Wolfman

Originaltitel: The Wolfman
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  2010
Regie: Joe Johnston
 

Darsteller

Figur

Benicio Del Toro  Lawrence Talbot
Anthony Hopkins  Sir John Talbot
Emily Blunt  Gwen Conliffe
Simon Merrells  Ben Talbot
Mario Marin-Borquez  Junger Lawrence
Asa Butterfield  Junger Ben
Cristina Contes  Solana Talbot
Art Malik  Singh
Hugo Weaving  Inspektor Abberline
Michael Cronin  Dr. Lloyd
Geraldine Chaplin  Maleva
  
Genre: Werwölfe, Grusel
Sequels: Der Wolfsmensch (1941)
Frankenstein trifft den Wolfsmenschen (1943)
Frankensteins Haus (1944)
Wolfman (2010)
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 Deutsches Filmplakat

Inhalt

Blackmoor, England 1891: Nach dem mysteriösen Tod seines Bruders kehrt Lawrence Talbot auf Bitten von Gwen Conliffe, der Verlobten seines Bruders, nach vielen Jahren wieder nach Talbot Hall, dem Anwesen seiner Vorfahren, zurück, wo er seinen Vater, der ihn einst nach dem Tod seiner Mutter wegschickte, wiedersieht. Lawrence will den Tod seines grausam zugerichteten Bruders aufklären. Die Dorfbevölkerung glaubt, dass die Zigeuner an der Mordserie Schuld sind, andere glauben ein Bär oder ein Wahnsinniger seien für diese Graultaten verantwortlich. Bei seinen nächtlichen Nachforschungen am Zigeunerlager schlägt die Bestie erneut zu und fordert etliche Opfer. Lawrence wird schwer verletzt, die alte Zigeunerin Maleva kann ihn jedoch retten, obwohl sei weiß, welchen Fluch er durch die Wunde auf sich gezogen hat. Nun wird er selbst bei jedem Vollmond zum Werwolf. Seine tiefen Wunden heilen binnen weniger Tage vollständig ab, die abergläubischen Dorfbewohner halten nun ihn für die Bestie, doch sein Vater kann den wütenden Mob noch abwehren. Er hat einen anderen Plan mit seinem Sohn, denn ...

Kommentar

1941 gelang den Universal Filmstudios mit Der Wolfsmensch ein Meilenstein der Filmgeschichte, der den Weg für unzählige Werwolffilme ebnete. Heute zählt er zu den großen Genreklassikern. Fast 70 Jahre später liefert nun das selbe Studio unter der Regie von Joe Johnston (Jumanji, Jurassic Park III) eine zeitgemäße Neuadaption des Stückes ab. Einige Teile sowie die Namen wurden beibehalten, die Story wurde jedoch leicht modifiziert.

WolfmanUniversal setzt hier gezielt auf namhafte Darsteller wie die beiden Oscar-Preisträger Benicio Del Toro (Die Stunde des Jägers) als Lawrence Talbot und Anthony Hopkins (Das Schweigen der Lämmer) als sein entfremdeter Vater, die sich hier ein spannendes Duell abliefern. Anthony Hopkins spielt gewohnt gut, hat aber auch schon eindeutig bessere Leistungen abgeliefert. Aber auch die anderen Rollen sind mit Emily Blunt (Der Teufel trägt Prada) als Verlobte von Talbots Bruder, Hugo Weaving (Matrix, Der Herr der Ringe 1 - 3) als Inspektor und Geraldine Chaplin (Geburten verboten), der Tochter von Charles Chaplin, als alte Zigeunerin hochkarätig besetzt.

Mit großem Aufwand wurden die viktorianischen Kulissen sehr authentisch und herrlich düster eingefangen, die Gruselatmosphäre ist sehr dicht und mega-atmosphärisch. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen, die Szenen sind fast schon zu perfekt arrangiert. Die Story wurde zu Gunsten der Spannung und einer etwas emotionaleren Geschichte umgeschrieben. Ich will an dieser Stelle jetzt nicht zu viel verraten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Angriffe des Werwolfs kommen sehr schnell und hart und werden meist von entsprechender Geräuschkulisse begleitet, um zu erschrecken. Hier fliegen auch schon mal Blut und Körperteile, die Gewalt ist aber harmonisch in der Handlung integriert und nicht zum Selbstzweck übertrieben. Der Film versucht kein Splatterfilm zu sein, sondern ein klassischer Gruselfilm.

