / Buena Vista Home Entertainment auf DVD erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Berti, 22.03.10
Dieser wundervolle Film wirkt auf mich so wie die tolle Beschreibung oben- kann eigentlich nichts mehr hinzufügen weil ich genau so empfinde. Ich liebe diesen Film einfach sei es wegen der fantastischen Schauspieler, der eindringlichen Musik, der spannenden (Rasenmäher, Biene, Skorpion, usw) und teils auch berührenden ("Meisi!!")Szenen, der vielen liebevoll eingebauten Details (Legostein, Frühstück, usw.) und der genialen Story selbst. Wer auf Fantasykomödien steht und die Welt mal aus den Augen eines kleinen Insekts sehen möchte, sollte diese hier unbedingt gesehen haben
 
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