Die Sturmflut
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Inhalt
Hamburg, am 16. Februar 1962. Über dem Atlantik braut sich unvermittelt ein gewaltiger Orkan zusammen, der schnell auf die Küste zurast. Dadurch brechen Deiche, und große Teile der Nordseeküste werden überschwemmt. Doch selbst das weit entfernte Hamburg ist von diesem Sturm bedroht, da auch hier die Deiche zu brechen drohen. Eine Katastrophe furchtbaren Ausmaßes nimmt ihren Lauf...
Kommentar
Und noch ein Katastrophenfilm als TV Zweiteiler, dieses mal nicht als fiktives Szenario, sondern nach einer wahren Begebenheit. Denn die große Flut von Hamburg im Jahr 1962 hat es wirklich gegeben, und in diese Katastrophe wird die Hintergrundgeschichte dieses Films gesetzt. Womit wir auch schon beim Hauptthema sind, und beim größten Schwachpunkt dieses Films, der letztendlich nicht weniger schafft als mir diesen an sich gut gemachten Katastrophenthriller zu vermiesen. Warum, das will ich hier nun ausführlich erklären, was natürlich subjektiv ist. andere mögen den Film lieben und das, was er vermittelt, für mich war hier einiges einfach unerträglich. Bis dahin, daß ich etwas mehr als zehn Minuten vor dem Ende endgültig abgeschaltet habe. Aber nun von Anfang an.Die Katastrophe selbst ist wirklich gut inszeniert. Es gibt mehrere Schauplätze, an denen Darsteller um ihr Leben kämpfen müssen, in Hamburg und auf einer Bohrinsel. Das alles ist aufwendig und spektakulär inszeniert, wiederum besser als ich mir das hatte vorstellen können. Am besten dabei hat mir der Nebenschauplatz auf der Bohrinsel gefallen, da war die Dramatik am größten. Aber auch sonst ist der Kampf mit den Wassermassen gut gelungen.
Der Film bietet eine ganze Reihe namhafter deutscher Stars auf, wie zum Beispiel Benno Fürmann, Götz George, Jutta Speidel, Heiner Lauterbach, Elmar Wepper - um nur einige zu nennen. Doch auch das rettet diesen Film für mich nicht, der letztlich an der eigentlichen Hauptgeschichte scheitert, der unsäglichen "Liebesgeschichte", die genau wie bei "Tornado - der Zorn des Himmels" einmal mehr eine Dreiecksgeschichte ist. Auch hier steht eine Frau zwischen zwei Männern, auch hier haut einer der beiden ab und läßt die Frau sitzen. Die tröstet sich mit dem anderen und hat ein Kind mit ihm, so scheint es. Einen Tag vor der Hochzeit taucht der andere Mann wieder auf und will sie zurück, einfach so. Und sofort schmachtet die Frau wieder dahin, als der Trampel von Nebenbuhler auf dem Polterabend auftaucht und seine Angebetete vor allen Anwesenden zurückfordert, was eine Schlägerei auslöst. Dann stellt sich heraus, das Kind ist doch von ihm, der andere wurde nur benutzt und belogen all die Jahre. Und der Nebenbuhler darf dann Frau und Kind natürlich retten, so daß sie ihm am Ende in die Arme sinken kann. Und wenn sie nicht gestorben sind...
Was für ein Schmarren! Es ist schon starker Tobak, was hier aufgetischt wird an menschlichem Beziehungsmüll, da tritt sogar die eigentliche Flutkatatsrophe in den Hintergrund. Und irgendwie ist es immer so, zerbrechende, zerstörte, gescheiterte Beziehungen am laufenden Band, etwas "normales" ist wohl einfach zu langweilig und findet in solchen Filmen nicht statt. Und dabei ist auch noch zu erwähnen, daß es am Nebenschauplatz auf der Bohrinsel bei den dortigen beiden Hauptprotagonisten auch "funkt", in der Dramatik des Überlebenskampfes. Bezeichnend ist dann, daß die Frau einen Kuß zuläßt, mit den Worten, daß wenn beide dies überleben der Kuß nie stattgefunden hat. Und ja, die zwei überleben, und von einer Beziehung ist dann keine Rede mehr. Das nennt man wohl "Liebe heute"...
Fazit: Mehr als drei Punkte kann ich diesem Werk einfach nicht geben, und das auch nur, weil die Katastrophe und Effekte einfach gut gemacht waren. Ebenso die Rettungsmaßnahmen und der Kampf ums Überleben, aber das reicht nicht. Es reicht nicht, wenn man sonst ein ums andere mal die Vorspultaste drücken muß, weil man das, was hier als Liebesgeschichte ausgegeben wird, schlicht nicht erträgt. So ist es jedenfalls mir ergangen. Der Film war vom ersten Moment an so vorhersehbar, und er reiht sich somit ein in eine ganze Liste mit deutschen Produktionen, die mit guten Effekten aufwarten, aber schwache, vorhersehbare und teils unglaubwürdige Charaktere bieten. So schlimm wie hier habe ich es allerdings bisher noch nicht empfunden. Daher gibt es dieses mal auch nur eine bedingte Empfehlung. aber wie gesagt, andere mögen gerade solche "Dramen" lieben, ich für meinen Teil nicht...
Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Warner Home Video / teamWorxX / RTL als Doppel-DVD erschienen und auch in einer Box zusammen mit "Die Luftbrücke" und "Dresden" enthalten.
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