Hellbound: Hellraiser II
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Inhalt
Die Geschichte geht weiter und Teil 2 der Hellraiser Serie knüpft nahtlos an die Geschehnisse des ersten Teils an. Nachdem ihr Vater, Frank und Julie im ersten Teil das starben, will Kirsty nun alles daransetzen, ihren Vater aus der Hölle zu befreien. Doch zunächst findet sie sich in einer psychiatrischen Klinik wieder, in der sie bald feststellt, dass etwas überaus Dunkles im Gange ist. Und bald schon werden die Mächte der Finsternis erneut entfesselt, die Cenobiten kehren zurück. Doch sie sind längst nicht der grausamste Schrecken, dem sich Kirsty stellen muss...
Kommentar
Die Cenobiten sind zurück, und nach dem Erfolg des ersten Teils waren Fans natürlich auf die Fortsetzung gespannt. Zwar war das Echo durchaus nicht einheitlich, doch insgesamt gilt auch der zweite Teil als Erfolg, was auch die Produktion weiterer Sequels beweist, die folgen sollten. Und Teil 2 der Höllensaga setzt geschickt auf ein neues Szenario, indem die Handlung dieses Mal in das Reich der Cenobiten verlagert wird. Tobte der Kampf mit den Höllenmächten im ersten Teil noch ausschließlich auf der Erde, so öffnet der Würfel dieses Mal die Tore in die Schreckensdimension, und Kirsty, wieder dabei nach dem ersten Teil, muss diese Tore durchschreiten, in der Hoffnung ihren Vater aus der Hölle zu befreien. Hilfe erfährt sie dabei von einem stummen Mädchen, die eine Meisterin darin scheint Rätsel lösen zu können, und so erhält der Zuschauer schließlich Einblick in die Welt der Cenobiten, womit der Film Neuland betritt.Die Höllendimension ist gut getrickst und dargestellt, wenn auch nicht ganz so gruselig, wie ich das vorher erwartet hatte. Aber die Idee, dass in der Hölle jeder seine ganz eigene Hölle findet, ist auf jeden Fall toll umgesetzt, so dass hier immer wieder neue Szenarien entstehen, und das Ganze neben dem Horroraspekt auch einen Fantasyanstrich bekommt. Mir hat das jedenfalls gut gefallen.
Auch die Idee mit einem neuen Hauptgegner war gut umgesetzt, wobei man dabei eine Weile schön an der Nase herumgeführt wird, weil der Eindruck entsteht, dass eigentlich jemand ganz anderer die Fäden in Händen hält. Und waren die Cenobiten in Teil 1 noch die grausamsten Gegner, so finden sie dieses Mal selbst einen würdigen Widersacher, der ihnen gehörig zusetzt. Das alles ist schön getrickst, wenn auch nicht mehr auf Höhe der Zeit, hier merkt man dem Film sein Alter durchaus schon an.
Was den Splatterfaktor anbelangt, ich fand diesen und die Ekeleffekte in Teil 1 noch deutlich höher, während Teil 2 mehr auf subtilere Schockeffekte und Andeutungen setzt, was immer noch heftig genug ist. Die einzige “Zerreiß”-Szene ist die Wiederholung dessen, was wir am Ende von Teil 1 sahen, ansonsten zerfetzen die Haken keine weiteren Menschen mehr. Auch die Aussaugungen von Julia sieht man nicht, dafür andere Dinge, wie den Mann, der sich einbildet, dass er voller Würmer ist und diese sich aus dem Fleisch zu schneiden versucht. Oder die Verwandlung des Doktors und das abziehen von Julias Haut.
Cliff Barker führte dieses Mal keine Regie mehr, er übernahm die Position des ausführenden Produzenten und schrieb die Story zum Film. Und seine Kreativität in Sachen Horror ist wahrlich beeindruckend, wenn man sich sein gesamtes bisheriges Schaffen so anschaut. Ob als Schreiber, Schauspieler, Regisseur oder Produzent, Barker hatte bisher in vielen wichtigen Produktionen im Horrorgenre seine Finger mit drin, außer in der Hellraiser Sage auch noch in Filmen wie "Lord of Illusions", "Cabal - Die Brut der Nacht" oder Schlafwandler. Und sicher darf man weitere Werke von ihm erwarten, so zum Beispiel auch das angekündigte Remake zu seinem eigenen ersten Hellraiser Film.
Fazit: Für mich ein toll umgesetzter Horrorfilm mit eher dezentem Splatter und einer tollen Geschichte, den ich Fans des ersten Teil nur empfehlen kann. Allerdings nicht in der deutschen Fassung. Wie schon Teil 1 hat auch dieser Film eine mehr als peinliche Odyssee hinter sich - peinlich für unseren deutschen Zensurstaat. Denn wo immer auch die beiden ersten Hellraiser Filme erschienen, ob im Kino, auf VHS und Laserdisc, sowie im Fernsehen, es existieren bis heute ausschließlich geschnittene deutsche Fassungen. Deshalb gibt es wohl auch keine DVD-Umsetzung und wird es wohl auch keine geben, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine ungeschnittene Fassung in Deutschland erst gar keine Chance hat. Denn selbst die auf VHS indizierten Fassungen waren geschnitten. Daher bleibt einem Fan nur der Griff ins Ausland, englischsprachig, wohlgemerkt, denn diese beiden Filme gibt es auch im deutschsprachigen Ausland nicht zu kaufen. Ich selbst habe sie erstmals auf den englischen Anchor Bay Fassungen ungeschnitten gesehen. Weitere Worte außer "armes Deutschland" sind hier wohl überflüssig.
Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01

Veröffentlichungen
Der Film ist in Deutschland sowohl gekürzt als auch uncut bei Kinowelt Home Entertainment auf DVD und Blu-ray erschienen. Daneben existieren diverse DVD-Bootleg-Fassungen.
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Stand: 22.05.2012 15:48:53
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