Der Hauch des Todes

Originaltitel: The Living Daylights
Alternativtitel: James Bond 007 - Der Hauch des Todes
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  1987
Regie: John Glen

Darsteller

Figur

Timothy Dalton  James Bond
Maryam d'Abo  Kara Milovy
Jeroen Krabbé  General Georgi Koskov
Joe Don Baker  Brad Whitaker
John Rhys-Davies  General Leonid Pushkin
Art Malik  Kamran Shah
Andreas Wisniewski  Necros
Thomas Wheatley  Saunders
Desmond Llewelyn  Q
Robert Brown  M
Geoffrey Keen  Sir Frederick Gray
Walter Gotell  General Anatol Gogol
Caroline Bliss  Miss Moneypenny
John Terry  Felix Leiter
Virginia Hey  Rubavitch
  
Genre: Action, Thriller
Sequels: James Bond 007 jagt Dr. No (1962)
Liebesgrüße aus Moskau (1963)
Goldfinger (1964)
Feuerball (1965)
Man lebt nur zweimal (1967)
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Inhalt

Das Gleichgewicht zwischen den Mächten in Ost und West ist bedroht, als eine unbekannte Organisation damit beginnt gezielt westliche Spitzenagenten auszuschalten. Doch nicht der russische KGB steckt dahinter, wie zunächst vermutet, sondern ein vermeintlicher russicher Überläufer, dem James Bond selbst zur waghalsigen Flucht verholfen hat. Eine gefährliche Jagd rund um die Erde nimmt ihren Lauf, als Bond die Herausforderung annimmt...

Kommentar

Das Jahr 1087 markiert einen neuen Abschnitt in der Serie der James Bond Filme. Denn Roger Moore war in dieser Titelrolle endgültig abgetreten, und ein neuer Darsteller betrat die Bühne, um das schwere Erbe von Sean Connery und Roger Moore anzutreten. Beide hatten es jeweils auf sieben Filme gebracht, Connery sogar auf acht, rechnet man den späteren Titel "Sag niemals nie" noch mit ein, der jedoch von einer anderen Produktionsfirma umgesetzt wurde. Auf jeden Fall hatte es der neue Darsteller Timothy Dalton (Rocketeer) daher nicht leicht, dieses Erbe anzutreten.
Man mag nun verschiedener Meinung sein, wie erfolgreich Dalton in seinen nur zwei Filmen agierte, bevor er wieder verschwand. Die einen waren angetan von seiner Neuinterpretation von Bond, die anderen weniger oder gar nicht. Ich habe zwar nie die Romane von Ian Flemming gelesen, doch es heißt, daß gerade Dalton seinen Bond am authentischen umsetzte, ernster, realistischer, da der Humor in der bisherigen Reihe vom Autor so wohl nicht angedacht war. Dennoch bevorzuge ich persönlich die Interpretationen von Connery und Moore, aber das ist subjektiv und jedem selbst überlassen.
Nun also zu den Filmdetails. Da gehe ich gleich mal auf den Audiokommentar der Ultimate Edition ein, in dem u. a. auch der Regisseur des Films, John Glen, spricht, der hier seinen vierten Bond Film hintereinander drehte, einzigartig in dieser Serie. Er spricht von einigen Veränderungen für diesen Film und nennt die Dinge beim Namen, auf die ich hier auch eingehen möchte. So wechselt für diesen Film nicht nur der Darsteller für James Bond, auch Lois Maxwell als Miss Moneypenny ist nicht mehr dabei und wird, wie schon der Darsteller von Bonds Vorgesetzter M, durch eine andere Schauspielerin ersetzt. Vom ursprünglichen Bond Team bleibt nur noch der Darsteller des Q erhalten, und so kann man sagen, der Film beinhaltet inzwischen einen kompletten schauspielerischen Neuanfang in der Serie. Denn natürlich steht und fällt alles mit dem Bond Darsteller.
John Glen spricht davon, daß er diesen neuen Bond anders darstellen wollte. Realistischer, härter, actionreicher, und dennoch auch durchaus mit einer romantischen Ader. Und anders ist dieser Bond wirklich, da er fast monogam agiert und nicht mehr jede Frau verführen muß. Außer am Anfang, die für mich lächerliche Fallschirmszene in die Arme einer wildfremden Frau, ist er nur noch mit dem neuen Bond Girl unterwegs und zeigt dabei mehr Gefühl als seine Vorgänger zusammen - mir gefällt’s, anderen vielleicht eher weniger, die Bond lieber durch viele Betten turnen sehen möchten. Dabei muß man auch mal erwähnen, wie züchtig, um nicht zu sagen prüde, die Bond Filme stets waren. Denn es blieb bisher nur bei Andeutungen, eine nachte Frau, oder auch mal nur eine nackte Brust, sucht man völlig vergeblich.
Die Zeit der humorvoll übertriebenen Bond Abenteuer mit größenwahnsinnigen Bösewichtern, die die Welt bedrohen, waren mit Timothy Dalton als Bond vorbei. Statt dessen sehen wir uns mit dem realistischen Alltag der damaligen Krisenherde in der Welt konfrontiert, wie dem kalten Krieg und Afghanistan, oder dem Freiheitskampf der Mudschaheddin. Der Sprung in diese Realität war groß, aber gewollt, der Realismussprung des Regisseurs. Auch hier waren die Meinungen gespalten, dieser Weg hin zu realer, harter Action gefiel mir persönlich nicht, zu sehr erinnerte er mich an die Realität, zu wenig ließ mich der Film dieser entfliehen. Andere mögen das anders sehen, aber da sind mir Fantasiebösewichter alle mal lieber.
Und John Glen spricht über die Rolle der Frau allgemein und seines Bond Girls Maryam d'Abo im Besonderen. Er spricht über die Entwicklung der Frau, von der von Ian Flemming entworfenen reinen harten Männerwelt, wie sie damals eben war, hin zu selbstbewußten, emanzipierten Frauen, denen auch die Bond Filme schließlich Rechnung tragen sollten. Wie also stellt sich das in "Der Hauch des Todes"? John Glen geht wie gesagt direkt darauf ein im Kommentar. Aber die Umsetzung ist gerade deshalb zweifelhaft, oder man muß sich fragen, welches Frauenbild der Regisseur hat, wenn die Rolle von Maryam d'Abo seinem Bild einer starken Frau entspricht. Sicherlich hat sie auch mal die eine oder andere Szene, wo sie mal mitmischen darf, aber bis es im letzten Drittel so kommt spielt sie wieder mal das naive Dummchen, das sowohl von Bond, als auch von der Gegenseite benutzt wird, egal zu welchem Zweck. Und weil Bond sie die ganze Zeit belügt darf er sich nicht wundern, daß sie ihn dann auch noch verrät, im Glauben, daß der Gegenspieler sie liebt, was natürlich auch nicht der Fall ist. Danach ist sie endgültig auf der Seite von Bond, aber doch meist nur als schönes Anhängsel, und seltenst als tatkräftige Unterstützung. Da kommt sie an eine Grace Jones (Im Angesicht des Todes) beileibe nicht heran.

