Der Spion, der mich liebte

Originaltitel: The Spy Who Loved Me
Alternativtitel: James Bond 007 - Der Spion, der mich liebte
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien
Erscheinungsjahr:  1977
Regie: Lewis Gilbert

Darsteller

Figur

Roger Moore  James Bond
Barbara Bach  Major Anya 'Triple X' Amasova
Curd Jürgens  Karl Stromberg
Richard Kiel  Jaws
Caroline Munro  Naomi
Walter Gotell  General Anatol Gogol
Geoffrey Keen  Sir Frederick Gray
Bernard Lee  M
George Baker  Captain Benson
Michael Billington  Sergei Barsov
Olga Bisera  Felicca
Desmond Llewelyn  Q
Edward de Souza  Sheikh Hosein
Vernon Dobtcheff  Max Kalba
  
Genre: Action, Klassiker, Thriller
Sequels: James Bond 007 jagt Dr. No (1962)
Liebesgrüße aus Moskau (1963)
Goldfinger (1964)
Feuerball (1965)
Man lebt nur zweimal (1967)
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Inhalt

Zwei Atom-U-Boote, eines der britischen und eines der sowjetischen Marine, verschwinden ganz plötzlich spurlos. Deshalb schicken die jeweiligen Geheimdienste der beiden Länder ihre besten Agenten, um den mysteriösen Fall aufzuklären. Für den M16 ermittelt James Bond, für den KGB ist attraktive Majorin Anja Amasowa zuständig. Die Spur führt schließlich zu dem größenwahnsinnigen Milliardär Stromberg. Dieser scheint ebenso ehrgeizige wie furchtbare Pläne zu verfolgen...

