Lizenz zum Töten
Inhalt
Am Hochzeitstag von Felix und Della wird der Drogenbaron Sanchez geschnappt. Mittels Bestechungsgeld kommt Sanchez wieder frei und rächt sich an dem neu verheirateten Hochzeitspaar. Della wird getötet und Felix lebensgefährlich verletzt. Bond sinnt auf Rache und verliert seine Lizenz zum Töten. Doch auch das kann ihn nicht mehr aufhalten. Zusammen mit Q und Pam trickst er Sanchez aus und spielt einen Überläufer. Sanchez selbst bemerkt den Schwindel. Erst nach der Warnung von Dario kommt es zum erbitterten Kampf.
Kommentar
Achtung, hier kommt der sogenannte Rambo-Bond. Der Film ist unter Otto-Normalverbrauchern definitiv der unbekannteste der Reihe, was auch an dem vergleichsweise hohen Härtegrad liegt. Übrigens ist es der einzige Bond-Film, der bis vor der Veröffentlichung der Ultimate Edition geschnitten war. Geschnippelt wurde vor allem an der Hai- und Druckkammerszene. Der Film wird dementsprechend selten im TV gesendet und sowieso war er einer der wenig erfolgreichen Teile der ReiheIch persönlich finde den Film absolut geil. Timothy Dalton ist für mich der beste bisherige Bond-Darsteller, da er Bond gemäß den Romanen wieder härter und weniger ironisch darstellt. Hier ist er als kompromissloser Rächer unterwegs, was Dalton hervorragend verkörpert. Allein die Anfangsszene, in der Sanchez' Flugzeug von einem Helikopter geangelt wird, gehört zu den besten Anfangsszenen des Franchises. Das Titellied ist guter Durchschnitt. Ungewöhnlich sind die durchgängig tropikalen Locations, was den Eindruck jedoch etwas schmälert, da es irgendwie halt zu viel des Guten ist. Ein absoluter Kracher ist auch Robert Davi als Sanchez. Definitiv einer der coolsten Bösewichte und das inklusive dem noch unbekannten Benicio del Toro als Dario.
Die Action ist nicht zu ausufernd, wenn man von der Anfangsszene mal absieht. Da gab es auf jeden Fall spektakulärere Filme auch innerhalb der Reihe. Dafür entschädigt die gut inszenierte Tanklaster-Verfolgung am Ende und der "heiße" Tod von Sanchez. Übrigens hat Q endlich mehr Screentime und ist direkt in die Mission eingebunden, was ja in der Form ein Novum war und leider blieb. Was mir nicht so gut gefällt an dem Film ist der Soundtrack, der zwar anders (Latino-Klänge) und anfänglich auch erfrischend neu wirkt, jedoch nach einiger Zeit irgendwie nervt. Außerdem finde ich Carey Lowell und Talisa Soto als Bondgirls schwach besetzt. Ich werde jetzt keine Beiträge zum Frauenbild liefern. Dafür ist mein Kollege in den anderen (übrigens guten) Bond-Rezensionen zuständig. Weiterhin war mir lange Zeit die Rolle von Wayne Newton als Professor Joe unklar. Das er hier in seinen Sendungen codierte Nachrichten an potentielle Drogenkäufer übermittelt, habe ich ehrlich gesagt erst durch Internetrezensionen richtig mitbekommen. Generell fällt auch die Story weniger global aus aber das war bei allen Glen-Bonds (außer Octopussy) der Fall. Ich stehe ja eigentlich auf die Filme, in denen es globaler zugeht (Moonraker, Spion der mich liebte etc.) .Insgesamt ist der Film untypisch aber irgendwo dennoch richtig "bondig".
Filmreview von: Rumpelstielzchen / Alle Reviews von Rumpelstielzchen
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in mehreren Editionen bei MGM auf VHS, DVD und Blu-ray erschienen. Ungekürzt ist die Ultimate Edition und die Blu-ray von MGM.
