Hostel

Originaltitel: Hostel
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2005
Regie: Eli Roth

Darsteller

Figur

Jay Hernandez  Paxton
Derek Richardson  Josh
Eythor Gudjonsson  Oli
Barbara Nedeljakova  Natalya
Jan Vlasák  Geschäftsmann aus den Niederlanden
Jana Kaderabkova  Svetlana
Jennifer Lim  Kana
Keiko Seiko  Yuki
Lubomir Bukovy  Alex
Jana Havlickova  Vala
Rick Hoffman  amerikanischer Kunde
Petr Janis  deutscher Kunde
Takashi Miike  Miike Takashi
Patrik Zigo  Anführer der Kaugummi-Gang
Milda Jedi Havlas  Empfangstresen Jedi
  
Genre: Thriller
Sequels: Hostel (2005)
Hostel 2 (2007)
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Inhalt

Nach ihrem Schulabschluß bereisen Paxton und Josh Europa um ein bisschen Kultur zu tanken und eine Menge amouröse Abenteuer zu erleben. Sie treffen auf den etwas älteren Oli aus Island und ziehen gemeinsam weiter. In Amsterdam bekommen sie von Alex, einem jungen Mann aus der Slowakei, den Tipp es doch mal in seiner Heimat zu versuchen. Er gibt ihnen die Adresse eines Hostels, einer Art Jugendherberge, und die drei machen sich auf die Reise.
Kaum angekommen, sehen sie ihre kühnsten Erwartungen bestätigt; junge Leute aus aller Herren Ländern tummeln sich in der Unterkunft und scheinen allesamt auf unkomplizierten Spaß aus zu sein. In Wirklichkeit ist das Etablissement jedoch eine Menschenfalle, aus der skrupellose Geschäftemacher sich Nachschub für ihre zahlungskräftigen Kunden schöpfen, denen ein ganz besonderer Service geboten wird...

Kommentar

Hostel hat die Horrorfilm-Fangemeinde zerrüttet wie wohl selten ein Film zuvor (vielleicht abgesehen von "Blair Witch Project"). Etablierte Kritiker hatten sich erwartungsgemäß schnell auf die Brutalitäten eingeschossen, der Begriff "Toture-Porn" fiel desöfteren und selbst diejenigen Rezensenten, die Handlungselemente abgesehen von den Gewaltdarstellungen wahrnahmen, sahen diese durch die Sadismen übertüncht. Wer sich zu fein war allein über den Blutgehalt zu meckern, bemängelte (wahlweise) Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Homophobie oder Vorurteile gegenüber Europa im Allgemeinen und Ostblockstaaten im Besonderen.
Unter Genrefreunden brachen hitzige Diskussionen los, ob es sich nun um ein simples, künstlich hochgejubeltes B-Movie, einen auf Skandal getrimmten Mainstreamfilm, einen Möchtegern-Schocker der seine Zeit mit spätpubertären Sprüchen und Softporno Einlagen verplempert oder doch einen gelungenen, verstörenden Terrorstreifen über menschliche Gier und Skrupellosigkeit handelt. Darauf kann es natürlich keine allgemeingültige Antwort geben, zumal sich für alle diese Ansichten durchaus gute Argumente finden lassen.

Der Film teilt sich in zwei sehr unterschiedliche Hälften. Abgesehen vom Vorspann, während dem Nahaufnahmen von Reinigungsarbeiten in einem der Folterräume laufen, gibt es zunächst keinen Hinweis auf den späteren Verlauf der Handlung. Die drei Hauptcharaktere sind auf Sex, Drugs & Rock'n'Roll aus und nutzen jede sich bietende Gelegenheit. Erstmal im Hostel angekommen, wird nach ein paar kurzen Andeutungen schnell klar in welcher Gefahr die jungen Leute schweben und dann gehts auch schon in die Vollen. Einen solchen Genreschwenk sieht man im westlichen Kino selten (From Dusk Till Dawn wäre eine der Ausnahmen), nur wer sieht sich einen Film an, ohne vorher wenigtens ein Minimum an Infos einzuholen? Und hier liegt schon das erste Problem: ein von der reißerischen Werbekampagne angestacheltes, blutdurstiges Publikum mit Titten & Ärschen anstelle von Blut & Eingeweiden hinzuhalten, hat dem Werk bei den Hardcore-Horrorfreunden einiges an Sympathiepunkten gekostet.