Kommentar

Dieser Bond Film ist für mich schon etwas besonderes, da er einen Wendpunkt in der langen Serie markiert. Erstmals gab es eine längere, nämlich dreijährige Pause, bis Bond wieder auf den Kinoleinwänden auftauchte, mit mehreren Änderungen. Es wurde wieder das Breitwandformat benutzt und seitdem für alle weiteren Bond Filme beibehalten. Dazu gab es wieder globalere Bedrohungen und größenwahnsinnige Bösewichter, deutlich mehr Action rund um die Welt, und nicht zuletzt änderte sich auch die Rolle der Frau allgemein, da sich die Emanzipation der Frau nach und nach auch im Kino durchzusetzen begann, genauso wie in der Gesellschaft die Gleichberechtigung der Frau - zumindest in westlichen Ländern - durchzusetzen begann. Und das machte auch vor Bond Filmen nicht Halt, sehr zu meiner persönlichen Freude. Das heißt nicht, daß Bond nun kein Schürzenjäger mehr war, aber es bedeutete deutlich stärkere Frauenrollen neben ihm, was in diesem Film nun erstmals sichtbar zum tragen kam.
Die Meinungen zu den Filmen mögen wie immer ganz unterschiedlich sein, aber für mich persönlich markieren die Filme ab jetzt zumindest teilweise das Beste, was ich in der langen Reihe erlebt habe, zumal die globalen Bedrohungen auch wieder an die tollen Anfänge der Serie erinnern, als die Verbrecherorganisation SPECTRE die Welt in Atem gehalten hatte. Aber der Reihe nach.
Für diesen Film wurde mit Curd Jürgens (Des Teufels General) der dritte deutsche Darsteller für einen Bond Film verpflichtet, der einen Bösewicht spielt, welcher nicht weniger im Sinn hat, als sein eigenes Reich im Meer zu errichten und die Menschen an der Oberfläche auszulöschen. Jürgens spielt diesen Bösewicht sehr charismatisch, mit ruhiger Überlegenheit und eiskalt. Die Szene, wo er eine junge Frau den Haien zum Fraß vorwirft und diese an ihr zu nagen beginnen ist schon furchtbar, ebenso wie er seine Geschäftspartner eliminiert, das erinnert an die Szenen von Gert Fröbe (Tschitti Tschitti Bäng Bäng) in Goldfinger.
An Action wird dieses mal mehr geboten als in den ganzen letzten Filmen, und das an vielen, teils exotischen Örtlichkeiten. Ob eine rasante Verfolgungsjagd auf Skiern, Autoverfolgungen durch Motorräder, Autos oder sogar Hubschrauber, Unterwasserkämpfe, oder eine große Schlacht zwischen gegnerischen Parteien, es wird alles geboten, was das James Bond Herz begehrt. Dazu gibt es noch einen ganz besonderen Bösewicht, nämlich Richard Kiel (Kampf um die 5. Galaxis) als "Beißer", der Bond zu schaffen macht, und den er nicht einfach umpusten kann wie andere Gegner. Im Gegenteil, hier muß Bond selbst einiges einstecken. Das Ganze wird teils sehr humorvoll verpackt, was so gut ankam, daß der "Beißer" der erste Bösewicht in einem Bond Film war, der überleben und im nächsten Film wiederkehren durfte. Ein Glück, wie ich meine, ich habe diese Auseinandersetzungen sehr genossen.
Sehr erfreulich, dieses mal gab es eine echte weibliche Hauptrolle mit Barbara Bach (Der wilde Haufen von Navarone), die nicht nur gut aussieht und ein schönes Anhängsel für Bond ist, sondern die ihre Frau steht und eine Rolle spielt, welche Bond durchaus ebenbürtig ist. So trickst sie Bond auch schon mal aus, bevor beide offiziell zusammenarbeiten, aber auch dann weiß sie sich zu wehren und agiert sehr eigenständig auf Situationen. Zusätzliche Spannung bringt die Tatsache ein, daß herauskommt, daß Bond ihren Freund getötet hat, ein Konfliktpotential und eine emotionale Tiefe, die ich so jedenfalls vorher noch nicht erlebt habe. Bis zum Schluß bleibt offen, ob sie Bond töten will oder nicht. Und noch etwas, in diesem Film wurde keine Frau mehr von Bond geschlagen - sehr erfreulich!
Auch die sonstigen Bettszenen von Bond halten sich gegenüber dem gewohnten Maßstab in Grenzen, oder werden nur angedeutet. Ich weiß nicht, ob diese Änderungen beabsichtigt oder Zufall waren, aber für mich sind sie sehr wohltuend und steigern die Gesamtatmosphäre deutlich. Dazu kamen drei Oscarnominierungen, wobei leider keiner gewonnen wurde, aber immerhin. ebenso deutlich war der kommerzielle Erfolg mit einem weltweiten Einspielergebnis von 185 Millionen Dollar. Was der Film gekostet hat, 13 Millionen Dollar, ist dazu geradezu lächerlich. wieder einmal ein großer Erfolg für einen Bond Film, und im Gesamten betrachtet kein Wunder.
Roger Moore etablierte sich spätestens durch diesen Film endgültig als der neue Bond und trat aus dem Schatten von Sean Connery heraus. Er selbst sagte einmal, daß dies sein Lieblings Bond Film gewesen sei.

Fazit: Dieser Film ist einfach Spitzenklasse, so habe ich ihn empfunden. Er läutete in mehrerer Hinsicht Veränderungen in der Serie ein, Veränderungen zum Besseren nach den letzten Titeln. Ich liebe einfach dieses Konzept globaler Bedrohungen und Action, auch wenn das wenig realistisch ist, aber dafür ist es eben James Bond. Dazu noch tolle Spezialeffekte und viele exotische Orte, Herz, was begehrst du mehr? Nichts, außer noch mehr solcher genialen Filme...

Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei MGM in verschiedenen Editionen auf VHS und DVD erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

Hier siehst du weitere Kommentare zum Film. Diese Kommentare stellen nicht die Meinung der Betreiber dieser Seite dar.
 