Filmbewertung
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Stand: 11.02.2012 03:03:36 |
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Weitere Kommentare zum Film
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| Gandalf01, 10.03.10 |
| Sicherlich einer der kontroversesten Bonds überhaupt. Man kann den Film lieben oder hassen, wahrscheinlich aber nicht viel dazwischen. Und ich gehöre, zugegeben, zu jenen, die nicht gut auf diesen Film zu sprechen sind. Dabei geht es nicht um Action oder Effekte, sondern um das Thema und die Darstellung. Einen Helden als Rächer zu stilisieren, der Selbstjustiz und Anarchie legalisiert, und das Jugendfrei, ist in unserer Zeit, da, sorry, die Jugend eh immer mehr zu verrohen scheint, im höchsten Maße zweifelhaft. Ich denke halt auch an Wirkung und Werte von Filmen, was dadurch ausgelöst werden kann, gerade wenn es sich um realistische Filme handelt und nicht Fantasie. Das hatte für mich mit dem James bond, den ich kannte und liebte, überhaupt nichts mehr zu tun. Daher fällt gerade dieser Film bei mir aus dem Rahmen, und daher meine Wertung. |
| Staudenmaier007, 11.03.10 |
| Entschuldige bitte wenn ich an der Stelle lauthals aufstoßen muß. Filme als Vorbild für die Jugend ? Die Bond Reihe mehr als Popcorn Unterhaltung ? Sollen hier Botschaften transferiert werden ? Moralische Werte ? So etwas ist (patetisch patriotische Exzesse wie James Ryan und Band of Brothers mit eingeschlossen) kaum objektiv und liegt im Auge des Betrachters. Wir erinnern uns unabhängig vom Kalten Krieg vielleicht an den Irak und Afgahnistan Feldzug der Vereinigten Staaten von Amerika ? Wirtschaftsinteressen statt Lebensraum im Osten ? Entschuldige wenn ich ins politischa abgleite aber Selbstjustiz und Anarchie regiert schon jahrhundertelang durch das Gesetz des Stärkeren. Moral ? Ist die des Siegers. |
| Ruthven, 12.03.10 |
| Richtig, das ist der wohl kontroverseste Bond-Film, den ich eben deshalb eigentlich selbst vorstellen wollte. Nachdem das nicht hat sollen sein, zumindest ein paar Anmerkungen: Obwohl Sean Connery für mich immer der definitive Bond bleiben wird, liefert sein legitimer Nachfolger Timothy Dalton in diesem Film die m.E. beste schauspielerische Leistung ab, die jemals unter dem Rollennamen „James Bond“ über die Leinwand flimmerte. Daß er nach diesem Film ausstieg, halte ich persönlich für den größten Verlust, den die Serie je hinnehmen mußte. Was noch? Dem Film ist oft seine brutale Handlung vorgeworfen worden, ein großes Mißverständnis gerade dann, wenn man die Craig-Filme preist: Auch wenn Bond hier besonders selbstgerecht agiert, ist es doch verfehlt – in dem einen Punkt gebe ich Vorkommentator Staudenmeier recht –, Bond-Filme nach einem etwaigen pädagogischen Wert beurteilen zu wollen; einem solchen wird kein einziger „Bond“ gerecht, und mit einer derartigen Herangehensweise – und das ist mein einziger grundsätztlicher Kritikpunkt an den Bond-Reviews des werten Kollegen Gandalf – wird man auch den Bond-Filmen nicht gerecht. Selbst die bodenständigsten Bond-Filme (und die sind mir meist am liebsten) werden nie realistisch sein („Lizenz“ etwa spielt weitgehend in einem fiktiven Staat), auch wenn sie figurenpsychologisch am interessantesten sind, so auch gerade dieser (bis in die Nebenfiguren für Bond-Verhältnisse höchst differenzierte) Film. Was das Duell zwischen Bond und seinem Antagonisten Sanchez so spannend macht, ist ihre Ähnlichkeit: Nichts schätzt Sanchez so sehr wie Loyalität, und eben diese ist Bonds – durchaus ambivalente – Motivation, will er doch die Verstümmelung seines vielleicht einzigen Feundes Leiter und die Ermordung von dessen Frau rächen (die ebenso an ihrem Hochzeitstag gewaltsam zu Tode kam wie Bonds Frau in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, worauf in „Lizenz“ auch explizit angespielt wird), und so überrascht es kaum (und gibt dem Schurken sogar etwas Tiefe), daß Sanchez Bond zu mögen scheint, daß sie unter anderen Umständen vielleicht Freunde hätten sein können (siehe Sanchez’ letzte, verständnislose Worte: „Sie hätten doch alles haben können!“). Und trotz des ach so untypischen Themas gelingen dem Film wie keinem anderen danach zahlreiche typische Bond-Szenen, wegen derer man die Serie liebt oder unerträglich findet: die geniale Pre-Title-Sequenz, Bond, der das Flugzeug voller Banknoten kapert und kurz darauf mit prallen Geldkoffern in die erste Bank am Platz spaziert, das grandiose LKW-Finale, aber auch (unbedingt im Original ansehen!) Bonds frühe Abrechnung mit dem verräterischen Kollegen: „You want it, you keep it, old buddy“! Erwähnt seien auch noch Carey Lowell, eines der toughsten Bond-Girls überhaupt, und das zeitlose Titellied, das eigentlich jeden „Bond“ untermalen könnte. Und auch wenn ich dafür gekreuzigt werde, gebe ich diesem Bond ohne Einschränkung die lupenreine Höchstwertung! |