Fazit: Schneller, härter, realistischer, und noch mehr Action, das trifft zu auf den Bond der nächsten Generation. Leider hat Dalton nicht nur gegen Bösewichter zu kämpfen, sondern auch gegen die Geschichten. Ich weiß nicht, warum nach zwei Filmen schon Schluß war, aber vom Hocker gerissen haben mich seine beiden Filme nicht, hier als Betrogener eines vermeintlichen Überläufers, wo Bond dann die Scherben kitten muß, und danach die einsame Rächerstory - für mich in dieser Form nicht James Bond, wie ich ihn so lange geliebt habe. Sicherlich kann sich eine Serie auch ändern, aber dieser Weg gefiel mir persönlich nicht sonderlich. Andere mögen das wie gesagt anders sehen, vielleicht sogar umgekehrt, für mich ist dieser Film nur Action-Mittelmaß, austauschbar gegen viele andere Action Filme, dem das gewisse Etwas fehlt, das Roger Moore und Sean Connery so wunderbar verkörpert haben. Aber das ist eben Geschmackssache, von mir gibt es daher nur eine bedingte Empfehlung für diesen Film.

Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei MGM in verschiedenen Editionen auf VHS und DVD erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Rumpelstielzchen, 08.03.10
Jawoll, da issa :) Auf diese Rezension habe ich mich besonders gefreut, da ich ja weiß, wie sehr sich die Geister bei den Dalton-Bonds spalten. "Lizenz zum Töten" habe ich ja schon mal von der meist zu harten Kritik fern gehalten (siehe Rezension). Nun abe erst mal zum "Hauch des Todes": Für mich ist er mit Spion der mich liebte und Moonraker mein Lieblings-Bond, obwohl die Story hier nicht wirklich global ist. Einer der Hauptpunkte für meine positive Sichtweise ist der grandiose Soundtrack, der mir hier mit "Im Geheimdienst ihrer Majestät" und "Live an let die" am besten gefällt. Wie soll es anders sein, habe ich mir diesen sogar gestern als LP auf einer Börse gehört. Mensch kommt einem da eine Gänsehaut. Nun zu Dalton: Seine Interpretation gefällt mir auch sehr gut, wobei auch mir manchmal der ein oder andere Gag fehlt. Die Story an sich ist diesmal so vielschichtig wie nie. Was mir etwas sauer aufstößt ist das unspektakuläre und zu kurze Duell zwischen Bond und Whittaker ganz zum Schluss. Hier hätte man wenigstens etwas mehr rausholen können. Die Schauspielerriege mit Joe don Baker und Jeroen Krabbé ist mehr als hervorragend. Aber auch unser übrigens deutscher Necros ist klasse. Der Film bekommt 9 von 10 Punkten Übrigens: Dalton hat damals selber das Handtuch geschmissen, da die Produzenten irgendeinen Rechtsstreit hatten, der sich über Jahre hinzog. Dalton hatte darauf keine Lust mehr, obwohl er für den nächsten Bond eingeplant war.
 
