Der Mann mit dem goldenen Colt

Originaltitel: The Man with the Golden Gun
Alternativtitel: Ian Fleming's The Man with the Golden Gun
James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt
Der Mann mit dem goldenen Colt
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien
Erscheinungsjahr:  1974
Regie: Guy Hamilton

Darsteller

Figur

Roger Moore  James Bond
Christopher Lee  Francisco Scaramanga
Britt Ekland  Mary Goodnight
Maud Adams  Andrea Anders
Hervé Villechaize  Nick Nack
Clifton James  Sheriff J.W. Pepper
Richard Loo  Hai Fat
Soon-Tek Oh  Lieutenant Hip
Marc Lawrence  Rodney
Bernard Lee  M
Lois Maxwell  Miss Moneypenny
Desmond Llewelyn  Q
Marne Maitland  Lazar
James Cossins  Colthorpe
Yao Lin Chen  Chula
  
Genre: Action, Klassiker, Thriller
Sequels: James Bond 007 jagt Dr. No (1962)
Liebesgrüße aus Moskau (1963)
Goldfinger (1964)
Feuerball (1965)
Man lebt nur zweimal (1967)
Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969)
Diamantenfieber (1971)
Leben und sterben lassen (1973)
Der Mann mit dem goldenen Colt (1974)
Der Spion, der mich liebte (1977)
Moonraker - Streng geheim (1979)
In tödlicher Mission (1981)
Octopussy (1983)
Im Angesicht des Todes (1985)
Der Hauch des Todes (1987)
Lizenz zum Töten (1989)
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Inhalt

Dem britischen Geheimdienst wird eine goldene Kugel zugestellt, in welche die Zahlen "007" eingraviert sind. Deshalb liegt die Vermutung nahe, daß diese Kugel von Scaramanga, stammt, dem erfolgreichsten und bestbezahlten Auftragskiller der Welt, der es offensichtlich auf ein Duell mit Bond abgesehen hat. Daher macht sich Bond nun, eigentlich auf einer anderen Mission, daran, Scaramanga zu finden, bevor dieser ihm zuvorkommen kann...

