Jack rechnet ab
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Inhalt
Nach dem Tod seines Bruders Frank kehr der Londoner Profikiller Jack Carter in seine Heimatstadt Newcastle zur Beerdigung zurück. Er ist angeblich betrunken ins Wasser gefahren, doch Jack glaubt nicht an einen Unfall oder gar einen Selbstmord, wie ihm seine ehemalige Geliebte glauben lassen will. Bei seinen Recherchen stößt er immer wieder auf den Gangsterboss Cyril Kinnear. Cyrils Rivale, der Automatenkönig Cliff Brumby, verrät ihm, dass Cyril der Mörder seines Bruders ist und will sich mit ihm zusammen tun, doch Jack ist unbestechlich, er sucht die Wahrheit. Die erfährt er, als Glenda, Cyrils Geliebte, ihm einen Pornofilm zeigt, wo die Tochter seines Bruder in einem Pornofilm vergewaltigt wird. In seinem unbändigen Hass nimmt er blutige Rache an jedem, der damit zu tun hat und seinem Bruder nicht geholfen hat und ...
Kommentar
Mit der Umsetzung des gleichnamigen Romans von Ted Lewis liefert Regisseur Mike Hodges (Flash Gordon) einen Klassiker des britischen Gangsterfilms ab. Der Berufskiller Jack Carter, der von Michael Caine (Freibeuter des Todes) wirklich perfekt verkörpert wird, kehr in seine Heimatstadt Newcastle zurück, um den Tod seines Bruders aufzuklären und zu rächen. Michael Caines Spiel ist einfach herrlich anzusehen. In der ersten Stunde des Films geht er recht ruppig allen Hinweisen nach, um dann eiskalt blutige Rache zu üben, und zwar an jeden, der damit irgendwie involviert war. Dabei hat der wortkarge Killer immer den passenden Spruch zur Hand, einige wie "Weißt du Eric, ich hatte schon fast vergessen, wie deine Augen aussehen. Unverändert, wie frührer – Pisslöcher im Schnee." sind sogar schon kultverdächtig.Die Gewalt wird hier eiskalt und absolut gnadenlos vorgetragen, ist aber aus heutiger Sicht weder übertrieben hart noch unnötig blutig. Damit reiht er sich perfekt zu "Wer Gewalt sät" mit Dustin Hoffman und "Uhrwerk Orange" Malcolm McDowell, die beide im selben Jahr erschienen und der britischen Zensurbehörde wegen der extremen Gewaltdarstellung Kopfschmerzen bereiteten.
Neben dem herrlich zynischem Wortwitz gibt es aber auch offenkundigen Humor, so begleitet Jack splitternackt mit einem Gewehr in der Hand zwei unliebsame Besucher auf die Strasse, während dort ein Festumzug entlang läuft. Die Szene wird absolut trocken vorgetragen und ist einfach nur genial. Und wie James Bond hat auch Jack einen ganz besonderen Einfluss auf die Frauen, so dass auch die Erotik nicht zu kurz kommt. So ist auch die hübsche Schwedin Britt Ekland (Asylum) in einer erotisch-witzigen Telefonsex-Szene zu sehen.
Die runtergekommene Arbeiterstadt Newcastle wurde deprimierend und absolut trostlos eingefangen und passt so perfekt zur gefühlskalten Story. Dazu noch spärlich eingesetzte Musik von Roy Budd.
Dieser Selbstjustiz-Thriller war wegweisend für das britische Kino und eine echte Empfehlung für jeden, der Rachefilme mag. Im Jahr 2000 gab es dann noch ein amerikanisches Remake mit Sylvester Stallone (Rambo), welches aber bei weitem nicht an diesen Film rankommt.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Veröffentlichungen
Der Film ist bei MGM/UA Home Video auf VHS erschienen.
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