Rumpelstielzchen, 05.03.10
Mit Moonraker, Goldfinger und Hauch des Todes DAS Highlight in der Reihe.
 
Wollo, 08.03.10
"Der Spion er mich liebte" war der erste Bond-Film, den ich mit damals vielleicht zehn oder elf Jahren gesehen habe, und er hatte mich seinerzeit schlicht umgeblasen. Sowas hatte ich bis dahin noch nicht gesehen, und der Film hat definitiv mehr mit mir gemacht als beispielsweise die erste "Star Wars" Trilogie, die zuvor für mich das Maß aller Dinge meines jungen Lebens gewesen ist. Geheimagent müsste man sein, dachte ich damals, das wäre mal 'ne Perspektive. Und so fing ich an über Geheimdienste zu schmökern und internationale Krisen, entdeckte dann nach und nach Autoren wie eben Ian Flemming, später John Le Carré, Graham Greene, Robert Ludlum und wurde eben auch zum Riesenfan der Bond-Serie, die, wie ich schon kurz nach meiner Beschäftigung mit der Materie gelernt hatte, natürlich nix mit der Realität echter Geheimdienstler zu tun hat. Zum Film: Mit diesem Streifen hatte Moore "seinen" Bond erstmalig richtig im Griff und passte schauspielerisch perfekt in die Rolle. Seine ersten beiden Abenteuer als ihrer Majestäts bester Mann waren einerseits noch geprägt vom übergroßen Schatten seines Vorgängers Connery (die glücklose Interpretation des Nichtschauspielers George Lazenby mal außer acht gelassen, der aber dennoch in einem der besten Filme der Serie mitwirkte) und von schwachen Drehbüchern. Hier aber stimmt alles!! Endlich hatte Moore zu seiner ganz eigenen Auslegung der Figur gefunden, weg vom kaltschnäuzigen flotten und unbesiegbaren Mr. Supercool, den Connery im Prinzip ganz im Geiste seiner Zeit verkörperte, und hin zu einem etwas, na ja, britischerem Gentleman mit schwarzem Humor, hintergründigem Charme und lässiger Ironie. Und doch konnte Moores Bond auch knallhart sein, wenn er musste. Insgesamt war die Serie mit dieser Episode endgültig in der damaligen Gegenwart angekommen. Die technischen Gags funktionierten hervorragend, der Beißer als Bösewicht ist sowieso legendär, die Geschichte als solche ist zwar auch nicht eben ein Ausbund an Originalität, dient aber bei Bond in aller Regel ja ohnehin nur als Vehikel, den Mann an möglichst hübsch anzusehenden Orten seinen Gegnern das Licht ausblasen und seinen Gespielinnen die Blusen aufknöpfen zu lassen und funktioniert im Prinzip in diesem Film so weit ganz ordentlich. Klar, aus heutiger Sicht wirkt der Film natürlich mittlerweile schon ein wenig angestaubt, dennoch macht es mir noch immer einen Heidenspaß dabei zuzuschauen, wie der Lotus sich in Mini-Uboot verwandelt oder Moore und Bach sich kabbeln. Ein Wort noch zum Titelsong "Nobody does it better" von Carly Simon, der für mich der gelungenste aller Bond-Songs ist und später gar eine Ehrung der besonderen Art erfuhr weil nämlich Radiohead ihn live immer gern mal wieder covern und er stets von Thom Yorke als "sexiest Song ever" angesagt wird. Bestimmt hat die Serie im Prinzip "bessere" Filme zu bieten - handwerklich betrachtet, von der Story her oder den Leistungen seiner Darsteller - dennoch ist er mir der liebste aller Filme unter dem Deckel Bond. Er beinhaltet für mich alles, was für mich noch stets den Reiz der Serie ausmachte und ist nicht mehr und nicht weniger als ein perfektes Märchen für "große Kinder", diestaunen und sich unterhalten lassen wollen. Volle Punktzahl!!!
 
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