Mirandolina
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Inhalt
Die hübsche Mirandolina leitet ein Gasthaus, wo sie es gewohnt ist, von ihren männlichen Gästen umworben zu werden. Aktuell eifern der Marchese di Forlipopoli und der Conte di Albafiorita mit Aufmerksamkeiten und Geschenken um ihre Gunst und auch ihr Knecht Fabrizio macht sich Hoffnungen. Doch als der frauenfeindliche Cavaliere di Ripafretta zu Gast ist, erfährt Mirandolina erstmals Ablehnung. Das kann sie nicht auf sich sitzen lassen und will dem Cavaliere eins auswischen. Mit den Mitteln einer Frau versucht sie ihn verliebt zu machen - erfolgreich, sogar zu erfolgreich, denn ...
Kommentar
Mirandolina basiert auf der gleichnamigen Komödie, die der italienische Schriftsteller Carlo Goldoni 1752 veröffentlichte. Das Theaterstück wurde bereits über 10 mal verfilmt, diese Adaption ist mittlerweile jedoch nahezu komplett in Vergessenheit geraten. Ich habe mir den Film auch nur wegen Adriano Celentano (Joan Lui - Eines Tages werde ich kommen und es wird Montag sein) angesehen, der hier mit kahl rasiertem Schädel zu sehen ist. Celentanos bekanntester Film "Der gezähmte Widerspenstige", wo er einen frauenfeindlichen Chauvinisten spielt, ist aus dem selben Jahr. Seine Rolle hier ist damit sehr ähnlich angelegt, auch hier verabscheut er Frauen und lehnt ihre Gesellschaft ab. Dies kann die sonst von allen umworbene Wirtin Mirandolina, gespielt von Celentanos Ehefrau Claudia Mori (Der Superraub von Mailand), nicht akzeptieren, sie setzt alles daran ihm den Kopf zu verdrehen, was ihr sogar gelingt.Regisseur Paolo Cavara (Der schwarze Leib der Tarantel), der mit Celentano bereits 1964 Malamondo gedreht hat, hat den Film wie ein Theaterstück aufgebaut und zeitlich gemäß der literarischen Vorlage angesiedelt. Er wirkt etwas wie ein altbackener Kostümfilm, in dem die männlichen Charaktere verschiedensten Adelsstände repräsentieren und dabei nicht wirklich gut wegkommen, so dass am Ende ein Bürgerlicher die Hand der von allen angebeteten erhält, eine Thematik, die Goldoni öfters aufgriff. Aufgepeppt wurde das Stück mit einigen Gesangs- und Tanzeinlagen, die mich aber nicht wirklich überzeugen können. Irgendwie war mir der Film zu langatmig und für ein Lustspiel irgendwie gar nicht witzig, er zählt für mich eindeutig zu Celentanos schlechtesten Filmen, der selbst zu seiner Entstehungszeit schon veraltet wirkte. Etwas ungewohnt ist auch Celentanos deutsche Synchronstimme, er wird nicht wie in seinen größten Erfolgen von Thomas Danneberg gesprochen, sondern von Gottfried Kramer, der deutschen Stimme von K.I.T.T. aus "Knight Rider", der ihm mit seiner markanten Stimme einen ganz anderen Charakter verleiht.
Großer Erfolg war dem Film wohl nicht beschieden, soweit mir bekannt wurde er hierzulande zuletzt in den 80er Jahren ausgestrahlt, und ich kann mir kaum vorstellen, dass unser kommerzialisiertes Fernsehen den Film noch mal bringt. Auch gibt es hierzu keine deutschsprachige Auswertung auf VHS oder DVD, so dass wohl die wenigsten Celentano-Fans diesen Film kennen.
Fazit: Liebhaber klassischer Theaterstücke werden sich hieran vielleicht erfreuen können, für andere aber trotz namhafter Darsteller eher zu langweilig.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Veröffentlichungen
Der Film lief in Deutschland bisher im Fernsehen, wurde aber schon seit etlichen Jahren nicht mehr ausgestrahlt.
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