Das Inferno - Flammen über Berlin
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Inhalt
Ein Albtraum wird Wirklichkeit. Als ein Feuer im Berliner Fernsehturm ausbricht sitzen dort viele Menschen fest, da der Fluchtweg nach unten versperrt ist. Die Menschen sind von den Flammen eingeschlossen, und ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit, um gerettet zu werden. Die Feuerwehr führt einen scheingbar aussichtslosen Kampf gegen die Flammen, und schließlich droht der ganze Turm zusammenzustürzen. Wird es den Einsatzkräften nocht rechtzeitig gelingen die Menschen zu retten?
Kommentar
Es ist ja schon erstaunlich, wenn man die Filmbewertungen bei Amazon so liest. Da bekommen zumindest deutsche Filme, die mal nicht auf der gängigen Wellenlänge von Herz, Schmerz, Schmalz und Komik liegen mit schöner Regelmäßigkeit ihr Fett weg. Gerade im ambitionierten Bereich der TV Katastrophenfilme könnte man meinen, bei Titeln wie Vulkan, Die Jahrhundertlawine, Die Sturmflut, oder eben auch Das Inferno - Flammen über Berlin, daß solche Filme der letzte Schrott und Trash wären, ein Schuß vor den Bug solcher Projekte, wenn sich auch mal deutsche Filme an andere Themen heranwagen.Nun, ich für meinen Teil verstehe das nicht. Ich hab mir solche Bewertungen durchgelesen, und um so mehr möchte ich nun meine eigene schreiben, um gegen den Strom zu schwimmen, weil mir diese Filme gefallen. Ich finde sie weder oberflächlich, noch etwas freche Plagiate, die alles nur nachmachen, im Gegenteil. hier werden eigene, aufwendige Geschichten erzählt, und wenn man sich darauf einläßt, dann kann man da wirklich die eine oder andere unerwartete Perle finden.
Sicherlich, bei einem brennenden Fernsehturm wird jeder sicherlich gleich an den Klassiker Flammendes Inferno denken, aber diese beiden Filme zu vergleichen hinkt einfach ohne Ende. Das eine ist ein aufwendiger Kinofilm und Kassenschlager, das andere ein ambitionierter TV Film über 30 Jahre später inszeniert, der eine ganz eigene Geschichte erzählt und bestimmt nicht den Klassiker imitieren will. Das braucht er auch nicht, hat er doch genügend eigenes Potential, um für sich zu stehen.
Als ich mir den Film erstmals anschaute waren die Erwartungen nicht sehr hoch. Wie auch, was sollte ich wohl von einem 100 Minütigen Fernsehfilm erwarten, der ein großes Katastrophenszenario entwerfen will?
Nun, mehr als jemals gedacht. Denn hier wird kein übliches, unrealistisches Heldentum zelebriert, wie in so manch anderem Katastrophenfilm, sondern die Dinge bleiben immer nachvollziehbar und realistisch. Und selbst die Klischees - welcher Film überhaupt käme denn ohne aus? - sind nicht völlig aus der Bahn, aber ich möchte es an einigen Details gern erklären.
Eine Extremsituation also, der Fernsehturm brennt, viele Menschen eingeschlossen und von einem grausamen Tod in den Flammen bedroht. Wie reagieren die betroffenen Menschen in einer solchen Lage? Was ist realistisch, was übertrieben, von Seiten der Bedrohten und Rettungskräften?
Da ist die Frau, die im Restaurant im Fernsehturm arbeitet. Selbstbewußt und zielstrebig, die über sich selbst hinauswächst und selbstlos hilft gegen die Flammen zu kämpfen, solange es nur geht. Und da ist ihr Exmann, der mal Feuerwehrmann war und rausgeflogen ist, weil gegen ihn Anklage erhoben wurde, er hätte einen Kameraden im Stich gelassen. Doch Tom schweigt dazu und arbeitet nun als Taxifahrer. Doch im Angesicht der Katastrophe, da die Frau, die er noch immer liebt, zu sterben droht, ist ihm alles egal, und er mischt sich unter die Rettungskräfte - auch gegen den Befehl der Einsatzleitung. Nun muß er mit Exkollegen zusammenarbeiten, die ihn für den Tod des Kameraden verantwortlich machen - der Kamerad, der Bruder seiner Exfrau, und der Sohn des Feuerwehrchefs. Eine zum zerreißen gespannte Atmosphäre, die an Dramatik gewinnt, als nur Tom und ein weiterer Feuerwehrmann oben im Turm ankommen. Denn der restliche Trupp wird bei einem Fahrstuhlabsturz und Einsturz des Treppenhauses verschüttet, eine fast aussichtslose Situation.