Kommentar

Nur ein Jahr nach seinem Debüt als Geheimagent James Bond kehrte Roger Moore bereits wieder in dieser Rolle auf die Kinoleinwände zurück. Ebenso wurde der Film vom selben Regisseur wie beim Vorgänger verfilmt, ein eingespieltes Team also, zumal Guy Hamilton (Die Luftschlacht um England) damit bereits seinen vierten Bond Film realisierte. Hier verzichtet er allerdings wie im Vorgänger wiederum auf das Breitwandformat für seinen Film.
Ebenso agierten wiederkehrende Schauspieler vor der Kamera, neben Moore Clifton James als Sheriff J.W. Pepper, Bernard Lee als M, Lois Maxwell als Miss Moneypenny und Desmond Llewelyn als Q. Letztere drei sind übrigens feste Konstanten in den bond Filmen, deren Darstellt auch nicht wechselten, erst aus Alters- bzw. Todesgründen wurden sie später ersetzt. Ebenso ist die Figur des CIA Agenten Felix Leiter eine wiederkehrende Figur, der zumindest in zehn Bond Filmen auftaucht. Er wurde allerdings bis auf zwei Ausnahmen stets wieder von einem neuen Schauspieler verkörpert. Dennoch gibt das dem Bond Universum eine schöne Kontinuität, daß die einzelnen Filme nicht ganz und gar für sich stehen, zumal auch inhaltlich immer mal wieder auf frühere Einsätze verwiesen wird. Dennoch sind die Fälle normalerweise in sich abgeschlossen, eine Tatsache, die erst mit den ersten zwei Filmen mit Daniel Craig als Bond durchbrochen wurde.
Was ich persönlich dem ersten Film mit Roger Moore noch ankreidete, es trifft auch im zweiten Teil noch zu. Die Geschichte mit einem Auftragskiller, der sich mit Bond duellieren will, ist alles andere als weltbewegend. Da fehlen mir einfach die ganz großen Schurken mit ihren Welteroberungsplänen, was Bond Filme mehr episch macht, wenn auch weniger realistisch. Aber es paßt auch zur Bombast-Action, und zum Humor der Serie. Der kommt hier keinesfalls zu kurz, ebenso wie die Action, und die Verfolgungsjagden sind wieder einmal vom Feinsten. Genial die Autoverfolgung, die Bond mit seinem Begleiter wider willen bestreitet, mit Sheriff J.W. Pepper.
Aber auch die Spannungskurve steigt in diesem Film gegenüber dem Vorgänger, da Scaramanga, verkörpert vom genialen Christopher Lee (Der Herr der Ringe: Die Gefährten), der immerhin als gleichwertiger Gegner von Bond aufgebaut und zu einer echten Bedrohung für ihn wird. Toll ist auch der kleinwüchsige Hervé Villechaize (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff), Darsteller des Dieners von Scaramanga, der in die Bedrohung wiederum die humorvolle Seite einbringt, ebenso wie auf Seiten von Bond seine Begleiterin Mary Goodnight, verkörpert von Britt Ekland (Stiletto). Das alles funktioniert für mich weit besser als das Szenario und die Schauspieler in "Leben und sterben lassen", fernab von Mystik und Voodoo, wieder mit einer realeren Bedrohung. Wenn auch nicht ganz so groß wie erhofft.
Die weibliche Hauptrolle - oder sollte ich eher schreiben "Antihauptrolle"? - wird hier von Maud Adams (Jane und die verlorene Stadt) verkörpert, die später in "Octopussy" nochmals die weibliche Hauptrolle übernehmen darf. Sie trat in vielen TV Serien auf, blieb im Kino aber eher unbekannt mit Auftritten in B-Filmen. Die Rollen in den zwei James Bond Filmen blieben sicherlich ihre größten Erfolge im Filmgeschäft. Tatsächlich ist sie aber nur eine Nebenfigur, auch wenn man das durch ihr Überlaufen erst anders interpretiert. Was sie allerdings durchmacht im Film ist "bemerkenswert" und kostet den film bei mir Sympathien. Denn Maud Adams wird hier sowohl von Bond, als auch Scaramanga für deren Zwecke nur benutzt, sei es im Bett, oder gewaltsam, was wieder einmal in Schlägen und sogar den Arm umdrehen gipfelt. Und am Ende stirbt sie durch eine goldene Kugel - eine derbe Szene, wie sie tot inmitten einer großen Zuschauermenge sitzt. Hier wird deutlich, daß sich gut und böse kaum unterscheiden, wenn es um die Mittel geht, die zum Zwecke eingesetzt werden. Ebenso wie bei Miss Goodnight, der eigentlichen Hauptrolle und Begleiterin von Bond. So ist es völlig normal, wenn er mit ihr intim wird, sie mal eben beiseite zu schieben, sprich, in einen Schrank, wenn Maud Adams auftaucht und sich an ihn verkauft. So schläft er gleich mit der nächsten Frau, während seine Begleiterin im Schrank zuhört und danach natürlich alles verzeiht, damit die beiden ebenfalls wieder miteinander ins Bett können...
Starker Tobak. Selbst für Filme mit solchen Übertreibungen in Sachen Action und Humor ist das für mich einfach zu viel des Guten. Wenn menschlichen Werte komplett über Bord geworfen werden, zugunsten der Unterhaltung. Vor allem aber, wenn so ein Frauenbild entsteht, daß der Mann sie in jeder Beziehung dominiert und beherrscht, daß er mit ihnen praktisch tun kann was er will, daß sie nicht viel mehr sind als willige Sklavinnen, die alles mit sich machen lassen. Und die auch Gewalt seitens des Mannes über sich zu ergehen lassen haben. Ich werde nicht müde das zu betonen, ohne ein Moralapostel sein zu wollen, das, was mir früher selbst nicht ins Auge stach, was ich aber als fatal empfinde, vor allem weil die Begeisterung für solche Filme an Minderjährige falsche Signale übertragen könnte - ein falsches Frauenbild. Und das gehört für mich auch in eine Bewertung und führt zu Punktabzug.
Ansonsten wird hier wiederum solide Actionkost in tollen, exotischen Kulissen geboten. Ob Verfolgungsjagden per Auto oder im Wasser, ob gut choreographierte Kung-Fu Kämpfe, oder das spannende Duell zwischen Scaramanga und Bond, sowie auch wieder netten Spezialeffekten, es wird viel geboten, actionreich und humorvoll, daß man hier voll auf seine Kosten kommt.

Fazit: Wäre nicht die etwas seichte Duellgeschichte gewesen, wenn auch spannend inszeniert, und wieder mal die unerträgliche Gewalt gegen Frauen, die hier mit Maud Adams einen neuen Höhepunkt erreicht, der Film hätte von mir durchaus die Höchstwertung erreichen können. Das mag für andere auch durchaus so sein, da ich auch nur subjektiv urteile, nach meinem empfinden, aber spätestens in realistischen Filmen, wo Mensch gegen Mensch steht, und dann Männer so Gewalt gegen Frauen ausüben, da ist meine Grenze erreicht. Mag ein Film sonst auch noch so glänzen, das gibt Punktabzug bei mir. So bleiben immerhin noch gute vier Punkte übrig, und ich hoffe, da ich ob der Reviews die Bond Filme neu entdecke, daß sich diese Art der Frauenbehandlung nicht weiterhin so durch die Bond Filme zieht. Bisher jedenfalls scheint es "normal" gewesen zu sein, traurige Normalität einer Sichtweise der Frau in früheren Jahren. Aber war das wirklich nur früher so in Film und Realität?
Wie auch immer, dennoch ist der Film eine Empfehlung an alle Bond Fans, die hier zweifellos wieder auf ihre Kosten kommen.

Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei MGM in verschiedenen Editionen auf VHS, DVD und Blu-ray erschienen.

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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Gruselmonster, 05.06.11
Zugegeben, die Rolle der Frau ist in den Bondfilmen ziemlich überholt, jedenfalls in den alten. Irgendwie nervt mich schon die Art, wie sie sprechen und spielen, wirkt bei mir aus heutiger sicht gekünstelt und zu naiv. Allerdings muss ein Bond-Film meiner Meinung nach auch nicht unbedingt durch realistische Rollenvorbilder, sondern eher durch den typischen Bond-Humor und sehr viel sinnlose Gadget-Verfolgungsjagden-Zweikampf-Action glänzen. Von allen James Bond-Filmen mag ich diesen hier, glaub ich, am liebsten.
 
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