Octopussy
Inhalt
Eigentlich ein zunächst harmloser Auftrag, wie es scheint, als James Bond eine Juwelenschieberei in großem Stil aufklären soll. So kommt er jedoch auf die Spur einer geheimnisvollen Frau mit Namen "Octopussy", die ihrerseits jedoch auch nur für andere Ziele mißbraucht wird. Denn ein größenwahnsinniger russischer General benutzt den Octopussy-Zirkus für ein ehrgeiziges Ziel, eine Art trojanisches Pferd, bei dem nicht weniger als der Weltfrieden auf dem Spiel steht. Für James Bond beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...
Kommentar
Nach dem etwas härteren, vor allen Dingen aber auch realistischeren Vorgängerfilm war ich damals dann gespannt, wie es mit James Bond weitergehen würde. Ob man weiter lieber die realistisch harte, oder doch wieder die phantastisch humorvollere Variante wählen würde für den Nachfolgefilm. Der Regisseur blieb auf jeden Fall erst mal der selbe, nach seinem Regiedebüt mit In tödlicher Mission war John Glen wieder die erste Wahl für die Produzenten, um Bond weiter durch die 80er Jahre zu steuern. Und etwas kann ich bereits vorwegnehmen, der neue Regisseur behielt seine Linie bei, mit viel, durchaus harter Action, höherem Realismus und vor allem auch Tempo, wobei der Humor deswegen trotzdem nicht ganz auf der Strecke blieb. Denn ein James Bond ganz ohne Humor war einfach kein Bond, jedenfalls noch zu dieser Zeit. Doch schauen wir einmal in die Details zu diesem Film.Erwähnenswert ist zunächst einmal Maud Adams (Rollerball), welche im Film die Titelgebende "Octopussy" spielt. Ein großer Durchbruch im Filmgeschäft blieb ihr verwehrt, sie spielte meist in kleineren Produktionen mit. Dafür bekam sie zweimal eine Hauptrolle in einem Bond Film und tauchte sogar noch ein drittes mal auf in "Im Angesicht des Todes", dort jedoch nur in einer Statistenrolle, wo sie nicht einmal im Vor- oder Abspann aufgeführt wird. Und irgendwie ist es auch bezeichnend, wenn man sich anschaut, welche Rollen sie in den beiden anderen Bond Filmen verkörperte. Zu Der Mann mit dem goldenen Colt habe ich da schon Stellung genommen, hier nun bleibt sie, bei genauerer Betrachtung, ebenfalls blaß. Waren die vorigen Bond Girls neuerdings auf starke Frauenrollen angelegt, so erweckt Octopussy nur den Anschein. Sie ist eine reiche Frau, die zurückgezogen in indien in einer Art eigenem Staat auf einer Insel lebt, nur von Frauen bevölkert. Und während sie nach außen hin alles rundum beherrscht, wird sie in Wahrheit von anderen - von verbrecherischen Männern - manipuliert. Als Bond auftaucht wirft sie sich ihm völlig uninspiriert sofort an den Hals und bleibt dann weiterhin die unwissende, manipulierte Frau. Am Ende, beim Überfall auf die Bösen, spielt sie scheinbar die tragende Rolle, doch weit gefehlt. Während ihre Frauen ganze Arbeit leisten und zu meiner großen Freude den Männern mal zeigen, wo die Harke hängt - es ist eine List zuzusehen, wie sie die Männer verkloppen - dringt Octopussy in die Höhle des Löwen vor, wo sie sofort überwältigt und entführt, als Geisel genommen wird. So darf der große Bond wieder zur Rettung eilen, was er zuvor mit der eigentlichen Haupthandlung des Films schon einmal tat, die Frau also wieder als das ganz schwache Geschlecht, das gar nichts kann außer gerettet zu werden. Zumindest die Hauptperson. Das mag andere immer wieder erfreuen, mir entlockt es nur ein gähnen.
Die Haupthandlung zielt auf den damals noch immer vorhandenen realen Ost - West Konflikt, die Zeit des Kalten Krieges und Eisernen Vorhangs, was natürlich auch immer wieder in den Bond Filmen ein Thema war. Bezeichnenderweise war man da aber gerade in den Bond Filmen mutiger als in vielen anderen Werken, bloße schwarz-weiß Zeichnung, was nun gut oder böse ist, gab es eigentlich nie. Statt dessen agierte man hier fortschrittlicher, der Osten bekam mit der wiederkehrenden Figur von General Gogol sogar eine durchaus charismatische Figur. Zwar geriet man auch hier immer wieder aneinander, dennoch ging man mit dem Thema differenzierter um als in der Realität und übte sogar "echte" Zusammenarbeit und Entspannung. Wie zum Beispiel im Film Der Spion, der mich liebte. Und auch hier geht nun das Böse nicht von offizieller russischer Seite aus, sondern von einem fehlgeleiteten General, der dann von staatlicher Seite selbst verfolgt wird, nicht nur von Bond. Und das macht die Sache deutlich interessanter als einfaches schwarz und weiß Denken, wie ich finde.
Action und Effekte im Film gibt es natürlich wieder genug. Q darf wieder Gadgets zur Verfügung stellen und dieses mal sogar selbst mitmischen, seine Ballonlandung ist wirklich zum schmunzeln. Und es gibt wieder allerlei Verfolgungen und Kämpfe, ob mit Auto, Zug oder auch in der Luft in und auf einem Flugzeug. Dazu kommt die Treibjagd in Indien, wo Bond nicht nur vor einer feindlichen Jagdgesellschaft flieht, sondern auch vor allerlei Getier, was gut umgesetzt ist. Überhaupt bringt das indische Flair viel Farbe ins Spiel, eine neue exotische Variante, die dem Film gut tut. Und Bond besucht sogar mal Deutschland, um dort eine Katastrophe zu verhindern.