| Staudenmaier007, 12.03.10 |
| @Ruthven Kompromisslose Zustimmung - was bei mir persönlich noch hinzukommt ist wie auch bei Craig´s Darstellung des Bond´schen Charakters - die Spur Menschlichkeit. Damit meine ich natürlich Emotionen und Rache und Vergeltung ist nun mal eine menschliche Emotion. Bond bewegt sich also weg von einem gefühlslosen politisch korrekten Roboter zu einem Charakter dem Ecken und Kanten gewachsen sind. Endlich. Genau das aber hat bei mir wieder das Interesse an der Reihe geweckt. |
| Wollo, 13.03.10 |
| Als ich die Formulierung "unwürdiger Rache Haudrauf-Klopper" (oder so ähnlich) auf diesen Film münzte hatte ich auch gar keine Bedenken bezüglich der "fragwürdigen" Moral, denn, Entschuldigung, wir reden hier von einem Bond-Streifen, da stellt sich per se die Frage nach einer wie auch immer gearteten moralischen oder politisch korrekten Botschaft sowieso gar nicht erst. Und auf Danny Craigs Darstellung, die in meinen Augen fast nahtlos an die Dalton Filme anknüpft, hatte ich ja bereits ebenfalls verwiesen, und gerade zwischen den jeweils "zweiten" der beiden lassen sich überdeutliche Parallelen ziehen, gar keine Frage. Allerdings ist es für mich auch überhaupt keine Frage, dass "Quantum" um Längen besser ist als "Lizenz", der zwar klar kontrovers gezeichnet ist, geprägt vom Wunsch, der Reihe eine neue Ausrichtung zu geben, was auch prinzipiell nicht falsch gedacht oder gar verkehrt wäre, denn gerade das hatte ich am Vorgängerfilm ja bejubelt, aaaaaber, und jetzt kommt's, was im ersten Dalton Film hervorragend funktionierte, das will hier so gar nicht klappen! Der Ansatz war zwar gut, die Geschichte aber, wie ich finde, schwach umgesetzt und sicherlich innerhalb des Bond-Kosmos, in gewisser Weise, na ja, eben unwürdig. Klar, Äktschn, Raufereien, Explosionen, alles im Übermaß vorhanden, aber mir fehlen irgendwie diese Bond Momente, dieses gewisse Etwas, dieses "Aah, jetzt...", sowas halt, was mir allerdings auch in den Craig Filmen einstweilen abhanden gekommen zu sein scheint, wie ich ja auch an anderer Stelle bereits angeführt hatte. Irgendwie will ich Bond einfach nicht als eiskalten Racheengel Koksdealer plattmachen sehen, obschon ich damit noch irgendwie leben kann, aber wenn mich der ganze Film dann eher an eine überlange Episode "Miami Vice" erinnert, dann ist das für mich eben auch nicht mehr so richtig Bond. In den neuen Filmen, über die man nun sagen könnte, na ja, die erinnern ja dann auch gelegentlich eher daran, wie Special Agent Jack Bauer binnen tagesfrist Amerika vor Atombomben, tödlichen Viren oder sonstwelchem lethalen Kram beschützt als an einen Bond, der gegen SPECTRE kämpft, und das ist vielleicht auch gar nicht so falsch, aber dennoch im Falle Craig nachvollziehbarer, denn man hatte ja mit den neuen Filmen quasi tatsächlich eine Art Neubeginn der Serie an den Start gebracht. Und wenn da jetzt wer meckert, was will er denn eigentlich, einerseits faselt er von Innovationen und neuer Ausrichtung, andererseits will er altbewährtes... Stimmt, ich will halt beides! Einen Bond auf der Höhe der Zeit, der aber dennoch gewisse Dinge erkennen lässt, die die Serie halt so eigen und einzigartig machten. Kapiert? Und nach wie vor bleibe ich dabei, Dalton als Darsteller = richtig gut, hätte ich auch liebend gern noch öfter gesehen, aber dieser Film hier ist nicht meine Tasse Earl Grey, schon allein weil Bond hier auch Sonny Crocket hätte heißen können. Den Titelsong dieses Films mag ich übrigens auch nicht und finde sogar, dass er der beliebigsten einer der gesamten Serie ist, genau wie die extrem gruselige Nummer von dem Sondgarden Sänger in "Casino Royale". Doch glücklicherweise lässt sich über Geschmack ja vortrefflich streiten, gelle? |
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