Wollo, 10.03.10
Da schließe ich mich meinem Vorredner weitestgehend an; auch ich halte "Der Hauch des Todes" für einen der besten Streifen der Reihe überhaupt. Der Film wirkt gerade gemessen an seinen beiden Vorgängerfilmen beinahe wie eine Frischzellenkur für die Serie, die gemeinsam mit ihrem Hauptdatrsteller zum damaligen Zeitpunkt doch arg in die Jahre gekommen war. Die Story wirkte weitaus weniger comichaft als zuletzt in der Ära Bond, der Focus lag wieder mehr auf Härte und nachvollziehbarer Action (so weit im Bond Universum überhaupt davon gesprochen werden kann), die zuletzt beinahe schon nervigen technischen Mätzchen wurden auf ein angenehmes Maß zurecht gestutzt (ganz ohne ging es ja nicht, denn schließlich brauchte Mr. Llewelyn alias Q seine Szenen) und Timothy Dalton, tja, da scheiden sich natürlich die Geister gewaltig! Meine Wenigkeit hält ihn für einen grandiosen Darsteller und seine Interpretation der Figur ist tatsächlich am nächsten an der Romanfigur, und seien wir mal ehrlich, Daniel Craig, der allseits über den grünen Klee gelobte und beliebte aktuelle Darsteller mit der Lizenz zum Leute umnieten, hält sich in seiner Darstellung am ehesten an den Bond, den Dalton gab. Wo der verdiente Roge zum Schluss fast ein wenig bräsig wirkte, da macht Dalton einen frischen Eindruck, dynamisch, überzeugend, ja gefährlich, möchte man sagen! Okay, freilich ist Dalton 20 Jahre jünger als Moore, aber den hätte man ja auch schon eher austauschen können, denn eigentlich mochte er ja im Vorgängerfilm schon gar nicht mehr wirklich zum Dienst antreten, was man ihm dann aber mit einer fürstlichen Gage doch noch einmal schmackhaft gemacht hatte. Immer wieder wird ja gemunkelt, eigentlich hätten die Produzenten lieber zum damaligen Zeitpunkt bereits einen gewissen Pierce Brosnan als Hauptdarsteller verpflichtet, der jedoch vertraglich noch an seine TV-Serie "Remington Steele" (die by the way vollkommen bescheuert gewesen ist) gebunden war. Gut, der bekam dann ein paar Jahre später seine Chance und trat in gewisser Weise dann wirklich die Nachfolge von Roger Moore an, aber das ist dann auch wieder ein anderes Kapitel in der langen Bond Geschichte. Ferner spricht noch eines in meinen Augen unbedingt für diesen Film hier, nämlich Maryam D'Abo, die ich irgendwie ziemlich süß finde. Klar, 'ne starke Frauenfigur spielt sie wohl kaum, dafür ist sie aber irgendwie das verhuschteste aller Bond-Girls, und schon allein dafür mag ich sie überaus! Was allerdings hier so vielversprechend begann - guter Hauptdarsteller in gutem Debüt, gute neue Ideen und insgesamt guter Weg - wurde schon mit dem nächsten Film wieder in Stücke geschlagen, denn der unwürdige Haudrauf Rache Klopper "Lizenz zum Töten" stellt einen neuerlichen Tiefpunkt der Serie dar. Dann war's auch schon wieder vorbei mit der kurzen Ära Dalton, der 1995 nicht mehr gegen "Goldeneye" antreten mochte. Ein Wort noch zum Regisseur John Glen, der seltsamerweise für einige der besten und auch der schlechtesten Filme der Serie verantwortlich zeichnete, womit er wohl eindeutig bewiesen hätte, dass er keinesfalls ein Regievisionär zu nennen ist, sondern vielmehr als solider Handwerker angesehen werden muss, als Auftragswerker, der das inszeniert, was seinen Geldgebern vorschwebt. Heute sieht man das ja ein wenig anders und sucht die Regisseure der Filme tatsächlich danach aus, dass sie den jeweiligen Streifen auch ihren persönlichen Stempel aufdrücken, was ich sehr positiv finde. Glens Arbeit war stets schnörkellos, große Kunst hatte er nie im Sinn, eher gediegenere Unterhaltung, was ja dieser Tage nicht mehr unbedingt ein Widerspruch sein muss. Im Rahmen der Serie möchte ich diesem Film hier dennoch die Höchstwertung verleihen, die er allerdings für sich allein stehend (wie so ziemlich jeder Bond Film) sicher nicht verdient hätte!
 
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