Der einzige Zeuge
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Inhalt
Als der kleine Samuel mit seiner verwitweten Mutter Rachel am Bahnhof auf den Zug wartet, sieht er als einziger Zeuge, wie ein Polizist auf der Bahnhofstoilette brutal ermordet wird. Für den Fall zugeteilt wird der Kriminalbeamte John Book, der den Jungen als Kronzeugen beschützen soll, nachdem dieser den Killer auf einem Foto auf dem Polizeirevier erkennt, welcher selbst ein Polizist von höchstem Rang ist. Da sich bald heraus stellt, dass der korrupte Polizeichef höchstpersönlich in die Sache verwickelt ist, und Book bei einem Mordanschlag nur knapp dem Tod entkommt, flieht dieser mit Samuel und dessen Mutter zu deren Familie in ihr Dorf welche der Amish-Gemeinde angehört. Dort wird er von der christlichen Religionsgemeinschaft die fern jeder Art von technischem Fortschritt lebt, gesund gepflegt und kann dort mühelos für eine Weile untertauchen.
Getarnt und verkleidet als einfacher Amish-Mann wird er in der Siedlung integriert und lernt langsam die Sitten und Gebräuche der sonderbaren Menschen kennen. Nach einigen Spannungen und Problemen verlieben sich Book und Rachel sogar, doch das Glück währt nur von kurzer Dauer nachdem die Killer raus finden wo sich die Drei verstecken. Die ganze Gemeinde befindet sich nun in großer Gefahr denn…
Kommentar
Dieser großartige und super einfühlsam inszenierte Polizei-Thriller von Peter Weir (Die Truman Show, Der Club der toten Dichter, Fearless – Jenseits der Angst) ist ein Film der etwas anderen Art und völlig zurrecht mit seinen 2 Oskars ausgezeichnet, bzw. mehrfach Oskar nominiert.Das atmosphärische Meisterwerk bietet tolle Kulissen aus einer uns vermutlich völlig unverständlichen und fremden Welt, eine super eindringliche und ebenfalls Oskarnominierte Filmmusik von Maurice Jarre (Ghost – Nachricht von Sam, Gorillas im Nebel, Lawrence von Arabien) sowie wirklich fantastische Schauspieler die hier Höchstleistungen vollbringen.
So verdanken mittlerweile nicht nur Schauspiel Kollegen Robin Williams oder Jim Carrey dem Regisseur ihre Golden Globes und ihren Ruf als ernstzunehmende Charakterdarsteller, sondern eben auch Hauptdarsteller Harrison Ford (Der Blade Runner, Aus Mangel an Beweisen, Schatten der Wahrheit). Bestens bekannt aus der Krieg der Sterne Serie oder als Archäologe und Abenteurer Indiana Jones und der Tempel des Todes und einer der kommerziell erfolgreichsten Darsteller der Filmgeschichte, erhielt er für seinen Part als Möchtegern Amish hier eine Oscar-Nominierung. Aufgrund seines ursprünglich erlernten Schreiner (Tischler) Berufes tat er sich mit den handwerklichen Szenen sicherlich nicht schwer. Vor allem das Scheune-Richtfest fand ich besonders nett.
Nicht weniger authentisch kann man Danny Glover (Switchback - Gnadenlose Flucht , Predator 2, 2012) erleben. Der amerikanische Schauspieler und UN-Botschafter, besonders bekannt durch die Rolle als Partner von Mel Gibson in den Lethal-Weapon-Filmen, spielt hier einen wirklich bösen und fiesen, charismatischen Killer.
Eine perfekt schauspielerische Leistung bietet auch Kelly McGillis (Angeklagt, Auf den ersten Blick) die durch diesen und den darauf folgenden Film Top Gun (Tom Cruise) bekannt wurde. Um sich besser in ihre Rolle hinein versetzen zu können, freundete sie sich mit einer echten Amisch Familie an, ohne dass diese wussten dass sie deren Verhalten für einen Film kopieren wollte.
Komischer Weise stört die zarte Liebesbeziehung die hier langsam aufkeimt in keinster Weise (fast erotisch die Szene als sie sich mit dem Schwamm langsam einseift weil sie ja kein fließendes Wasser haben). Sie passt hervorragend dazu und wirkt durch den coolen Harrison Ford (besonders geil die Szene mit dem Jugendlichen dem er das Nasenbein bricht), der ungewöhnlichen Amish´n Lebensumstände und der korrupten Polizei nicht zu schnulzig.
Leider kann ich mir aber eben genau aufgrund dieser Liebesbeziehung und genau wegen der detaillierten Ausleuchtung der bescheidenen, wie im 18. Jahrhundert (keine Elektrizität, keine Autos, usw.) lebenden Glaubensgemeinschaft vorstellen, dass der Film so manch Einen langweilen könnte. Vor allem die jüngere Generation wird mit dieser ruhigen Art von Film, der schon gewisse Längen (die für mich aber nicht negativ sondern nur positiv waren) aufweist, und einer Story die sich sehr langsam und nicht allzu actionreich entwickelt, nicht allzu viel anfangen können.
Interessant ist ja dass es diese Amische in Wirklichkeit auch heute noch gibt.
Die in Pennsylvania ansässigen Menschen leben wirklich so wie in dem Film gezeigt weshalb sie den Film auch total kritisierten da ihrer Kultur ihrer Meinung nach zu sehr zur Schau gestellt wird. Aus diesem Grund wurde jedem Amisch verboten in dem Film mit zu wirken, noch nicht einmal als Statist.
Eine der besten Szenen für mich ist die als der Junge den Killer auf dem Foto erkennt und mit weit aufgerissenen Augen mit dem Finger drauf zeigt. Da stellts einem direkt die Nackenhaare auf weil auch die Musik so super dazu passt.
Auch der Mord auf der Toilette ist eigentlich ganz schön brutal wenn dem Mann die Kehle aufgeschlitzt wird und das Blut nur so spritzt.
Die Nebenrollen sind übrigens mit dem charismatischen Alexander Boris Godunow (Geschenkt ist noch zu teuer, Stirb langsam), dem russischen Balletttänzer und Schauspieler, sowie Viggo Mortensen (Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III, Ein Perfekter Mord, Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs) der mit diesem Film in einer kleinen Mini Rolle sein Spielfilmdebüt hat, sehr passend besetzt.
Fazit: Wer auf raffinierte (Polizei)-Thriller der etwas ruhigeren Art steht sollte hier mal einen Blick riskieren.
Wer sich mit dem Amischleben gar nicht anfreunden kann und diese vorher schon total langweilig findet, wird vermutlich auch den Film langweilig finden.
Für mich persönlich ist er auf jeden Fall empfehlenswert und ein MUSS für Harrison Ford Fans sowieso.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Paramount auf DVD erschienen.
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Stand: 22.05.2012 16:05:49
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