Auch die Effekte können voll überzeugen. Hierzu holte man den sechsfache Oscar-Gewinner und Make-up-Designer Rick Baker (American Werewolf, Verflucht) an Bord, der als Zigeuner und erstes Opfer auch einen Gastauftritt hat. Sowohl der Werwolf als auch die Verwandlungen können in jeder Einstellung voll überzeugen, dank modernster Animationstechnik wirkt der Werwolf absolut realistisch und furcheinflößend. Die Verwandlung selbst wird nie als Totale gezeigt, sondern immer nur an einzelnen Körperteilen.

Ich selbst bin eigentlich kein Fan von Neuverfilmungen, aber der Film bietet genügend neue Inhalte, um ihn nicht als simples Remake abzustempeln. Er hat die richtige Mischung aus Grusel, Spannung und Emotionen, um ein breites Publikum zu unterhalten.

Fazit: Liebhaber klassischer Gruselfilme kommen hier voll auf ihre Kosten.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Trailer zum Film

Bilder zum Film

Veröffentlichungen

Deutscher Kinostart: 11. Februar 2010
DVD und Blu-ray Erscheinungstermin: am 5. August 2010

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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Ruthven, 17.02.10
Schade, schade. Für mich ist „Wolfman“ die erste große Enttäuschung des noch jungen Kinojahres. Hatte ich mich – ähnlich wie seinerzeit bei „Van Helsing“ – auf einen Tribut an die alten Universal-Klassiker gefreut (als solcher war der Streifen ja ausdrücklich angekündigt) und darüber sogar meine Skepsis wegen des Regisseurs ausgeblendet, scheitert der Film als atmosphärischer Grusler an den gleichen Mängeln wie „Van Helsing“ – wenn auch nicht so desaströs: Ihm gelingt es m.E. nicht, zwischen dem Geist seiner Vorlage und dem (vermeintlichen?) heutigen Publikumsgeschmack zu vermitteln, ist für die eine Seite wohl zu altbacken, für die andere aber entschieden zu laut: „Wolfman“ ist visuell, wenngleich nett anzuschauen, zu plump und aufgesetzt, die namhafte Besetzung wird an ihre flachen Figuren und die überaus vorhersehbaren „Wendungen“ verschwendet (gerade Curd Siodmaks Drehbuch des Original-„Wolfsmenschen“ ist in puncto Figurenzeichnung und Handlungsverlauf wesentlich intelligenter und doppelbödiger und George Waggners eher ruhige, aber dramaturgisch ausgefeilte Inszenierung dem eher grobmotorischen Regiestil Joe Johnstons klar überlegen). Daß ich einen Danny-Elfman-Soundtrack mal als Schwachpunkt eines Films empfinden würde, hätte ich mir ja auch nicht träumen lassen, aber die erstaunlich einfallslose Musik dröhnt derart durch den ganzen Film, daß auch sie das Entstehen irgendeiner Atmosphäre eher sabotiert. Am Ende stehen die heutzutage wohl unvermeidliche CGI-Klopperei und eine schlecht vom letzten Hulk-Film geklaute finale Konfrontation von Halbwesen und Heroine. Timing, Charaktere, Gruselstimmung, gelungene Schockelemente: weitgehend Fehlanzeige. Zwar langweilt man sich nicht direkt, der Film hechelt ja auch durch seine Handlung wie der Werwolf durch die Nacht, aber spannend wird’s auch nie; was bleibt, ist verschwendetes Potential. Mich hat „Wolfman“ leider - denn ich hätte ihn wirklich gerne gemocht - weder als Hommage noch als Neuinterpretation des alten Themas überzeugt, wie sie etwa seinerzeit John Landis in dem nun schon selbst klassischen „American Werewolf“ gelungen ist. Wie gesagt: Schade. Das hätte ein schöner Film werden können…
 
Berti, 23.06.10
Klassischer Werwolffilm auf neu gemacht? Hat für mich sehr gut funktioniert! Ich mag so alte Mittelalterfilme. Tolle Verwandlungsszenen, sehr gute Schauspieler, klasse Filmmusik die mich teilweise an "Bram Stokers Dracula" erinnert hat weil sie der sehr ähnlich war. Die Story ist interessant mit überraschender Wendung, einem packenden Finale und einem dramatischen Schluss. Obwohl mir die eher "neueren" Filme wie Underworld noch besser gefallen, dieser hier aber von der Machart genau so gut gemacht ist, bekommt er ebenfalls die volle Punkteanzahl. Für Werwolffreunde meiner Meinung nach sehr zu empfehlen.
 
