Das Phantom der Oper
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Inhalt
Tief in den unterirdischen Katakomben und Folterkellern der Pariser Oper lebt das Phantom, welches die Oper als sein Reich bezeichnet. Nach dem Führungswechsel wollen die neuen Direktoren jedoch nicht auf Phantom hören. Er fordert, dass die Hauptrolle nicht von Carlotta, sondern von der Zweitbesetzung Christine Daae gesungen wird. Und das Phantom weis seine Forderungen durchzusetzen, eine Lektion, die die neue Leitung schmerzhaft lernen muss.
Doch auch Christine muss ihren Preis für den Erfolg zahlen. Das Phantom fordert, dass sie ihren Geliebten Vicomte Raoul de Chagny verlässt. Nach der Vorstellung führt das Phantom Christine in sein Reich. Er stellt nur eine Bedingung, seine Maske darf nicht angefasst werden. Doch diese reißt ihm Christine ab, als er im Orgelspiel vertieft ist. Von seinem entstellten Gesicht erschrocken fällt sie in Ohnmacht. Er erlaubt ihr wieder in die Oper zurückzukehren, wenn sie verspricht, für ihn zu bleiben und ihren Geliebten nicht mehr zu treffen. Doch beim Maskenball plant sie mit Raoul ihre Flucht für den nächsten Tag nach der Vorstellung, was vom Phantom belauscht wird. Während der Aufführung wird sie erneut vom Phantom entführt und ...
Kommentar
1925 verfilme Universal erstmals den gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Gaston Leroux unter der Regie von Rupert Julian. Eigentlich wollte sich Lon Chaney die Filmrechte hierzu sichern, doch der Produzenten Carl Laemmle kam ihm zuvor. Dafür bekam Lon Chaney, der Mann der 1000 Gesichter, der zuvor mit "Der Glöckner von Notre Dame" einen Kassenschlager landete, dann die Hauptrolle des Phantoms.Für Universal war dies bis dahin eines der teuersten Produktionen, wo man wie heute immer noch üblich auf neue Techniken setzte. So wurden einige Szenen in Zweifarben-Technicolor gedreht (hiervon ist nur noch die Maskenball-Szene erhalten), was für damals wirklich verblüffend war, und Teile des Films wurden viragiert (eingefärbt). Einen Flop konnte man sich bei dieser Produktion nicht leisten, denn durch die Einführung des Radios in den 20er Jahren war ein deutlicher Rückgang der Kinobesucher zu verzeichnen, so dass man sich wie bei Universal damals nicht üblich für eine Testvorführung entschied, die nicht zufriedenstellend ausfiel. Es wurde nachgedreht und umgeschnitten.
Die Kulissen sind allesamt stimmungsvoll gewählt, die meisten Darsteller agieren aus heutiger Sicht jedoch zu gestellt. Wie die meisten Stummfilme wirkt auch dieser aus heutiger Sicht schon sehr angestaubt. Das Herausragende an diesem Film ist jedoch Lon Chaneys einzigartige Darbietung. Unter seiner Maske wurde sein Gesicht mit Make-up, welches er stets selbst aufgetragen hat, zu einer totenkopfähnlichen Fratze entstellt. Die Szene, wo Christine ihm seine Maske abreißt, ist für damals in einer unerreichten Intensität zu sehen, die den Zuschauern das Gruseln lehrte und auch heute noch zur überzeugen vermag. Die Demaskierung erfolgt bereits in der Mitte des Films, danach wird das Phantom häufiger ohne Maske gezeigt. Aber auch mit seiner Maske, die keine Mimik zulässt, kann er allein durch seine gelungene Gestik punkten. Durch sein Beitragen wurde dieses Werk zu einem Meilenstein des Horrorgenres, welches etliche Filme und Darsteller beeinflusste. Für viele ist dies die beste Adaption des Roman von Gaston Leroux.
Der Film war ein durchschlagender Erfolg, von dem noch weitere Schnitt- und auch Tonfassungen erstellt wurden. Dieser Klassiker wurde bereits mehrmals restauriert und steht in einer ansehnlichen Qualität auf DVD zur Verfügung. Besonders die farbige Maskenball-Szene hat mich verblüfft, für damals wirklich bahnbrechend.
Fazit: Heutzutage können viele nichts mehr mit alten Stummfilmen anfangen. Wer sich aber auf diesen Streifen einlässt, wird mit einer grandiosen Darbietung von Lon Chaney belohnt.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei absolut MEDIEN auf DVD erschienen, kann im Internet unter http://www.archive.org/details/ThePhantomoftheOpera aber auch legal und kostenlos gesehen werden.
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