Aber auch die Nebenpersonen bergen so viel Konfliktpotential, daß es für mehr als einen Film reichen würde. Es gibt sie alle wie in der Realität, jene, die selbstlos helfen und sich aufopfern, und jene, die in Panik geraten und sich und andere gefährden, ebenso wie jene, die nur noch an sich denken und dafür bewußt über Leichen gehen, um die eigene Haut zu retten. Nichts davon ist übertrieben, man kann es sich gut vorstellen, daß es so auch in der Realität aussehen könnte. Genauso wie die junge Frau, die mit ansehen muß, wie ihr gerade frisch angetrauter Ehemann bei lebendigem Leibe verbrennt und sich dann selbst töten will, weil sie alles verloren hat - oder gibt es doch noch Hoffnung?
Die Einzelschicksale stehen ganz klar im Mittelpunkt des Geschehens, und genau das ist das Schöne hier an dem Film. Die Rettungskräfte sind keine über allem stehenden Helden, sondern am Ende genauso hilflos und gefangen wie die anderen, und nur der gemeinsame Kampf hilft zu überleben. Das bleibt am Ende zwar ohne die ganz großen Überraschungen, da man ahnt, daß keine der Hauptpersonen stirbt, aber für den einen oder anderen wird es schon sehr knapp. Und zumindest eine böse Überraschung gibt es doch, ein Todesfall, der mich schockierte, weil ich das nicht erwartete - etwas, das zeigt, daß im Leben wahrlich nicht immer jene, die selbstlos sind, belohnt werden. Im Gegenteil, manchmal müssen gerade sie das büßen.
Neben der schauspielerischen Tiefe glänzen auch die Spezialeffekte im Film, die absolut nicht billig sind, sondern von solchem Aufwand, daß ich des öfteren wirklich gestaunt habe, wie realistisch das rüberkommt. Bild und Ton lassen einen mitten im Geschehen sitzen, daß man manchmal geradezu Beklemmungen bekommt und nachfühlen kann, wie sich die vom Feuer umschlossenen fühlen. Und immer wieder Bilder brennender und sterbender Menschen in der Flammenhölle, wobei hier auch besonders der Anfang zu erwähnen ist, als das Feuer ausbricht. Die Explosion und die Feuerwalze - beeindruckend, wie das hier inszeniert worden ist. Und für einen FSK 12 Film sieht man da wahrlich einiges an brutalen Szenen, wie Menschen bei lebendigem Leib verbrennen.
Fazit: Ich kann mich nur wiederholen, für mich kann hier von Klischees, billigem Abklatsch oder langweiliger Inszenierung absolut keine Rede sein. Mag sich jeder hier sein eigenes Urteil bilden, aber ich finde diesen Film einfach toll. 100 Minuten Spannung pur, eine tolle Geschichte mit guten Schauspielern und Effekten, und mit Einzelschicksalen, die einen wirklich nicht kalt lassen. Daher ist für mich dieser Katastrophenfilm wirklich empfehlenswert und braucht sich nicht mal hinter den großen Kinoproduktionen verstecken. Ich hoffe, wir dürfen diesbezüglich in Zukunft noch mehr erwarten von den Sendern, ich jedenfalls freue mich darauf.
Filmreview von: Gandalf01 / Alle Reviews von Gandalf01
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Warner Home Video auf DVD erschienen. Leider ist die DVD bereits out of Print und kaum mehr zu bekommen.
Filmbewertung
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Visus - Expedition Arche Noah
Stand: 11.02.2012 02:00:42 Gefühlte XXS - Vollschlank & frisch verliebt
Stand: 11.02.2012 04:49:51 |
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