DoctorWho, 28.06.10
THE WOLFMAN (2010) Überraschenderweise war dieses Remake besser als sein Ruf im Internet. Sicherlich ist diese Werwolf-Geschichte keine Hochliteratur, aber das wollte dieses Thema auch nie sein. Der Film besticht in erster Linie durch grandiose Ausstattung und Set-Design und findet seine Spitze in den Werwolf-Effekten, an denen kein Geringerer als Rick Baker beteiligt war. Dieser war auch bereits an WOLF und AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON mit von der Partie. Die durchweg gut besetzen Schauspieler spulen ein sehr gutes Standardspiel ab, was nicht für großartige Schauspielpreise reicht, aber den Zweck dieses Horror-Spektakels erfüllt und es nicht zu einem Laienschauspiel verkommen lässt. Auch wenn man die Messlatte immer wieder an DRACULA von Coppola anlegt, hat THE WOLFMAN sich nichts vorzuwerfen, denn in meinen Augen war das Dracula-Remake einfach nur zu einer Zeit entstanden, in dem man solche kunstvollen Remakes von Horror-Klassikern nicht kannte. Würde es den DRACULA von Coppola nicht gegeben haben, sondern den THE WOLFMAN an seiner Stelle, hätte man ihn mit Sicherheit genauso gelobt. Teilweise vernichtende Kritiken musste sich auch schon FRANKENSTEIN (Kenneth Brannagh, Robert DeNiro) gefallen lassen, der ebenfalls nicht mehr die DRACULA-Messlatte überspringen konnte, aber die Qualität fast hält. Es gibt immer Vorreiter die einen Weg ebnen und eine Skala festlegen, woran Folgefilme gemessen werden. Allerdings ist es unfähr den THE WOLFMAN als total misslungen zu bezeichnen, denn der Film ist, was er einfach nur sein will, ein Remake eines alten Horror-Klassikers in neuem Gewand. Werwolf-Filme haben bisher noch nie Oscar-verdächtige Leistungen oder Handlungsansprüche erfüllt, sondern sie folgen, wenn es die klassische Richtung ist, einem typischen Muster. Es ist meiner Ansicht nach nicht notwendig Altes total neu zuerfinden, sondern es einfach wieder solide und unterhaltend in Szene zu setzen, was THE WOLFMAN für mich persönlich geschafft hat. Neue Interpretationen des Werwolf-Themas gab es auch schon, wovon einige weniger gut sind, dafür andere wiederum erstklassig. Eine der frühsten Neuinterpretationen war für mich AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON und endet vorläufig bei UNDERWORLD. Wer jedoch einen wirklich neuaufgelegten Horror-Klassiker im alten Stil haben möchte, wird sich bei THE WOLFMAN bestens unterhalten und zufrieden sein, da Optik, Sound, Ausstattung, Effekte, Musik und Schauspieler stimmig sind. Von mir gibt es jedenfalls 2 Daumen hoch, weil man dieses Thema old-school und gut umgesetzt hat, ohne es mit schrägen Neuinnovationen zu verderben. Die DVD erfüllt einen typischen guten Standard, den man von einem Major-Label wie UNIVERSAL erwarten kann. Es gab keine Mängel, die mir in irgendeiner Form aufgefallen sind. Einzig die Tatsache, dass die Dialoge wieder etwas kleinlaut klingen, während Musik und Effekte sehr laut daherkommen. Für mich schon Standard, den man dann an der Anlage etwas korrigieren muss. Bessere räumliche Klänge im Gleichgewicht bringt die Originaltonspur, was eher nicht verwunderlich ist. Die Covergestaltung ist sehr angenehm und wartet in England mit dem Werwolf als Motiv auf. Alterfreigaben sind klein auf der Vorderseite, wie man es bei englischen DVDs kennt. Wer also definitiv auf einen großen FSK-Flatschen verzichten will, sollte bei der englischen DVD inklusive deutschen Tons zuschlagen. Die THE WOLFMAN 2010 (Extended Cut) ist zu bekommen für ca. 12,99 Euro inklusive Porto bei http://www.play.com.
 
daywalker83, 20.08.10
musste mir den natürlich als werwolf und co- fan angucken und fand ihn wirklich gut. bin bei abendlicher sichtung ein paarmal ordentlich auf meiner couch zusammengezuckt :D die darstellung ist sehr solide, die fliegenden körperteile weniger. die sets versprechen eine ordentliche, realistische stimmung und die schauspielerische leistung von del toro und hopkins konnte mich voll überzeugen. ebenso hat mir auch hugo "mr. smith" weaving als Inspektor von scotland yard gefallen :) von mir gibts 5 skulls für die wiederbelegung des klassikers ;)
 
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