Erstaunlicherweise enthält der Film relativ wenige Splatter- und Goreszenen (die sind dann aber recht saftig). Gerade in der Foltersequenz mit der Bohrmaschine wird auf die Phantasie der Zuschauer gesetzt; in anderen Werken (z.B. Friedhof der Kuscheltiere 2) wurde schon expliziter gebohrt.
Spätestens mit der Flucht des letzten Überlebenden wird jede Zurückhaltung aufgegeben und der Streifen schlägt in ein Selbstjustizspektakel um, wobei die Beteiligten wie zufällig (!?) den Fluchtweg säumen, um plattgemacht zu werden.
Überhaupt nimmt der Streifen es stellenweise mit der Logik nicht allzu genau, manchmal nur bei Kleinigkeiten, die man beim ersten Betrachten vielleicht garnicht bemerkt, teilweise aber auch recht auffällig. So habe ich z.B. nie verstanden, warum wirklich alle Leute auf dem Bahnhof die fürchterliche Gesichtsverletzung des asiatischen Mädchens so konsequent ignorieren.

Der Film hat weder vor noch hinter der Kamera große Namen zu bieten. Regisseur Eli Roth hatte mit seinem Debütfilm Cabin Fever einen kleinen Erfolg verbuchen können, der allerdings (zu recht) nicht unumstritten ist. Die lobenden Worte von Quentin Tarantino gaben dem Streifen einen Popularitätsaufschwung und auch Hostel profitierte durch den fetten "Quentin Tarantino präsentiert" Schriftzug, der auf den Plakaten und in den Trailern prankte.
Die Darsteller machen ihren Job für einen Film dieses Schlages ganz ordentlich. Insbesondere Derek Richardson (Reeker) legt sich ins Zeug um seinem Charakter ein paar Sympathien einzubringen; bei den MTV-Movie-Awards 2006 war er in der Kategorie "Beste verängstigte Darstellung" nominiert. Desweiteren positiv aufgefallen ist mir Jennifer Lim als Kana, die in ihren wenigen Szenen überzeugend niedlich daherkommt und der letzte Blick den sie Paxton zuwirft, als er sie zurückhalten will bevor sie sich vor den Zug stürzt, hat mir eine Gänsehaut verschafft. Auch die beiden weiblichen Lockvögel, die mit vollem Körpereinsatz ihre Opfer einspinnen, agieren sowohl als harmlose Partygirls und Betthäschen wie auch als gewissenlose, zynische Menschenhändler (Natalya zu Paxton: "Ich kriege einen Haufen Geld für dich.") passend.

Nachdem ich den Film seinerzeit im Kino zum ersten Mal gesehen hatte, war ich einigermaßen verwirrt und schockiert.
Verwirrt, ob mir das Gesehene nun gefiel oder nicht. Hostel ist nicht in dem Sinne "unterhaltsam" wie z.B. die ganzen Freitag der 13.-Geschichten, bei denen man bei jedem Blutspritzer jubelnd mit dem Popcorn um sich werfen kann und von Funsplatter weit entfernt.
Schockiert, dass dieser billige kleine Streifen so einen Eindruck auf mich machen konnte, nach all den Jahren in denen ich mir vom Gruselklassiker bis zum Kannibalenschocker jeden Horrorfilm reingezogen habe dessen ich fündig wurde.
Inzwischen bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich Hostel mag... aber möglicherweise bin ich auch nur latent masochistisch veranlagt.

Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film wurde in verschiedenen Auflagen bei Sony Pictures Home Entertainment auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Die FSK geprüfte Fassung läuft ganze 9 Sekunden weniger als die Spio/JK geprüfte Extended-Version.

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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EnQelchen, 21.07.10
Spannender Film,jagt einem schon Angst ein sowas.. & dass es sowas auch in Wirklichkeit geben soll,ist noch viel erschreckender. Die Schauspieler und die Kulisse haben mir gut gefallen,genauso wie die Handlung. Alles in Allem kann man ihn sich ruhig öfters ansehen,daher 4/5 Skulls.
 
Preytor, 29.04.11
Fand ich Hostel zu damaligen Verhältnissen einfach nur krank, schätze ich seine Stärken als Horrorfilm heute um so mehr. Den dieser Film vermittelt eine klare Message die vielleicht mehr schockiert als der ganze Film. Und dass sind meiner Meinung die wirklich guten Horrorfilme. Einmal sollte man ihn auf jeden Fall gesehen haben, ob die guten Füllszenen beim zweiten Schauen auch so gut unterhalten mag ich zu bezweifeln.
 
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