Der Film war im Kino wiederum ein großer Erfolg. Mit einem Budget von 27 Millionen Dollar wurden weltweit 183 Millionen Dollar eingespielt. Oscars gab es zwar keine, dafür aber andere Nominierungen und Preise.
Fazit: Und wieder ein gelungener Bond Film, wenn man vom Schwachpunkt Maud Adams absieht, die für mich völlig blaß und belanglos bleibt. Das reißen aber die übrigen Frauen heraus, bei denen übrigens besonders die Assistentin von Octopussy heraussticht, verkörpert von Kristina Wayborn. Besonders da, wo sie Bond verführt und ihn auch nur benutzt, das wäre eine tolle Sache gewesen, wenn der Held das nicht selbst so geplant hätte. Immerhin war dieses Katz und Maus Spiel wesentlich interessanter als die Geschichte zwischen Bond und Octopussy. So ist das insgesamt für mich noch die volle Punktzahl und eine Empfehlung an alle Bond und Roger Moore Fans, der hier wiederum sein ganzes Können zeigt, mit viel Spannung, Action und Humor.
Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei MGM in verschiedenen Editionen auf VHS und DVD erschienen.
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Stand: 10.02.2012 15:45:24 |
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Weitere Kommentare zum Film
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| Rumpelstielzchen, 05.03.10 |
| Also hier muss ich Gandalf zum ersten Mal widersprechen - zumindest was die Bewertung angeht. Octopussy ist in meinen Augen der absolute Tiefpunkt der Moore-Filme und generell auch mit "Der Morgen stirbt nie" der Tiefpunkt der ganzen Serie (wobei ich auch Liebesgrüße aus Moskau, Diamantenfieber und Feuerball mau fand). Der Film bietet das (sorry) hässlichste und optisch älteste Bondgirl der ganzen Reihe. Die Handlung ist wie in keinem anderen Film der Reihe derart von seiner Entstehungszeit geprägt. Der Stempel des Kalten Krieges ist hier sehr fett zu sehen, wobei die Idee an sich schon was hat. Mich nervt aber dieser Strang mit den Eiern, Indien als Location und dem Zirkus. Irgendwie verpufft da jegliches Interesse. Am enttäuschendsten ist jedoch das Ende. Bond kämpft nie wirklich gegen Kamal Khan und die Art wie das Fluzeug abstürzt wirkt sehr abgehackt und unspektakulär. Roger Moore wirkt schon in diesem Film etwas zu alt für die Rolle. Ist schon drollig, da es witzig ist, einem "Opa" beim Kämpfen zuzusehen. Ok ist jetzt etwas übertrieben. Um es vorweg zu nehmen: Im folgenden Film ist er natürlich noch älter, jedoch wirkt das nicht so albern, da dieser einer der actionärmsten Filme der Reihe aber dennoch mit vielen sehenswerten Dingen sein wird. Aber ich freu mich da schon auf die Rezension. Da bin ich gespannt. Octopussy bekommt von mir leider nur 5,0 von 10,0 Punkten. |
| Wollo, 08.03.10 |
| Auch für mich ist "Octopussy" einer der schlechtesten Filme der gesamten Serie, vielleicht nicht gar so mau und piefig anbiedernd wie "Moonraker", mit dem man besonders juvenil und vielleicht sogar innovativ daherkommen wollte und genau das Gegenteil erreichte, aber dennoch wirkt der Film im direkten Vergleich zur vorhergegangenen Episode "In tödlicher Mission" brav und altbacken. Die "Kalte-Krieg" Story um die Atombombe ist einfach zu hanebüchen um wirklich zu fesseln, das "exotische" Zirkus- und "zauberhafte" Indien-Flair aus tausendundeiner Nacht wirken eher putzig denn aufregend und die Rasanz seines Vorgängers hat der Regisseur Glen keinesfalls ein zweites Mal erzeugen können. Auch wirkt die Ikone Bond hier plötzlich in Moores Darstellung erstmals wie ihre eigene Karikatur. Obschon "In tödlicher Mission" nur zwei Jahre zuvor inszeniert worden war wirkt Moore hier plötzlich müde und, Sorry, um Jahre gealtert! Wo er zuvor noch einmal eine ordentliche Kelle in Sachen Härte und Action drauflegte, scheint man dies aufgrund seines fortgeschrittenen Alters in diesem Film doch wieder ein wenig rückgängig gemacht zu haben und setze wieder mehr auf die anderen vermeintlichen Schauwerte der Serie, sprich Schauplätze, die Normalkinobesucher (damals) nie in Natura zu sehen bekomme würde, hübsche Mädels mit wenig Stoff am Leib, die Normalkinobesucher... ist klar, ne?, und eben viel Bumm Bumm und so. Dennoch, der Vorgänger hatte die Messlatte um so viel höher angelegt, a konnte dieser Film einfach nicht mithalten und geriet schon allein deshalb so enttäuschend weil man die Innovationen wieder umkehrte. Die "Realsitik" und Ernsthaftigkeit wich wieder eher Klamaukigem, die Story ist doof und Bonds Gegenspieler kann man nicht ernst nehmen, die einstige Scharfzüngigkeit von Moores Bond erscheint hier eher erstmals als Altherrenhumor wie überhaupt der ganze Film eine Altherenfantasie "kalter Krieger" zu sein scheint. Mission nahezu fehlgeschlagen, Zeit was neues auszuprobieren! |
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